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ZEW-Studie Deutschlands Unternehmen investieren in Innovationen so viel wie noch nie

2017 gaben deutsche Firmen für Innovationen 167 Milliarden Euro aus. Doch ihnen fehlt es mehr und mehr an qualifiziertem Personal.
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Die Ausgaben für Innovationen stiegen im Jahr 2017 auf 167 Milliarden Euro. Quelle: dpa
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Die Ausgaben für Innovationen stiegen im Jahr 2017 auf 167 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

BerlinDeutschlands innovative Unternehmen haben 2017 zu einem Höhenflug angesetzt: Die Ausgaben für Innovationen stiegen auf einen neuen Rekordwert von 167 Milliarden Euro. Das zeigt die jüngste Innovationserhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. „Damit wurden die Planzahlen weit übertroffen, das deutet auf ein verbessertes Innovationsklima hin“, sagte Autor Christian Rammer.

Entsprechend erfreut zeigt sich die Bundesforschungsministerin: „Deutsche Unternehmen sind bei Forschung, Entwicklung und Innovation ganz vorn mit dabei“, sagte Anja Karliczek (CDU) dem Handelsblatt. „So sichern wir den Wohlstand in unserer Gesellschaft.“

Neben Forschung und Innovationen sei jedoch die Weiterbildung von Fachkräften der Schlüssel zum Erfolg. Daher werde die Bundesregierung mit ihrer Weiterbildungsstrategie „dafür sorgen, dass wir auch die Beschäftigten und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen mitnehmen“, so die Christdemokratin. „Wir unterstützen Erwerbstätige dabei, ihre Kompetenzen aktuell zu halten, anzupassen und fortzuentwickeln.“

Dass das dringend nötig ist, zeigt der Innovationsreport ebenfalls: 2017 blieben in den innovationsrelevanten Sektoren der Wirtschaft 200.000 Stellen unbesetzt. Insgesamt zählen die Forscher rund 107.000 Unternehmen zu den innovativen, die neue Produkte ersinnen. Diese konnten zudem rund 360.000 Stellen nur verspätet besetzen oder dafür nicht das gewünschte Personal verpflichten.

Dieses Problem verschärfe sich seit Jahren, so Rammer: So ist der Anteil der Unternehmen, die wegen fehlenden Fachpersonals Innovationsprojekte gar nicht oder nur mit Verzögerungen umsetzen konnten, von zehn Prozent im Jahr 2006 über 17 Prozent 2010 auf 22 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. „Und alles deutet darauf hin, dass die Bedeutung dieses Problems seither weiter zugenommen hat“, so der ZEW-Forscher.

Vermehrt suchen die Unternehmen allerdings nach beruflich Ausgebildeten, weniger nach Akademikern: Nur gut ein Drittel sucht Personal mit akademischer Qualifikation – fast drei Viertel hingegen Mitarbeiter mit beruflicher Ausbildung. Den Trend, dass zunehmend beruflich Ausgebildete knapp sind, zeigen auch andere Studien, etwa des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Der Fachkräftemangel dürfte ein Grund dafür sein, dass die Dynamik 2018 und 2019 wieder bescheidener ausfällt: Für 2018 hatten die Unternehmen ein Plus von 3,4 Prozent geplant, für 2019 sind es sogar nur noch zwei Prozent.

Die Talsohle könnte dagegen bei der negativen Entwicklung der „Innovatorenquote“ erreicht sein. Das ist der Anteil der innovativen Unternehmen an allen. Die Quote, die in den Jahren nach der Jahrtausendwende noch bei rund 45 Prozent lag, ist seither auf nur noch 36 Prozent gesunken – nach einem Tiefstand 2015 aber nicht weiter gefallen.

Auch hier zeigt sich die Schwäche des Mittelstands: Von den kleinen und mittleren Unternehmen sind nur 35 Prozent innovativ, bei Großunternehmen sind es fast zwei Drittel. Innovativ sind in diesem Zusammenhang Unternehmen, die neue Produkte oder Prozesse anbieten – Forschung und Entwicklung betreibt dafür lediglich knapp jede fünfte Firma.

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