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Zum Tag der Arbeit Nicht weniger, aber anders

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Weniger Hierarchie, mehr Flexibilität
Die Lieblingsarbeitgeber der Manager
8. Platz: Lufthansa und Google
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Trotz der Probleme bei der Lufthansa ist die Airline ein beliebter Arbeitgeber, sie liegt gleichauf mit dem Internetkonzern Google. Das geht aus der Studie „Arbeitgeberattraktivität für Führungskräfte 2015“ hervor, für die 300 Führungskräfte quer durch alle Branchen befragt wurden. Als wichtigste Kriterien für den Wunscharbeitgeber wurden in der Studie mit 36 Prozent ein attraktives Gehalt und Sozialleistungen genannt.

(Foto: dpa)
7. Platz: Porsche, BASF, Bosch
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Ein Porsche 911 GT3 wird auf dem Genfer Autosalon präsentiert: Die Führungskräfte setzen insbesondere auf Arbeitsplatzsicherheit (32 Prozent). Danach erst achten die Manager auf eine interessante Aufgabenstellung (26 Prozent) und Aufstiegschancen (22 Prozent).

(Foto: dpa)
6. Platz: Apple
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Apple hat mit iPhone und iPad Geräte gestaltet, die ganze Branchen verändert haben. Tatsächlich fallen auch für 20 Prozent der Führungskräfte attraktive Produkte ins Gewicht. Deutsche Manager achten außerdem auf eine gute Work-Life-Balance (21 Prozent) – wobei der iPhone-Hersteller diese nicht unbedingt bieten kann.

(Foto: AFP)
5. Platz: Audi
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Auf dem 5. Platz steht die VW-Tochter Audi. Der Studie zufolge ist das kein Wunder: „Die Automobilbranche steht wirtschaftlich sehr gut da. Die Bezahlung ist attraktiv und die Aufstiegsmöglichkeiten in den großen Unternehmen sind vielfältig“, kommentiert Michael Faller, Geschäftsführer der Baumann Unternehmensberatung, die das Ranking in Auftrag gab.

(Foto: dpa)
4. Platz: Siemens
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Deutsche Traditionsfirmen stehen gegenüber den neuen Stars der IT- und Internetbranche gut da und sind für Führungskräfte weiterhin attraktiv – so auch Siemens.

(Foto: Reuters)
3. Platz: Volkswagen
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Noch besser als die Premiumtochter Audi steht der Mutterkonzern Volkswagen da, die Führungskräfte wählten ihn auf den 3. Platz. „Sicherheit und ein hohes Gehalt werden mit zunehmender Hierarchiestufe wichtiger. Und diese Vorzüge werden häufig vor allem den großen Traditionsunternehmen zugeschrieben“, beobachtet Faller auch bei seiner Tätigkeit als Personalberater.

(Foto: dpa)
2. Platz: BMW
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BMW ist der zweitbeliebteste Arbeitgeber. Aber auch wenn die Autohersteller die Top Ten dominieren zeigen sich die Führungskräfte insgesamt von der Branchenzugehörigkeit eines Unternehmens eher unbeeindruckt.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Alle Rahmenbedingungen deuten darauf hin, dass seine Bedeutung erheblich zurückgehen wird. Stattdessen nehmen informelle Formen der Beschäftigung – lange Zeit das Kennzeichen von Entwicklungsländern – auch in der entwickelten Welt zu. In dieser Hinsicht gibt es also eine Angleichung der Herausforderungen auf globaler Ebene.

Eine Zukunft, die durch weniger formelle Arbeitsverhältnisse gekennzeichnet ist, stellt freilich eine gesellschaftliche Errungenschaft infrage, die viele Menschen in den reichen Ländern längst als selbstverständlich betrachten – und die von vielen Menschen in Entwicklungsländern angestrebt wird: die solide soziale Absicherung durch permanente „normale“ Arbeit.

Immer mehr ehemals unternehmerische Risiken werden nun auf die arbeitenden oder konsumierenden Individuen übertragen. Für die meisten Gesellschaften, gerade in den Entwicklungsländern, ist dieser Trend nicht neu. In weiten Teilen der Welt sind Arbeitnehmerrechte und soziale Sicherungssysteme bislang kaum bekannt oder zumindest sehr unterentwickelt.

Dagegen sind viele alte Industrieländer nur schlecht auf eine Welt mit erhöhter Eigenverantwortung und individueller Risikobereitschaft vorbereitet. Während etwa das Sozialmodell der USA seit jeher primär auf die individuelle Übernahme finanzieller und wirtschaftlicher Risiken gegründet ist, gilt für Europa das Gegenteil. Risikoübernahme ist dort Bestandteil des Verständnisses von Freiheit. Trotz aller Nachteile des amerikanischen Modells: Den Europäern wird ein Umdenken deutlich schwerer fallen. Sie sind es gewohnt, dass die Gesellschaft als Ganzes existenzielle Risiken absichert. Nun müssen aber die Systeme angepasst oder aufgegeben werden.

Die „New Economy“ erfüllt den Menschen auf der einen Seite ihren Wunsch nach weniger Hierarchie, mehr Flexibilität und stärkerer Zielorientierung. Mehr Möglichkeiten zum unternehmerischen, eigenverantwortlichen Handeln am Arbeitsplatz und Vergütungsmodelle, die Leistung honorieren statt Präsenz, sind auf dem Vormarsch. Aber dieser Zugewinn an Flexibilität hat auch seinen Preis. Die zentrale Herausforderung besteht darin sicherzustellen, dass die „schöne neue Welt“ der Arbeit nicht zu einer zu weitgehenden Risikoverlagerung von Unternehmen (und Kapital) zum Individuum führt.

Was wir als Arbeitsökonomen bisher absehen können: Die Arbeit wird nicht weniger. Digitalisierung und Automatisierung sind keine Jobkiller. Doch die Arbeit der Zukunft wird Formen annehmen, die sich substanziell von dem unterscheiden, was die Menschen in den Industrieländern seit rund einem Jahrhundert gewohnt sind.

Es müssen daher innovative Lösungen gefunden werden, um insbesondere die soziale Sicherung zukunftsfest zu machen. So müssen etwa Sozialversicherungsansprüche und betriebliche Versorgungsregeln von einer langjährigen Beschäftigung im selben Unternehmen entkoppelt werden und auch länderübergreifend gelten. Beschäftigte sollten keine Ansprüche einbüßen, ganz gleich, welche Erwerbsbiografie sie verfolgen. Zugleich muss die private Altersvorsorge gegen extreme Schwankungen der Finanzmärkte geschützt werden.

Unvorstellbare Chancen
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