G7-Gipfel in Kanada - Oxfam Demonstration

Aktivisten von Oxfam machen auf die unbezahlte Arbeiten von Frauen aufmerksam. Mit der Aktion werben sie für mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen.

(Foto: dpa)

++ G7-Gipfel im Newsblog ++ Trump will aus G7 wieder G8 machen – EU lehnt eine Rückkehr Russlands ab

Wenn heute die Staats- und Regierungschefs in Kanada zum G7-Gipfel zusammenkommen, droht nichts Geringeres als die Spaltung der Wertegemeinschaft. Die Ereignisse im Überblick.
Update: 08.06.2018 - 18:34 Uhr Kommentieren

Düsseldorf/La MalbaieDie Teilnehmer des G7-Gipfels, der am Freitag und Samstag in Kanada stattfindet, setzten auf Konfrontation: Die US-Strafzölle erzürnen den Gastgeber und die Europäer. Aber auch der US-Präsident betont, wie unfair sich die Partner verhielten.

Um 17:45 Uhr deutscher Zeit heißt Gastgeber Justin Trudeau seine Gäste willkommen. Danach setzen sich die Staats- und Regierungschefs zu einem ersten Arbeitsessen zusammen. Ob sich die Streitparteien noch verständigen? Die Ereignisse des Tages im Newsblog.

+++ 18:03 Uhr, Großbritannien und USA „gute Freunde“ +++

Großbritannien und die USA bleiben nach Worten der britischen Premierministerin Theresa May „gute Freunde“. Es gebe bei einigen Themen Differenzen, aber darüber könne offen gesprochen werden.

+++ 17:12 Uhr, Trump gelandet +++

US-Präsident Donald Trump ist zu dem von zahlreichen Streitpunkten mit den anderen Teilnehmern überschatteten G7-Gipfel im kanadischen Québec eingetroffen. Er wird zu separaten Treffen mit dem Gastgeber, dem kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau, und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zusammenkommen.

+++ 16:38 Uhr, EU lehnt Rückkehr zu G8-Gipfeln mit Russland ab +++

Die EU lehnt die von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagene Rückkehr zu G8-Gipfeln mit Russland ab. Die 7 sei eine gute Zahl, sagt EU-Ratspräsident Donald Tusk kurz vor dem Beginn des G7-Gipfels. Zudem habe Russland bereits deutlich gemacht, dass es nicht so an dem Format interessiert sei wie andere Partner.

+++ 16:19 Uhr, EU will nicht mit „Waffe am Kopf“ verhandeln +++

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zufolge will die Europäische Union nicht mit einer Waffe am Kopf“ mit den USA über Handel sprechen. US-Präsident Donald Trump sehe vielleicht sein Land unfair behandelt, sagt Juncker weiter. Diese Sicht werde aber nicht von allen geteilt.

+++ 15:28 Uhr, Kreml äußert sich zurückhaltend +++

Der Kreml reagiert zurückhaltend auf den Vorschlag von US-Präsident Donald Trump, die G7 wieder um Russland zu erweitern. „Wir legen den Akzent auf andere Formate“, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der Agentur Tass. Vor einigen Tagen hatte Peskow schon gesagt, dass die Bedeutung der Siebenergruppe großer Industriemächte für Russland sinke. Dafür wachse die Bedeutung der G20, in der Moskau aktiv mitarbeite.

+++ 15:21 Uhr, Italien pflichtet dem US-Präsidenten bei +++

Der neue italienische Premierminister Giuseppe Conte schließt sich dem Vorschlag von US-Präsident Donald Trump an. „Russland soll wieder in die G8. Das ist im Interesse aller“, schreibt Conte auf Twitter.

+++ 14:34 Uhr, Trump fordert, Russland wieder aufzunehmen +++

Vier Jahre nach dem Ausschluss des Landes regt der US-Präsident an, Russland wieder einzuladen – und das G8-Format wieder aufleben zu lassen. „Russland sollte am Verhandlungstisch sitzen“, sagt Trump vor seinem Abflug nach Kanada. Russland war 2014 wegen der Annektierung der ukrainischen Halbinsel Krim und der Unterstützung für pro-russische Separatisten in der Ukraine aus der Elitegruppe ausgeschlossen worden, wodurch diese zur G7 wurde.

+++ 12:28 Uhr, Trump will „unfaire Handelsabkommen“ geradebiegen +++

Er freue sich darauf, unfaire Handelsabkommen mit den G7-Ländern geradezubiegen, verkündet der US-Präsident via Twitter. Wenn das nicht passiere, seien die USA sogar noch besser dran.

+++ 11:33 Uhr, Gipfel macht Aktienanleger nervös – Dax rutscht ab +++

Der deutsche Leitindex fällt zum Wochenschluss um 1,4 Prozent auf 12.635 Zähler. Der Euro Stoxx 50 gibt knapp ein Prozent nach. Ihre Aufmerksamkeit richten die Investoren vor allem auf das Treffen in Kanada. Wegen der von Trump eingeführten Schutzzölle droht Streit auf offener Bühne. „Von Kompromiss und Aufhebung der Strafzölle bis zu einer Verschärfung des Handelsstreits - alles ist heute möglich“, sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi-Trader. Scheitere das G7-Treffen, dürfte der Dax schnell die 12.500er-Marke testen, prognostiziert der Experte. Der Euro fällt wieder unter die Marke von 1,18 US-Dollar

+++ 10:57 Uhr, Chef der Familienunternehmer nennt EU-Maßnahmen „geradezu lächerlich“ +++

Für den Chef der Stiftung Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes, sind die angekündigten europäischen Gegenmaßnahmen zu den amerikanischen Metall-Importzöllen „geradezu lächerlich“. Sie dürften Trump nur „ein müdes Lächeln“ entlocken. „Viel stärker gefährdet ist die deutsche Automobilindustrie“, warnt er in Berlin zudem mit Blick auf angedrohte US-Importzölle auf Autos. Man müsse die Ankündigungen der Amerikaner ernst nehmen. Die europäische Politik habe Trump massiv unterschätzt und stehe jetzt vor den Folgen dieser Fehleinschätzung.

Eine kleine Brauerei in der Region im Osten Kanadas bietet das Bier seit einigen Wochen an - auch im Tagungshotel. Quelle: dpa
Gipfelbier

Eine kleine Brauerei in der Region im Osten Kanadas bietet das Bier seit einigen Wochen an - auch im Tagungshotel.

(Foto: dpa)

+++ 9:20 Uhr, Deutsche Wirtschaft uneinig über beste Strategie im Handelsstreit +++
Die Frage, wie die EU am besten auf die Zölle aus den USA reagieren sollte, beantworten Vertreter der Wirtschaft uneinheitlich. Siemens-Chef Joe Kaeser warnt vor einer weiteren Zuspitzung: „Eskalation war noch nie eine gute Antwort“, sagte er in München am Rande einer Fraktionsklausur der Europäischen Volkspartei (EVP). „Insofern muss man hier schauen, wo die Gemeinsamkeiten liegen und die dann auch finden.“ Die deutschen Familienunternehmen schlagen einen ganz anderen Ton an: Die angekündigten europäischen Gegenmaßnahmen seien „geradezu lächerlich“, sagte der Chef der Stiftung Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes. Zugleich warnt er vor drohenden US-Importzöllen auf Autos: „Ohne Zweifel: US-Autozölle kämen Deutschland teuer zu stehen.“

+++ 8:45 Uhr, Trump will G7-Gipfel früher verlassen +++
US-Präsident Donald Trump will den Gipfel der sieben großen Industrienationen in Kanada vorzeitig verlassen. Er werde direkt von dem G7-Treffen nach Singapur reisen, wo er in der kommenden Woche mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zusammentrifft, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders mit. Dazu werde der Präsident bereits am Samstagmorgen aufbrechen, hieß es. Ein Berater des Präsidenten werde ihn für den Rest des G7-Gipfels vertreten, der am Freitag und Samstag im kanadischen La Malbaie bei Québec stattfindet.

+++ 8:32 Uhr, Kanzlerin Merkel auf dem Weg nach Kanada +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Freitagmorgen zum zweitägigen G7-Gipfel nach Kanada abgeflogen. Welche Gespräche die Bundeskanzlerin am Rande des Gipfels führen wird, war zunächst offen. Als wahrscheinlich galt, dass sie den japanischen Regierungschef Shinzo Abe und den neuen italienischen Amtskollegen Giuseppe Conte treffen wird. Ob es eine Unterredung mit Trump im kleinen Kreis gibt, war zunächst ebenfalls unklar.

+++ 8:24 Uhr, Außenminister Maas kritisiert Trumps Europa-Politik +++
Bundesaußenminister Heiko Maas hat wenig Verständnis für den den außenpolitischen Kurs von US-Präsident Donald Trump. Dessen Nein zum Klimavertrag, die Kündigung des Iran-Abkommens und die Zoll–Angriffe seien allesamt einseitige Entscheidungen zum Schaden Europas, sagt Maas der „Süddeutschen Zeitung“. Trump nehme „bewusst in Kauf, dass die Nachteile sich unmittelbar in Europa auswirken“.

+++ 8:15 Uhr, Proteste in Québec gegen den Gipfel +++

Hunderte Menschen haben im kanadischen Québec gegen den G7-Gipfel führender Industrienationen demonstriert. Die von einem Bündnis mehrerer Widerstandsorganisationen organisierte Demonstration zog am Donnerstagabend (Ortszeit) durch die Innenstadt von Québec. „Die G7 repräsentieren uns nicht“, stand unter anderem auf den Plakaten der Demonstranten. Zu hören waren Slogans wie „Keine Deportationen! Öffnet die Grenzen!“. Die Proteste blieben weitgehend friedlich. Für Freitag und Samstag sind weitere Demonstrationen angekündigt.

+++ 8:08 Uhr, Wirtschaftsminister Altmaier hält Ausgang des Gipfel für ungewiss +++

„Wie dieser Gipfel ausgehen wird, das weiß niemand. Er hat seine eigenen Gesetze“, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Freitagmorgen im ZDF. „Aber es ist richtig, dass es schwieriger ist als in den letzten Jahren.“ Entscheidend sei, ob man die Kraft finde zwischen Europa und den USA, um zu einem gemeinsamen Vorgehen zu kommen – nicht nur in außenpolitischen, sondern auch in wirtschaftspolitischen Fragen wie im Handel. Europa müsse geschlossen auftreten, seine Sicherheitsinteressen in die Hand nehmen und seine Wirtschaftsinteressen stärken, sagte Altmaier.

+++ 8:00 Uhr, Trump schimpft auf Kanada und die Europäer +++
US-Präsident Donald Trump hat schon vor dem Beginn des G7-Gipfels die EU und Kanada wegen ihrer Handelspolitik scharf kritisiert. Die Länder verlangten hohe Zölle und hätten andere Handelsbarrieren errichtet, erklärte Trump am Donnerstag auf Twitter.

Dies sei gegenüber amerikanischen Bauern, Arbeitern und Unternehmen unfair. Würden Zölle und Handelshürden nicht abgebaut, würden die USA mit härteren Maßnahmen reagieren. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der kanadischen Regierungschef Justin Trudeau hatten bei einem Treffen die US-Handelspolitik kritisiert. Macron sagte mit Blick auf Trump: „Niemand von uns währt ewig.“

G7: US-Präsident Trump will den Gipfel vorzeitig wieder verlassen Quelle: dpa
Quebec

Auftakt der Proteste: Demonstranten blockieren während eines G7-Protests die Straße.

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+++ 7:55 Uhr, Handelsstreit ist das Top-Thema +++
Die sieben G7-Staats- und Regierungschefs treffen sich am Freitag und Samstag in Charlevoix am Sankt-Lorenz-Strom.

Der Streit über die Handelspolitik und besonders die US-Zölle auf Stahl und Aluminium dürften das beherrschende Thema sein. Die Staatengruppe ist deswegen so gespalten wie noch nie in ihrer 42-jährigen Geschichte. Weil die Standpunkte der US-Regierung und der übrigen G7-Mitglieder Kanada, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien und Japan so weit auseinander liegen, wird nicht mit einer Einigung gerechnet.

+++ 7:30 Uhr, „Manoir Richelieu“ – Das Hotel der Staatschefs +++

405 Zimmer, fünf Pools, vier Restaurants, Kasino, Golfplatz und dazu ein Panoramablick über den Sankt-Lorenz-Strom: Im „Manoir Richelieu“-Hotel in La Malbaie, etwa 150 Kilometer nordöstlich von Québec, findet von heute an der G7-Gipfel statt. Das 1899 errichtete und 1928 nach einem Brand wiederaufgebaute Hotel ist in Kanada als Luxusferienort berühmt. Mit seinen Zinnen und Türmchen sehe das Fort-ähnliche Gebäude aus „wie das Hauptquartier des Endgegners in einem alten Nintendo-Spiel“, schrieb der Reiseführer „Lonely Planet“ einmal. La Malbaie hat etwa 15.000 Einwohner und gilt als idyllisches Urlaubsgebiet.

„Europa und Kanada müssen Zölle abbauen, sonst ergreifen wir härtere Maßnahmen“

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