+++ Liveblog zum Anschlag in Paris +++ Polizei sucht in Reims nach den Tätern

Zwölf Tote beim Satire-Magazin „Charlie Hebdo“: Der Anschlag von Paris trifft Frankreich ins Mark. Die Täter sollen inzwischen namentlich bekannt sein. Die Polizei fahndet in der Stadt Reims nach ihnen. Alle Nachrichten.
Update: 08.01.2015 - 00:54 Uhr 38 Kommentare
Solidaritätsveranstaltung in Berlin: Die Welt trauert mit Frankreich – und stellt sich dem Terror entgegen. Quelle: dpa

Solidaritätsveranstaltung in Berlin: Die Welt trauert mit Frankreich – und stellt sich dem Terror entgegen.

(Foto: dpa)

ParisAttentäter haben in der Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ ein Massaker verübt. Zwölf Menschen wurden getötet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden rund 20 weitere Personen verletzt. Unter den zwölf Opfern ist auch der Leibwächter des als Charb bekannten Zeichners und Redaktionsleiters Stéphane Charbonnier. Zudem wurde ein weiterer Polizist getötet; damit sind zwei Polizisten tot. Vier Menschen schweben in Lebensgefahr. Die Täter sind auf der Flucht. Wir berichten von den Ereignissen in Paris und den Reaktionen im Liveblog.

Video zeigt Attentäter in Paris

+++ De Maizière: „Terroranschläge haben nichts mit dem Islam zu tun“ +++

Nach dem Attentat auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière vor populistischen Brandstiftern in Deutschland gewarnt. „Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun“, sagte der CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag). Attentate wie das von Paris richteten sich gegen die gesamte Gesellschaft und ihre Werteordnung. Gerade die Menschen, die aus Syrien und dem Irak nach Deutschland kämen, seien dem Terror entflohen und dürften nun nicht ihrerseits in Verdacht geraten, nur weil sie Muslime seien. Die Dresdner Pegida-Bewegung hatte den Anschlag von Paris am Mittwoch als Bestätigung für ihre These vor einer angeblich drohenden Islamisierung Europas gewertet. De Maizière sagte mit Blick auf die umstrittene Bewegung: „Wir lassen uns nicht von Pegida unsere politische Agenda aufzwingen.“

+++ Italien verstärkt Anti-Terror-Schutz +++

Italien verstärkt nach dem Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ seine Sicherheitsvorkehrungen. Die Maßnahmen zielten auf den Schutz „sensibler Ziele“ wie französische, amerikanische und jüdische Einrichtungen, sagte Innenminister Angelino Alfano am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur ANSA. Eine konkrete Bedrohung läge zwar nicht vor. Doch wies Alfano auf die italienische Beteiligung an Anti-Terror-Bündnissen hin. Zudem habe die Terrormiliz Islamischer Staat damit gedroht, sie wolle Rom - das Zentrum des Christentums - einnehmen, sagte er.

„Wir werden die Angreifer so lange jagen wie nötig“
huGO-BildID: 41020112 French soldiers patrol in front of the Eiffel Tower on January 7, 2015 in Paris as the capital was placed under the highest ale
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Nach dem Anschlag auf das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ ist im Großraum Paris die höchste Terrorstufe ausgerufen worden. Die Täter, die nach dem Anschlag „Wir haben den Propheten gerächt“ und „Allah ist groß“ riefen, befanden sich weiter auf der Flucht.

huGO-BildID: 41022490 A woman holds up a placard that reads in French, "I am Charlie" as she and others gather at the Place de la Republiqu
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Zehntausende Twitterer bekundeten auf dem Kurznachrichtendienst ihre Solidarität mit den Opfern etwa unter dem Stichwort (Hashtag) #CharlieHebdo oder #Hebdo. Manche teilten lediglich drei Worte in großen Lettern: „Je Suis Charlie“ (Ich bin Charlie). Auch in Paris kam es zu Solidaritätsbekundungen.

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Ein Attentat sorgt in Frankreich und Europa für Entsetzen: Mehrere Täter haben in Paris Mitarbeiter der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ ermordet. Auf diesem Bild sind die Rettungskräfte bereits am Tatort eingetroffen.

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Das Satiremagazin wurde durch die Veröffentlichung der sogenannten „Mohammed-Karikaturen“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Bei dem Anschlag soll es mindestens zwölf Tote gegeben haben.

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Ein Projektil hat dieses Fenster der Redaktionsräume durchbohrt. Das Gebäude liegt im Zentrum der französischen Hauptstadt.

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Rettungskräfte helfen einem offensichtlich schwer verletzten Mann.

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Inzwischen wurde eine erste Aufnahme der mutmaßlichen Täter veröffentlicht, die sich offenbar ihren Weg freischossen. Im Hintergrund ist ein Polizeifahrzeug zu sehen.

+++ Polizeieinsatz in Reims nach Anschlag auf Satire-Zeitung +++

Nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris sucht die Polizei in der Stadt Reims nach den mutmaßlichen Attentätern. Die Eliteeinheit Raid sei in der nordöstlichen Stadt im Einsatz, sagte einer der Beamten am späten Mittwochabend. Die Polizei rief Journalisten vor Ort zur "größtmöglichen Vorsicht" auf. Entweder werde den Verdächtigen die Flucht gelingen, weil sie gewarnt wurden, oder es werde zu einem Showdown kommen, sagte der Polizist der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatte es Durchsuchungen in Straßburg sowie im Großraum Paris gegeben.

+++ Obama bietet Hollande Hilfe bei Fahndung an +++

US-Präsident Barack Obama hat seinem französischen Kollegen François Hollande in einem Telefonat am Mittwoch persönlich kondoliert. Nach Angaben des Weißen Hauses versprach Obama Frankreich die Solidarität der USA und bot Hilfe bei den Ermittlungen an. Hollande habe dem US-Präsidenten gedankt und über den aktuellen Stand der Fahndung nach den Tätern informiert. Obama, der am Mittwoch zu einer Kundgebung nach Michigan flog, führte das Telefonat an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Zuvor hatte der US-Präsident die Attacke in einer Erklärung als „abscheulich“ verurteilt. Vor Journalisten sprach er später im Weißen Haus von einem „feigen, bösartigen“ Angriff. „Frankreich ist einer unserer ältesten Verbündeten, unserer stärksten Verbündeten“, sagte Obama.

+++ Putin telefoniert mit Hollande: Bluttat von Paris „barbarischer Akt“ +++

Kremlchef Wladimir Putin hat den Anschlag auf das Magazin „Charlie Hebdo“ in einem Telefonat mit seinem französischen Amtskollegen François Hollande als „barbarischen Akt“ verurteilt. Er hoffe, dass die Täter gefunden und ihre verdiente Strafe erhalten würden, sagte der russische Präsident am Mittwoch einer Mitteilung in Moskau zufolge. Putin übermittelte allen Angehörigen und Freunden der Opfer der Bluttat von Paris sein Mitgefühl. Bereits kurz zuvor hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow betont: „Nichts rechtfertigt Terror.“

+++ Deutsche Zeitungen drucken Mohammed-Karikaturen von „Charlie Hebdo“ +++

Eine Reihe deutscher Zeitungen haben nach dem Terroranschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ Mohammed-Karikaturen und andere religionskritische Zeichnungen des Blattes nachgedruckt. Unter der Schlagzeile „Vive la liberté“ („Es lebe die Freiheit“) bestreitet die Berliner Zeitung „B.Z.“ die gesamte Titelseite ihrer Donnerstagausgabe mit Titelbildern des französischen Magazins. Auch andere Blätter zeigen Zeichnungen von „Charlie Hebdo“ auf ihren Frontseiten. „Wir tun das nicht, weil uns alle Karikaturen gefallen“, heißt es in einer Erklärung der „Berliner Zeitung“ an ihre Leser. „Wir veröffentlichen die Satire von Charlie Hebdo aus Respekt vor den Ermordeten, die die Meinungsfreiheit verteidigten.“

+++ Pariser Innenministerium dementiert Festnahme-Berichte +++

Das französische Innenministerium hat Berichte über eine Festnahme der drei Attentäter von Paris dementiert. Das schrieb am Mittwochabend die Zeitung „Libération“, die zuvor selbst über eine angebliche Festnahme berichtet hatte.

Die drei Täter des Terroranschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ sind nach übereinstimmenden Medienberichten identifiziert. Darunter seien zwei Brüder aus Paris mit französischer Staatsangehörigkeit.

Imam ruft Muslime zu Demonstrationen gegen Terror auf
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38 Kommentare zu "+++ Liveblog zum Anschlag in Paris +++: Polizei sucht in Reims nach den Tätern"

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  • Herr Blomenkamp,
    ja, ich glajube, da haben Sie Recht

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  • Herr Traustein
    Hier muß ich Ihnen zustimmen, denn so etwas kan auch bei un passieren
    Es wird Zeit, dass die Presse von ihrem grü-linken Weg runter kommt und aufklärt.
    Sie alle werden nämlich mit betroffen sein, wenn hier was pssiert

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  • @ Gerald Gantz

    Sie sollten es dem Handelsblatt hoch anrechnen dass es überhaupt noch Kommentare zulässt.

    Bei der Welt sind die Kommentare schon geschlossen. Bei Spiegel wurden erst gar keine erlaubt.

  • Pegida hat Recht. Wir sollten aufstehen bevor wir französische oder britische Verhältnisse haben, wo sich die Islam Terroristen schon fest eingenistet haben. ISLAM verbieten, JETZT!

  • Da gehn im Dom die Lichter aus und der Pfaff schaut blöd heraus.

  • Schlimm !

    Trotz Courage die vielleicht jetzt bei den Journalisten angebracht ist - sollten die Medien zu reinem "investigativem Journalismus" zurückkehren !!

    Und endlich aufhören zu Lügen, zu Provozieren, zu Belehren oder zu Beleidigen. gerade in Deutschland haben wir eine Propaganda-Presse wie zu Zeiten der DDR oder in den 30er Jahren. Jeden Tag "Schein-Wahrheit und Erziehung".

    Die Presse-Freiheit darf keine Lügen-Freiheit sein !!

  • Is`n hier los mit der ganzen Löscherei? Haben die Muslime nun zum erlauchten Volk aufgeschlossen?
    Kopf schüttel.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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