Zuschussrente Heftiger Widerstand für von der Leyens Rentenpläne

Es hagelt Kritik von allen Seiten: Für ihr Renten-Konzept erhält Arbeitsministerin von der Leyen wenig Zustimmung. Alternativen zur Zuschussrente gibt es nicht, dabei droht auch vielen Normalverdienern Altersarmut.
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Von der Leyen stößt auch in den eigenen Reihen auf Widerstand. Quelle: dpa

Von der Leyen stößt auch in den eigenen Reihen auf Widerstand.

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BerlinMit ihrer geplanten Zuschussrente gegen Altersarmut stößt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf geschlossenen Widerstand - nicht nur in der Koalition, sondern auch bei Arbeitgebern, Gewerkschaften und Opposition. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht daher wenig Chancen für eine schnelle Verwirklichung. „Wir stehen in der Union vor einer langen Debatte, um die Probleme zu lösen“, sagte sie bei der Bundesdelegiertenkonferenz der Senioren-Union der CDU am Montag in Recklinghausen.

Es müsse eine Balance zwischen den Interessen der jüngeren und der älteren Generation gefunden werden, sagte die Kanzlerin vor der Seniorenorganisation. „Es ist wichtig, dass Sie beim Rentensystem die nötige Sicherheit haben und die Jüngeren das nötige Vertrauen.“ Durch ihren Sprecher hatte die Kanzlerin zuvor in Berlin eine eingehende Prüfung des Konzepts ankündigen lassen - „in allen Aspekten“ und „in aller Ruhe“. Bisher hieß es, Merkel stehe hinter von der Leyen und stütze sie gegen die zum Teil massive Kritik aus der FDP.

Im Mittelpunkt der Kritik an von der Leyens Plänen steht ihre Absicht, die angestrebte Aufstockung von Mini-Renten mit Beitragsgeldern aus der Rentenkasse zu finanzieren. Dagegen laufen vor allem jüngere CDU-Abgeordnete Sturm, weil so junge Beitragszahler zusätzlich belastet würden. Von der Leyen will sich mit ihnen am Mittwoch treffen.

Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs (CDU) bekräftigte die Ablehnung des CDU-Wirtschaftsflügels. Er sagte der „Rheinischen Post“: „Die Bekämpfung von Altersarmut ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie muss aus Steuermitteln finanziert werden - und nicht mit dem Geld der Beitragszahler.“

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16 Kommentare zu "Zuschussrente: Heftiger Widerstand für von der Leyens Rentenpläne"

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  • Der Krieg ohne Waffen wird schon seit dem verlorenen Krieg 1945 gefuehrt. Der Versailler Vertrag war ein Schandfleck,der war der Anfang vom Ende Deutschlands.

  • @Mawo. Es wurde vielleicht von Ihnen mißverstanden. Ich habe die Beamten ausdrücklich nicht den Parasiten gleichgestzt! Mein bedingter und nicht ausdiskutierter Vergleich zur Klasse der Ausbeuter sollte vielmehr die Kritik an Soso`s Marxsche-Klassenkampf-These, was meiner Meinung nach völlig daneben lag, sein.

  • @ Osterwelle,
    Beamten Parasiten gleich zu setzen ist eben nicht korrekt.
    In meinem Bekanntenkreis sind Beamte der oberen Vergütungsschicht, die sehr deutlich die Schieflage auch als solche erkennen und im "kleinen Kreis" als falsch bewerten.
    Aber ich kann doch einem Beamten keine Schuld geben wenn er Vergünstigungen die eine Politik ihm zugesteht nicht ablehnt?!
    Es ist auch nur (noch) ein "harter Kern" der unbelehrbar die Vernichtung des sozialen Friedens in der gesamten Republik für eine weitere Vorteilsnahme und Begünstigung im Amt in Kauf nimmt.

  • @ Soso,
    zur Korrektur die Kürzung von Beamtenpensionen die folgenden Links zur gefl. Bedienung:
    www.nachdenkseiten.de
    www.beamtenpensionen.de
    Auch BMs sind teilweise auskunftsfreudig.
    Keine Beamtenpension wurde der Steigerung von Brutto- auf Nettogehalt angepasst - Renten sehr wohl.
    Einer Pension wurde weder ein demografischer Faktor noch ein Nachhaltigkeitsfaktor zu Grunde gelegt, geschweige eine Pension, inflationsbereinigt definitiv gesenkt - Renten sehr wohl.
    Auch der Reduzierung von ~60 auf aktuell ~51% des Lebensarbeitsentgelt, bei 19,5% Beitragsleistung der Renten, stehen ~71% aus den letzten Jahren (und damit der höchsten) Gehaltsjahren aus 0,2% Umlage gegenüber.
    Die ~1995, für 10 Jahre, eingeführte Rücklagenbildung für Pensionen war wohl auch kaum als solche zu bezeichnen?!.
    Dass der Gesetzgeber den gew. Beschäftigten oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze und Selbständigen grundsätzlich eine eigenverantwortliche Alterssicherung zugestand, sich selber und Beamten aber nicht, das könnte direkt auf einen unterschiedlichen IQ gemünzt werden.
    Aber Vorsicht bei einer empörten Reaktion, dann wären doch logischerweise bereits die Gehälter von späteren Pensionsempfängern zu hoch angesetzt.

  • Würde man nur einen Teil der Fremdleistungungen, die die Politiker unserem Land aufbürden, den Rentnern zukommen lassen, bräuchte sich hier niemand mehr um Altersarmut Gedanken machen: Es wäre genug für alle da.
    Manchmal habe ich den Eindruck, wir haben ähnliche Zustände wie zu den Zeiten des Versailler Schanddiktats: Tanzt Deutschland nicht nach der europäischen Pfeife, wird es beschimpft, verunglimpft oder mal wieder braun angstrichen. So kann man Krieg führen ohne Waffen.

  • Die Politiker hampeln nicht, sie überlegen nur sehr schlau, wie sie ein von Ihnen beschriebenes einfaches Gerechtigkeitsprinzip in ein kompliziertes "sozial gerechtes" Prinzip umkreieren können. Wer dabei + und wer - macht dürfte langjährigen Bürgern wohl klar sein. Oder meinen Sie wirklich, bei den Parteienoberen (Fr. von der Leyen an der Spitze) will jemand tatsächlich die Altersarmut verhindern? Ha, ha, ha, ha.

  • Falls Sie die Beamten mit der Klasse der Ausbeuter gleich setzen, stimmt ihre Behauptung. Nur das muß man ausdiskutieren.

  • Liebers HB
    von einem Magazin wie dem Ihren erwarte ich, dass wirklich investigativer Journalismus betrieben wird und die Rentenlügen endlich mal aufgedeckt werden.
    Wenn nicht die Presse, wer dann?

  • Es muß zuerst auch einmal differenziert werden, was diese v. d.L ja nicht tut.
    Wenn Frau nur Teilzeit oder auf 400 €-Basid gearbeitet hat, erhält sie logischerweise keine so hohe Rente.
    Wenn sie abr verheiratet ist, der Mann eine Rente bekommt, man vielleicht sogar ein Häuschen hat, kann von Altersarmtu bei Frauen wohl nicht mehr gespriochen werden.
    Und noch einmal: macht Euch doch endlich einmal alle schlau, wie viel Geld aus unserer Rentenvers. von Staat entnommen wird um Staatsaufgaben zu erfüllen, dann wißt Ihr auch, arum die Renten so gering sind.
    Es wird Zeit, dass gegen diesen Diebstahl mal geklagt wird.

  • Wir brauchen keine zusätzliche Rente. Jeder Rentner erhält die Politikerrente, mit der Diätenanpassung und einen Ehrensold! Der Nachteil: Deutschland kann nicht mehr 90% vom Haushalt ausführen, sondern nur noch 50%!

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