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Studie Wie Deutschland auseinanderreißt

Von der Gleichheit der Lebensverhältnisse können die Deutschen nur träumen: Wie der Prognos-Zukunftsatlas zeigt, hängt der Süden den Norden ab, überholt der Osten Teile des Westens, schlägt die Provinz die Städte.
08.11.2013 - 10:33 Uhr 30 Kommentare
Die Studie zeigt, um welche deutschen Städte es gut bestellt ist. Quelle: dpa

Die Studie zeigt, um welche deutschen Städte es gut bestellt ist.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das Grundgesetz fordert die „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“. Dieser Anspruch ist gescheitert. Nie war die Spaltung Deutschlands in erfolgreiche und abgehängte Gegenden größer. Zu diesem Ergebnis kommt der Zukunftsatlas 2013 des Forschungsinstituts Prognos. Exklusiv für das Handelsblatt hat Prognos Gegenwart und Perspektiven der 402 kreisfreien Städte und Landkreise bewertet.

Das zentrale Ergebnis der aktuellen Auswertung: Der Gegensatz zwischen dem prosperierenden Süden und einem schwächelnden Norden und Nordosten hat sich weiter verschärft: Zwar hat sich die ökonomische Perspektive insgesamt verbessert, der Süden der Republik zieht den restlichen Regionen jedoch wirtschaftlich immer weiter davon.

Die Boom-Regionen in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in Hessen sind in den vergangenen zehn Jahren stärker geworden, die schwachen Regionen des Nordens und Westens schwächer. Von den 78 Kreisen, denen Prognos hohe bis beste Zukunftschancen attestiert, kommen inzwischen 83 Prozent aus Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen. Im Jahr 2004 waren es nur 78 Prozent. „Mit seiner hohen Dynamik baut der Süden Deutschlands seinen Vorsprung gegenüber dem Norden, Westen und Osten weiter aus“, sagt Christian Böllhoff, Geschäftsführender Gesellschafter bei Prognos.

Die deutsche Wohlstandsgrenze verläuft nicht mehr, wie häufig angenommen, zwischen West und Ost. Ursache dafür ist vor allem die auffällige Schwäche des Westens – allen voran des Ruhrgebiets, des großen Absteigers im Prognos-Ranking. Die Folge: 2004 lebten zwei Millionen der Einwohner Westdeutschlands in Regionen mit Zukunftsrisiken, 2013 sind es bereits mehr als 6,7 Millionen.

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    Während zwar noch immer 27 der 30 schwächsten Landkreise im Ranking in den neuen Bundesländern liegen, gesellen sich zu den schon traditionell starken Städten Dresden, Potsdam und Jena jetzt auch Rostock und Leipzig. Zu den großen Gewinnern gehört Erfurt.

    Unter denjenigen Landkreisen, die in den letzten zehn Jahren im Ranking die größten Sprünge nach vorne gemacht haben, befinden sich auffällig viele Flächenkreise ohne Großstadt. „Eher ländlich strukturiert zu sein, bedeutet nicht automatisch, dass man rückständig, trostlos und ohne Zukunft ist“, sagt Prognos-Regionalexperte Peter Kaiser. So sind unter den 30 Kreisen, die in den letzten zehn Jahren am deutlichsten hochgeklettert sind, nur drei Großstädte. Alle anderen Aufsteiger-Regionen sind dagegen eher ländlich geprägt und befinden sich im erweiterten Speckgürtel einer Großstadt.

    Merkel sieht die Risse nicht
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    30 Kommentare zu "Studie: Wie Deutschland auseinanderreißt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es wird meistens missverstanden, dass gleichwertige Lebensverhältnisse nicht bedeuten, dass alle dasselbe haben müssen, z.B. Lohn, Auto, Haus etc., sondern die gleichen rechte, Startchancen durch Bildung etc. haben sollen! So ist nicht verständlich, dass die ungleichen Lebenskosten in verschiedenen Regionen in Deutschland einfach vom Tisch gewischt werden und Gleiche überall gefordert wird! Was für ein Irrsinn! Und was nutzen diese Aussagen über unterschiedliche Entwicklung? Sie bringen nur wieder den Subventionskreislauf in Bewegung! Das Geld sollte lieber in Infrastruktur und Vorsorge investiert werden als in noch mehr Umverteilung! Dazu passt, dass die Ärmeren (wer stellt das fest außer neue Bürokraten) Beihilfen zum Kauf von Strom sparenden Kühlschränken bekommen sollen. Was für ein Irrsinn! Wir befinden uns mitten in der Entwicklung zum (Über-)Regulierungssaat, vergessen oder lassen uns die Selbstverantwortung und die Freiheit zu eigenen Entscheidungen nehmen! Wollen wir das?
      Clint Eastwood

    • Ein bisschen ungerecht bist Du schon.Die Ostdeutschen
      Rentner sollen ihren Ruhestand geniessen,denn diese haben
      immer gearbeitet.Männer wie Frauen gleichermassen.Und
      Kinder grossgezogen wurden auch.Wir wissen alle,das das nicht die Dümmsten sind.Die Asylanten bekommen
      doch auch den Hartz4-Satz,ohne irgendeinen Cent ins
      System gezahlt zu haben.Da kannst Du mal rechnen.
      Ausserdem hat der "gute" Westen nach der Wende erst
      mal den Osten für einen Appel und `nem Ei verhökert.
      Nicht zu vergessen,heute werden viele Sachen wieder neu
      erfunden,was es in der ehemaligen DDR schon gab und
      sich bewährt hat.Schaut Euch das heutige Schulsystem
      an.Eine einzige Katastrophe.Jedes Bundesland kocht sein
      eigenes Süppchen.Kann doch nur schief gehen.Gleiche
      Lehrpläne für alle Schüler,bedeutet gleiches Niveau
      im Wissen,Kosteneinsparungen von mehreren Millionen,
      Freisetzung von unnötig bezahlten Beamten.Desweiteren
      ist im Osten die Betreuung von Kindern im Vorschul-
      alter sehr gut,da es noch sehr viele Kitas aus der
      alten Zeit gab,und diese auch nach der Wende gut
      genutzt wurden und viele Firmen auch ihre eigenen Kitas
      gebaut haben.Also man kann auch vom Osten lernen.Nicht
      nur alles schlecht machen.Ich habe ganz andere Probleme
      in Bezug auf Lebensqualität.Mir macht die unbegrenzte
      Einwanderungswelle mehr Sorgen.Es kommen immer mehr
      Menschen hierher,die mit unserer Mentalität nichts
      anfangen können.Parallelgesellschaften sind in allen
      Grossstädten,Asylverfahren dauern zu lange,kein Respekt
      vor Staat und Gesetz.Das ist nicht akzeptabel.Gerade
      für die afrikanischen Flüchtlinge sollten doch vor Ort
      die geeigneten Massnahmen getätigt werden,das diese nicht in Mengen hier einreisen.Was hat der Niebel die
      ganzen Jahre gemacht,ausser sich selbst versorgt?




    • Der Soli muss dringend modifiziert werden. Der Westen braucht ihn auch. Der Osten profitiert zu stark davon. Kommt noch dazu, dass wir im Osten sehr viele Rentner haben, die in unsere Kasse nie wirklich einbezahlt haben, aber eine extrem tolle Vergütung genießen. Hier läuft einiges ganz unglaublich schief.

    • Bei uns nennt man sich seit einigen Jahren äußerst großspurig "Monopol"...äh "Metropolregion", dabei ist die Gegend lt. dieses Rankings in den letzten 10 Jahren ziemlich abgestürzt, besonders in der straßenbaulichen Infrastruktur wird das immer offensichtlicher.
      Das hindert weder die seit der Nachkriegszeit herrschende Einheitspartei noch ihren grünen Ableger noch die oppositionellen Hofnarren noch einen Interessenverband daran, derzeit lautstark und aufdringlich in unserem monopolistischen, linkslastigen Lokalblattimperium über ein neues umfangreiches Radwegenetz zu debattieren.
      Man verweigert zwar Details über die Kosten sowie die Ausstattung dieser "Radschnellwege", klar scheint jedoch, daß ANDERE als die Nutzer dies bezahlen sollen.
      Gleichzeitig verkommen die historische Innenstadt sowie Sportstätten und viel zu groß dimensionierte Grünanlagen und zehntausende Straßenbäume... aber Hauptsache "wir" brauchen eine "Radlerautobahn"!? )o:)
      Manchen Städten und Gemeinden scheint es wirklich immer noch viel zu gut zu gehen, sonst wäre ein solcher Unfug eigentlich nicht denkbar.

    • es sind doch nicht mal in bayern gleiche lebensverhältnisse
      im süden bayerns ist die infrastruktur spitze im norden nicht
      im süden sitzen die ganzen behörden im norden werden stellen im öffentlichen dienst abgebaut usw.

      am beispiel meines landkreises
      -sehr viel alteingesessene industrie
      -sehr viel staatswald
      -> sehr viele einnahmen durch den staat

      -infrastruktur ist schrott
      -keine anbindung richtige anbindung an fernstraßen
      -extrem kaputte straßen
      -bei cirka 5 mio angestellten im öffentlichen dienst müssten an und für sich auf die einwohner des landkreises runtergerechnet 4000 angestellte im öffentlichen dienst da sein
      tatsächlich sind es cirka 500
      -> das ganze nennt man dann strukturschwach obwohl man nur die angestellten im öffentlichen (behörden) von dem großraum münchen hierher verlegen müsste und das steueraufkommen und die millionen die hier in den staatsforsten geschlagen werden größtenteils im landkreis für infrastruktur ausgeben und nicht den großteil davon im großraum münchen für ein 10 autobahnspur

      -> mieten sinken in den ballungsgebieten
      ->die im grundgesetz stehende gleichheit der lebensverhältnisse wäre erfüllt

      -> scheinbar ist das jedoch nicht der wille der politiker
      der der einwohner hier momentan noch allerdings wenn alle abgewander sind interessiert das dann auch hier niemanden mehr

    • @A.Boeing

      Könne Sie nur dämlichen Schwachsinn hier vertreiben?!

      Die Sozialhilfeempfänger gehen schon lange nicht mehr wählen!! Anscheinend leben Sie immer noch in der Steinzeit...tzzt...

      Ich glaube, dass eher Sie zu dieser Gruppe gehören. Denn die meißten sind ja leider auch nicht so intelligent. Im übrigen würden Fiskalschwache eher NPD wählen....wie die Mitte eh.

    • Es ist allerhöchste Zweit für die Unabhängigkeitserklärung der Bayern!!!

    • Die Sozialhilfeempfänger sind leicht zufriedenzustellen und soooo dankbar für jede kleine staatliche Zuwendung. Und wenn man ihnen noch vorgaukelt, daß sie die Regierenden (ab)wählen dürfen, dann kennt ihr Zuspruch für die da oben keine Grenzen. Wohingegen die Millionäre ziemlich verwöhnt sein dürften. Und unabhängig, d.h. die da oben brauchen sie eigentlich gar nicht, und deren Entbehrlichkeit können sie jederzeit auch durch Flucht in wirtschaftlich und politisch bessere Gefielden anzeigen. So was mögen Politiker (Politikerinnen sollen auch nicht unerwähnt bleiben!) gar nicht, daß man ihnen die eigene Überflüssigkeit vor Augen führt. Daher dürfte die es vorgezeichnet sein, wohin diese Reise geht.

    • Dieser Atlas wird so gesteuert wie Umfragen im Fernsehen wo man ja oder nein antwortet.

      " Sind sie für eine große Koalition? 80% Ja

      14 Tage später sind nur noch 40% dafür.

      Deutschland wird in den nächsten Jahren immer mehr Amerikanisiert werden was Arbeit,Gewalt,Lebensqualität
      betrifft. Die Mittelschicht wird in 10 Jahren komplett aufgelöst sein und die Zange zwischen Arm und Reich wird
      auseinanderspringen. Die Vorhersage das wir in 10 Jahren Rentner auf der Strasse leben sehen, kann jeder heute schon sehen. Mieten werden trotz Mietbremse in 10 Jahren um 50 bis 70 % steigen. Selbst zwei Gehälter reichen nicht aus um sich Kinder zu leisten. Heute gehen 35% -505 des Einkommen für die Miete drauf. In 10 jahren sind es 50% - 70% des Gehaltes. Bei Paaren darf da niemand ausfallen, alleinerziehende haben null Chancen. Städte verkommen und werden zu Slums. Umgeben von Billionen von Euros deren Besitzen nicht wissen wohin mit dem Geld und wo sie
      es investieren können um noch mehr Geld zu verdienen.

      Die Welt wird zur Spielbank und niemand schreitet ein.
      die EZB senkt den Zins bald bis auf Null und die Kellen
      tauchen ein in Millionen Euro. Dragi die Ziehpuppe Amerikanischer Münzhändler kennt seine Aufgaben. Europa
      muss ein Platz zum Spekulieren sein und bleiben,. Dazu braucht man billiges Geld.

      Der kleine Mann bekommt in Deutschland bis heute nicht einmal gesetzlich ein schlichtes Girokonto und selbst wenn die ersten Menschen auf dem Mars laufen, wird ein Girokonto für viele Menschen unerreichbar sein.

      Zuwanderung ein Land mit Doppelpässen unüberlegt bis Überfordert.

      Ein Bilanz bis in das letzte Dorf Deutschland würde 2 Jahre dauern und dürfte nicht veröffentlicht werden.

    • ich bin für absolut gleiche Verhältnisse in Deutschland.
      Alle Fußballvereine müssen in die Bundesliga und dort alle auf den ersten Pklatz!

      Alles andere wäre ungerecht!!!

      Wenn jemand ernsthaft solch einen Vorschlag machen würde, würde er von ca. 80% der Deutschen ausgelacht.

      Aber bei allen anderen Gleichmacherstudien oder Vorschlägen schreien die gleichen Leute "Hurra"

      (...)

      Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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