Einlenken Japans gefordert Olympia-Zuschlag befeuert Fukushima-Debatte

Mit dem Olympia-Zuschlag für Tokio rückt ein brisantes Thema in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit – das havarierte AKW Fukushima. Experten fordern von Japan mehr Transparenz im Umgang mit dem Problem.
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Die Lage am havarierten Atomkraftwerk in Fukushima ist nach wie vor ernst. Quelle: Reuters

Die Lage am havarierten Atomkraftwerk in Fukushima ist nach wie vor ernst.

(Foto: Reuters)

BerlinDie Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2020 an Tokio hat erneut das Problem Fukushima in den Fokus gerückt. Nach Ansicht von Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), sollte sich Japan nun nicht länger internationaler Hilfe für das havarierte Atomkraftwerk verweigern.

„Japan sollte in der Tat internationale Hilfe für den Umgang mit dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima in Anspruch nehmen. Dies würde die Transparenz darüber erhöhen, wie die Lage wirklich ist“, sagte Kemfert im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Wegschauen und Schönreden sind keine geeigneten Maßnahmen zur Bewältigung des Atom-Problems.

Japan solle zudem die Olympia Bewerbung zum Anlass für ein Umdenken nehmen und auf eine wirklich nachhaltige Energieversorgung umsteigen, sagte die Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance (HSoG) weiter. Japan nutze bereits Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz und könne den Anteil erneuerbarer Energien weiter steigern. „Dies würde die Glaubwürdigkeit Japans erhöhen“, sagte Kemfert.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) forderte das Internationale Olympische Komitee auf, Japan zu einem transparenten und konsequenten Umgang mit dem Fukushima zu drängen. „Das IOC muss vor allem darauf bestehen, dass Japan endlich internationale Hilfe bei der Bewältigung der Fukushima-Krise akzeptiert“, erklärte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Sonntag in Göttingen. „Japans Politik des Wegschauens und Schönredens bedroht zehn Millionen Menschen auf den Pazifischen Inseln in ihrer Existenz, da eine radioaktive Verseuchung des Meeres ihre Lebensgrundlage zerstören würde.“ Bislang lehnt Japan internationale Hilfe in der Fukushima-Krise weitgehend ab, obwohl alle Versuche japanischer Experten zur Bewältigung der Katastrophe scheiterten.

„Auch bei der Olympia-Bewerbung Tokios hat Japans Ministerpräsident Shinzo Abe die Fukushima-Krise wieder schön geredet und die Weltöffentlichkeit getäuscht“, erklärte Delius. „Denn der unkontrollierte Austritt radioaktiv verseuchten Wassers in Fukushima ist schon lange kein ‚lokales Problem‘ mehr, sondern wird in vielen Anrainerstaaten im Pazifik als große Gefahr gesehen.“ Der Ministerpräsident hatte gestern bei der Bewerbung Tokios in Buenos Aires behauptet, nur im direkten Umkreis von Fukushima seien Spuren von Radioaktivität im Meer festzustellen.

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5 Kommentare zu " Einlenken Japans gefordert: Olympia-Zuschlag befeuert Fukushima-Debatte"

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  • Das bizarre ist, dass die Bevölkerung tatsächlich immer noch glaubt, es gäbe eine Schwelle unterhalb welcher radioaktive Strahlung unschädlich ist.
    Das ist völliger Unsinn.

    Dieser Grenzwert wird politisch festgelegt und dient nur dazu, der Atomindustrie und auch dem Militär weiter ungestört Ihre Energiegewinnung und Atomforschung zu ermöglichen.
    Jede radioaktive Strahlung hat Auswirkungen auf unsere Zellen und unser Erbgut
    und schädigt diese. Biologisch betrachtet gibt es keinen Grenzwert unter dem Radioaktivität unschädlich ist.

  • "Experten fordern von Japan mehr Transparenz im Umgang mit dem Problem".

    Zunächst ist Fr. Kempfert als Quelle des Berichts natürlich erfrischend. Eine seriöse Berichterstattung hätte sich auf Aussagen eines Strahlenschützers, oder zumindest eines Kernfachmanns gestützt.
    Der Sachhintergrund ist, dass man die verunfallten Kernreaktoren mit externen Pumpen kühlt und das genutzte Kühlwasser in provisorische Tanks leitet. Der eine, oder andere Tank scheint nicht ganz dicht zu sein. Das ist nicht allzu überraschend und sollte eigentlich allenfalls eine Lokalnachricht wert sein. Der Bericht von Fr. Kempfert und dem Journalisten legt nahe dass die Atomweltuntergangskatastrophe eingetreten sei.
    Die Weltmeere enthalten etwa 70 Mrd. to radioaktiver Substanzen. Das Einleiten flüssiger radioaktiver Abfälle ins Meer ist international üblich. Insofern wäre dies eine sinnvolle, praktikable Lösung die viel Geld sparen würde.


























    Wenn man sich den realen Hintergrund

    Vandale

  • Ist doch völlig wurscht, wo die Bestochenen das Dopingtheater 2020 abzuziehen gedenken. In einem Weltkrieg fielen die "Spiele" immer aus. Und bis 2020 werden es die Kriegstreiber in England, Frankreich und den USA doch geschafft haben, den dritten Weltkrieg zu starten...

  • Hochmut kommt vor dem Fall!

    In Deutschland laufen auch noch genug AKW´s!

    Vermutlich muss Deutschland die Sanierungskosten für Fokushima tragen wenn es in Tokio an Olympia teilnehmen will!

  • Experten fordern von Japan mehr Transparenz im Umgang mit dem Problem.
    ____________________

    Nachdem man ja schon so verzweifelt ist in Japan, dass man die Hilfe der Maffia einruft um dem Dreck Herr zu werden und bis heute täglich grössere Mengen kontaminiertes Wasser einfach so in den Ozean rinnen, wäre es schon angebracht, dass man endlich international die Köpfe zusammensteckt, um das Problem anzupacken.

    Wie bei so einer Tatsache gewisse Leute immer noch blöken können, dass Atomkraft akzeptabel ist, ist ein grosses Rätsel.

    Ach ja, Tschernobyl strahlt auch noch immer. Wir strahlen zurück. Man sollte sich da keinerlei Illusionen machen.

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