Zeitarbeit Christliche Spitzenorganisation nicht tariffähig

Die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP) ist keine tariffähige Spitzenorganisation. Das hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt entschieden. Es sprach der CGZP aufgrund einer zu geringen Mitgliederzahl die erforderliche Tarifmächtigkeit ab.
  • Annett Gehler und Simone Rothe
6 Kommentare
Logos christlicher Gewerkschaften am Hauptstadtbüro in Berlin: Noch ist unklar, was das Urteil für die Leiharbeiter bedeutet. Quelle: dpa

Logos christlicher Gewerkschaften am Hauptstadtbüro in Berlin: Noch ist unklar, was das Urteil für die Leiharbeiter bedeutet.

(Foto: dpa)

HB ERFURT. Die Chancen zehntausender Leiharbeiter auf eine bessere Bezahlung sind gestiegen. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt darf die Spitzenorganisation der Christlichen Zeitarbeitsgewerkschaften, der Billigverträge vorgeworfen wurden, künftig keine Tarifverträge mehr abschließen (1 ABR 19/10).

Die obersten Arbeitsrichter sprachen am Dienstag der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) die Tariffähigkeit ab. Zur Gültigkeit bestehender CGZP-Verträge machte der Erste Senat zunächst keine Angaben.

Es sei jedoch zweifelhaft, dass die CGZP in der Vergangenheit tariffähig war, sagte BAG-Sprecher Christoph Schmitz-Scholemann der Nachrichtenagentur dpa. Die Chancen von Zeitarbeitern auf gleiche Bezahlung wie die Stammbelegschaften der entleihenden Unternehmen, hätten sich mit der Gerichtsentscheidung erhöht.

Die Justiziarin der Gewerkschaft Verdi, Martina Trümner, vertrat die Ansicht, dass Leiharbeiter jetzt höhere Lohnansprüche für vergangene Jahre einklagen könnten. Der Vorsitzende der CGZP, Gunter Smits, bezweifelte, dass mit dem BAG-Urteil bestehende Tarifverträge hinfällig werden. Er schloss den Gang seiner Organisation vor das Bundesverfassungsgericht nicht aus.

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer erklärte: "Mit dem Urteil sind wir einen Schritt weiter auf dem langen Weg, Tarifdumping zu unterbinden." Nach Ansicht von Verdi können auch Sozialversicherungsbeiträge nun nicht mehr auf Basis der bisherigen Billigtarife erhoben werden. "Die Arbeitgeber können sich damit auf erhebliche Nachforderungen einstellen", kündigte Verdi-Vize Gerd Herzberg an. Fachleute gehen dabei von einem Volumen möglicher Sozial-Nachzahlungen von einer halben Milliarde Euro pro Jahr aus.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Zeitarbeit - Christliche Spitzenorganisation nicht tariffähig

6 Kommentare zu "Zeitarbeit: Christliche Spitzenorganisation nicht tariffähig"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Merkwürdig.Jedes Jahr ein Opfergeneration.Wirkliche Kriege sind längst vorbei.Korrupter Staatsführung ist der Trend.

  • Es ist nur eine Möglichkeit vorhanden, um Arbeitsplätze zu erhalten, beibehaltung status quo. Eine unrechtmäßige Antastung der bestehenden Tarifverträge zieht Abwanderung nach sich. Dann können die Versager sehen wo sie Arbeit und Auskommen finden.

  • Es ist nur eine Möglichkeit vorhanden, um Arbeitsplätze zu erhalten, beibehaltung status quo. Eine unrechtmäßige Antastung der bestehenden Tarifverträge zieht Abwanderung nach sich. Dann können die Versager sehen wo sie Arbeit und Auskommen finden.

  • Münchner Runde Roland berger, Liebe Zeitarbeiter die deutsche Wirtschaft hat euch diszipliniert,deshalb und das ist der Grund stehen wir so gut da.Genscher wir sind eine Schicksalsgemeinschaft Europa und müssen deshalb zahlen und gleichzeitig die Partner diszipliplinieren,Alexander Dobrindt will den Rettungsschirm nicht vergrössern,Roland Tichy Chefredaktteur WirtschaftsWoche kam der Wahrheit sehr nahe.Also werdet ihr in Zukunft mehr Lohn im Geldbeutel haben, einen Kapitalstock aufbauen können und im Alter wohl versorgt sein,Weil wir sind auf Gedeih und Verderben miteinander verbunden.Nun sind nur noch die paar läppischen Staatschulden abzutragen 1,8 billionen sind nichts auf den weg zum Mond.Liebe 1 EORO Jobber,danke für euren Einsatz für ein leben in Wohlstand.ich weiss nur nicht in welchen leben der Wohlstand stattfindet,in diesem jedenfalls nicht ausser man hat die letzten Jahre abgezockt ohne einzuzahlen,herrlich,so einen stuss wie dort habe ich lange nicht mehr gehört.

  • Es geht auch anders - Meldung von heute 14.12.2010:

    Paris - Frankreich setzt beim einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn weiter Maßstäbe: Die in Deutschland in dieser Form nicht existierende Lohnuntergrenze soll zum 1. Januar auf neun Euro pro Stunde angehoben werden. Dies entspreche einer Steigerung in Höhe von 1,6 Prozent, kündigte Arbeitsminister Xavier bertrand am Dienstag in Paris an.

  • bDA Präsident Hundt war hier vor längerem Aufsichtsrat:

    http://www.trenkwalder.com/de/Presse/Presseaussendungen.html?id=248

    Kapiert ihr endlich, woher der Wind weht!
    Die stecken alle unter einer Decke, wenn es darum geht, die Arbeitskraft von uns Arbeitern und Angestellten billigstmöglich auszupressen. Hundt und Konsorten, glaubt ihnen kein Wort mehr. Sie handeln nur zu ihrem eigenen persönlichen Vorteil und für ihre interessensgruppen.
    Liebe Journalie, warum schaut ihr da nicht mal genauer hin, wer dort von wem auslieh, und welche Rolle die mensschenunwürdigen "christlichen Tarifverträge" spielten? Wo bleibt eure Recherche?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%