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Youtube-Video CDU-Politiker Amthor distanziert sich von Video-Spruch

„Moslems“ können die deutsche Hymne nicht mitsingen? Philipp Amthor hatte sich in einem Video des Y-Kollektivs so geäußert. Nun rudert er zurück.
31.05.2019 - 13:23 Uhr Kommentieren
In der Youtube-Reportage wird der Bundestagsabgeordnete auf einer Wahlkampfveranstaltung begleitet. Quelle: Y-Kollektiv Screenshot YouTube
Phillip Amthor

In der Youtube-Reportage wird der Bundestagsabgeordnete auf einer Wahlkampfveranstaltung begleitet.

(Foto: Y-Kollektiv Screenshot YouTube)

Berlin Der CDU-Politiker Philipp Amthor hat sich erneut von einer Äußerung in einem bereits im Herbst 2018 veröffentlichten Video distanziert, das am Donnerstag wieder im Netz für Diskussionen sorgte. In dem Film „Wie ticken junge Bundestagsabgeordnete der AfD und CDU?“ des Reportage-Netzwerks „Y-Kollektiv“, ist der Politiker auf dem Marktplatz einer Kleinstadt im Gespräch mit Bürgern zu sehen.

Das Reportageteam begleitet ihn bei einem Besuch der Stadt Strasburg (Mecklenburg-Vorpommern) zum Tag der Deutschen Einheit. Nach dem Singen der Nationalhymne ist Amthor zu hören: „Keiner von uns Moslem, der das jetzt nicht singen kann“, sagt er und lacht. Ein anderer spottet „keine Ölaugen“, dann lacht Amthor herzhaft.

Der „Nordkurier“ hatte im November bereits darüber berichtet. Amthor hatte sich in dem Bericht von seiner Äußerung distanziert: „Ganz klar, das Zitat ist mehr als unglücklich, und ich würde das so auch nicht mehr sagen.“ Seinem Spruch vorausgegangen sei die Aussage eines Anwesenden, der nach dem Absingen der Nationalhymne gesagt habe, dass in Strasburg alle mitsingen würden - im Gegensatz zum Fußball. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass es sich dabei nur um einen flapsigen Spruch handelte, mit dem ich niemanden angreifen wollte und der so auch nicht mehr vorkommt“, hatte der „Nordkurier“ Amthor weiter zitiert.

Der Deutschen Presse-Agentur sagte der CDU-Politiker am Donnerstag: „In der Situation habe ich unangebracht reagiert und mich davon sofort distanziert - klar und deutlich. Die Situation entstand in einer Zeit, in der viele darüber diskutiert haben, ob Fußballspieler die Nationalhymne mitsingen. Für mich ist aber klar, dass Religion und Nationalhymne nichts miteinander zu tun haben. Natürlich freue ich mich über jeden, der die Hymne mitsingt.“ Zuvor hatte sich Amthor im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung geäußert.

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    Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) twitterte am Donnerstag, was Amthor sage sei rassistisch. CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus müssten „unmissverständlich klarmachen, dass Rassismus in der CDU keinen Platz hat“. Amthor müsse sich bei allen Muslimen entschuldigen.

    Mehr: Die unbeholfene Reaktion auf ein provokantes Video des Youtubers Rezo zeigt eine Schwachstelle der CDU. Warum auch Amthor bei Rezo nicht helfen konnte.

    • dpa
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