Zuspruch aus der Partei Brüderle soll weiterhin Führungsrolle spielen

Der angeschlagene Wirtschaftsminister Rainer Bürderle soll weiter eine Führungsrolle in der FDP spielen. So will es der künftige Partei-Chef Rösler. Am Samstag trat Brüderle indes vom Vorsitz seiner Landespartei zurück.
Update: 07.05.2011 - 14:18 Uhr 2 Kommentare
Rainer Brüderle ist neuer Ehrenvorsitzender seiner Landespartei. Quelle: dpa

Rainer Brüderle ist neuer Ehrenvorsitzender seiner Landespartei.

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Berlin/Mainz Kurz vor dem Rostocker Bundesparteitag der FDP am 13. und 14. Mai stärkt der designierte Partei-Vorsitzende Philipp Rösler Wirtschaftsminister Rainer Brüderle den Rücken. Angesichts der andauernden Debatte um die künftige Parteispitze sagte der Bundesgesundheitsminister dem Nachrichtenmagazin „Focus“, zum neuen Team gehörten „zweifelsfrei alle unsere Minister“. Rainer Brüderle werde „in jedem Fall“ Teil des Teams sein, unabhängig davon, ob dieser sein Amt des Vizevorsitzenden behalten kann. Brüderle stehe für eine solide und erfolgreiche Wirtschafts- und Ordnungspolitik im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft, sagte Rösler.

Brüderle hat bislang einen der FDP-Vizeposten inne. Es wird erwartet, dass er beim Parteitag in Rostock erneut kandidiert. Zuletzt hatte es jedoch viel innerparteiliche Kritik an ihm gegeben. Laut „Focus“ wollen sich die großen Landesverbände wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern beim Parteitag gegen Brüderle stellen. Brüderle selbst lässt bislang noch offen, ob er auf dem Parteitag in Rostock erneut als Parteivize antritt: „Es gibt keinen Zeitdruck. Für meinen marktwirtschaftlichen Kurs als Minister erfahre ich viel Zuspruch.“

Brüderle wird aus Teilen der Partei für die FDP-Krise mit verantwortlich gemacht und zum Rückzug gedrängt. Der junge nordrhein-westfälische Landeschef Daniel Bahr hat für den Parteitag in einer Woche eine Kampfkandidatur um den Vizeposten angekündigt, falls der zur alten Garde der Partei gehörende Minister wieder antritt.

FDP-Generalsekretär Christian Lindner sagte, Brüderle sei „ein erfahrener, starker Wirtschaftsminister, der weiterhin seinen Platz in unserem Team hat. In der Partei sind wir aber dabei, uns gegenwärtig neu aufzustellen.“

Rückendeckung bekommt der Wirtschaftsminister unter anderem von Thüringens Landesvorsitzendem Uwe Barth: „Brüderle soll Parteivize bleiben, weil er ein Kernthema der FDP wie die liberale Wirtschaftspolitik nahezu persönlich verkörpert.“ Auch der Saar-Vorsitzende Oliver Luksic plädierte für Brüderle als Parteivize: „Ich halte viel von seiner Wirtschaftskompetenz, er sollte bleiben.“ Rückhalt gibt es außerdem von Wolfgang Gerhardt. Brüderle sei ein „erfolgreicher Wirtschaftsminister“, sagte der ehemalige FDP-Bundesvorsitzende.

Ungeachtet der innerparteilichen Personaldebatte will Rösler seinen Personalvorschlag erst am Donnerstag präsentieren. Der Gesundheitsminister appellierte an „Kraft und Teamgeist“ aller Liberaler. „Die FDP hat nur einen Schuss frei, und der muss sitzen.“ Dem scheidenden FDP-Chef stärkte er den Rücken: „Guido Westerwelle ist ein guter Außenminister, und das wird er auch bleiben.“

Parallel zu den Diskussionen um seine Person kürten rund 200 Delegierte der rheinland-pfälzischen FDP Rainer Brüderle am Samstag zum neuen Ehrenvorsitzenden der Landespartei. Gleichzeitig verabschiedete sich der 65-Jährige auf dem Mainzer Parteitag nach 28 Jahren aus dem Parteivorsitz. „Die FDP ist für mich die zweite Familie. Wir sind über viele Jahre zusammengewachsen“, sagte Brüderle. Es habe schöne und schwierige Phasen gegeben, die Zusammenarbeit mit der Partei habe ihm immer Kraft gegeben.

Brüderle hatte seinen Posten aufgegeben, nachdem die FDP bei der Landtagswahl im März aus dem Landtag geflogen war. Mit 94,2 Prozent aller Stimmen wählten die Delegierten  Volker Wissing zu seinem Nachfolger.

In seiner Rede in Mainz rief Brüderle die Partei zu Standhaftigkeit auf. „Wir haben eine Niederlage erlitten.“ Das habe aber nicht daran gelegen, dass die FDP eine falsche Politik gemacht hätte, betonte er. Die Partei habe einen Kurs der Mitte, der Vernunft gehalten und in der rheinland-pfälzischen Geschichte viel geleistet. Die Liberalen sollten sich nach Brüderles Ansicht auf ihre Kernthemen besinnen. „Wir dürfen nicht die fünfte sozialdemokratische Partei werden“, sagte er.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Zuspruch aus der Partei: Brüderle soll weiterhin Führungsrolle spielen "

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  • Wenig gekonnt aufbereiteter Stuß! Rösler go home, FDP quit!

  • meine Güte, schickt doch den Brüdele endlich in Pension

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