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Zentrum für politische Schönheit Aktivisten wollen tote Flüchtlinge zu Merkel bringen

Die Initiatoren der kontroversen Mauerkreuz-Aktion wollen mit einer neuen Inszenierung auf das Massensterben von Flüchtlingen aufmerksam machen. Die Polizei reagierte gelassen.
15.06.2015 - 11:29 Uhr Kommentieren
Leer zeigten sich die Halterungen für die Gedenkkreuze der Mauertoten neben dem Reichstagsgebäude an der Spree in Berlin nach der Aktion des Zentrums für politische Schönheit.
Zentrum für politische Schönheit

Leer zeigten sich die Halterungen für die Gedenkkreuze der Mauertoten neben dem Reichstagsgebäude an der Spree in Berlin nach der Aktion des Zentrums für politische Schönheit.

Berlin Die Mitglieder des „Zentrums für politische Schönheit“ wissen, wie man Politik inszeniert. Ihre Mauerkreuz-Aktion, mit der sie zum Jahrestag des Mauerfalls im November 2014 auf das Leid der Flüchtlinge an den europäischen Außengrenzen hinwiesen, wurde bundesweit wahrgenommen und kontrovers diskutiert.

Jetzt plant die politische Künstlergruppe eine weitere Aktion, die viel Aufmerksamkeit provozieren dürfte. Unter dem Titel „Das Zentrum für Politische Schönheit präsentiert die Toten Europas“ kündigt die Gruppe am Montagmorgen an, man wolle „die Toten Einwanderer Europas vom Mittelmeer in die Schaltzentrale des europäischen Abwehrregimes: in die deutsche Hauptstadt“ bringen.

Am Dienstag um 10 Uhr werde man „die ersten beiden Opfer der militärischen Abriegelung Europas“ auf dem muslimischen Friedhofsfeld in Berlin-Gatow beerdigen. Ein Sprecher des Friedhofs bestätigte, dass für diese Zeit eine Beerdigung geplant ist, allerdings gebe es keinen öffentlichen Aushang, weswegen er keine Namen nennen dürfe.

„Weitere Termine gibt das Zentrum aufgrund der politischen Sprengkraft und der zu erwartenden Repressionen kurzfristig bekannt“, hieß in der Erklärung des Zentrums. Am Sonntag soll dann ein „Marsch der Entschlossenen“ zum Kanzleramt ziehen, der „die toten Einwanderer“ dort „abliefert“ und den Vorplatz „in eine Gedenkstätte“ verwandele. Mit dieser Aktion wollen die Initiatoren „den toten Einwanderern Europas die letzte Ehre“ erweisen.

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