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Zuwanderung von Arbeitskräften Wirtschaft begrüßt Heils Pläne zur Fachkräftezuwanderung

Arbeitsminister Heil will ein Gesetz zur Einwanderung von Fachkräften auf den Weg bringen. Arbeitgeber und DIHK haben schon einen ganzen Wunschkatalog.
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Hubertus Heil plant, dass Ausländer mit Deutschkenntnissen ohne konkrete Arbeitsplatzzusage ein halbes Jahr lang nach Deutschland kommen dürfen, um Berufsabschlüsse anerkennen zu lassen und einen Job zu suchen.
Hubertus Heil

Hubertus Heil plant, dass Ausländer mit Deutschkenntnissen ohne konkrete Arbeitsplatzzusage ein halbes Jahr lang nach Deutschland kommen dürfen, um Berufsabschlüsse anerkennen zu lassen und einen Job zu suchen.

BerlinMit seinen Plänen, die Zuwanderung gefragter Fachkräfte zu erleichtern, rennt Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bei der Wirtschaft offene Türen ein. „Fachkräfteengpässe sind für mehr als 60 Prozent der deutschen Unternehmen ein erheblicher Risikofaktor für die Geschäftsentwicklung“, sagte der Vizehauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier.

Das exklusiv für das Handelsblatt berechnete Ifo-Beschäftigungsbarometer zeigt zudem, dass die Unternehmen weiter auf Mitarbeitersuche sind. Der Indikator verharrte im Juli mit 104,1 Punkten auf dem hohen Niveau des Vormonats. „Im Moment gibt es keine Anzeichen, dass sich der lang anhaltende Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt abkühlt“, sagte Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe.

Inländische Arbeitskräfte reichten allein nicht mehr aus, um die vielen offenen Stellen zu besetzen, betont Treier. Vor allem für Ausländer mit beruflicher Ausbildung sollte die Einreise erleichtert werden.

Im Handelsblatt-Interview hatte der Arbeitsminister für den Herbst Eckpunkte für das geplante Fachkräftezuwanderungsgesetz angekündigt. Heil plant etwa, dass Ausländer mit Deutschkenntnissen auch ohne konkrete Arbeitsplatzzusage ein halbes Jahr lang nach Deutschland kommen dürfen, um Berufsabschlüsse anerkennen zu lassen und einen Job zu suchen.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hält diese Frist allerdings für zu kurz. In einem Mitte Juli veröffentlichten Positionspapier spricht sich der Verband für eine Frist von einem Jahr aus. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer begrüßt aber, dass Heil jetzt Tempo machen will: „Das bestehende Zuwanderungsrecht muss endlich transparenter, praxisnäher und einfacher gestaltet werden.“

So erteilen in Deutschland heute mehr als 600 Ausländerbehörden Aufenthaltstitel an ausländische Fachkräfte. Hier fordert die BDA eine stärkere Zentralisierung in den Bundesländern, um die Antragsverfahren zu erleichtern.

Korrekturbedarf sieht sie zudem bei der „Positivliste“, auf der die Bundesagentur für Arbeit (BA) Berufe mit Fachkräftemangel auflistet. Diese sei zu eng gefasst. So könne etwa ein ausländischer Energie- und Kraftwerkstechniker nicht einfach als Energie- und Gebäudetechniker arbeiten.

Kramer macht sich dafür stark, die Vorrangprüfung für Auszubildende abzuschaffen: „Jungen Menschen sollte nicht nur der akademische Weg in Deutschland offen stehen, sondern auch der Weg hin zu einem Ausbildungsplatz.“

Bisher muss die BA zustimmen, bevor ein Jugendlicher aus einem Land außerhalb der EU eine Aufenthaltserlaubnis für eine Ausbildung bekommt. Lehrlinge aus der EU haben zudem kaum Zugang zu Ausbildungsförderung.

Und das, obwohl die Betriebe händeringend Berufsnachwuchs suchen. Nach der jüngsten DIHK-Ausbildungsumfrage konnte 2017 gut jeder dritte Betrieb nicht alle Lehrstellen besetzen. Gerade international aufgestellte Unternehmen oder Altenpflegeeinrichtungen hätten großes Interesse, Jugendliche aus Drittstaaten auszubilden, sagt BDA-Präsident Kramer.

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