„1:12-Initiative“ Schweizer stimmen über Deckelung der Gehälter ab

Die Schweiz als Vorbild für Deutschland? Ein Referendum soll über die Deckelung der Saläre von Managern entscheiden. In der Schweiz angesiedelte Unternehmen sehen den „Anfang vom Ende” und wollen gegebenenfalls fliehen.
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Im Herbst stimmt die Schweiz über die Gehälter-Deckelung ab. Quelle: dpa

Im Herbst stimmt die Schweiz über die Gehälter-Deckelung ab.

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BaselKönnte man auch in der Schweiz den Sozialismus einführen? Die Antwort des fiktiven sowjetischen Radiosender Eriwan ließ einst viele im Osten schmunzeln: „Im Prinzip ja, aber es wär schade um das schöne Land.“ Mittlerweile fragt sich allerdings so manch Schweizer, ob die reiche Alpenrepublik nicht doch irgendwie auf dem Weg in eine staatliche Planwirtschaft ist. Allen Ernstes sollen die Eidgenossen per Referendum über eine Verfassungsänderung entscheiden, die Spitzengehälter in Unternehmen auf das maximal Zwölffache des niedrigsten Mitarbeiterlohns begrenzen würde.

Als die Schweizer Jungsozialisten 2009 die Initiative für ein entsprechendes Volksbegehren ergriffen, wurden sie in der Wirtschaft als politische Irrlichter belächelt. Auch als sie 2011 weit mehr als die 100.000 für das Zustandekommen einer Volksabstimmung erforderlichen Unterschriften bei der Bundeskanzlei in Bern einreichten, wimmelten Unternehmerverbände ab: Für solchen „Unsinn“ werde es niemals eine Mehrheit geben.

Dann kam der 3. März 2013 und die Schweiz machte weltweit Schlagzeilen: Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Eidgenossen einer „Initiative gegen die Abzockerei“ zu, mit der die Kontrolle der Kleinaktionäre über Vergütungen von Spitzenmanagern börsennotierter Unternehmen erheblich gestärkt wird.

Prompt riefen Deutschlands rot-grüne Wahlkämpfer die „Abzocker-Initiative“ zum Vorbild aus. Auf das Trittbrett der „1:12-Initiative“ könnten sie ebenfalls springen. Denn die Abstimmung darüber im Nachbarland wird voraussichtlich genau in die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes im September fallen. Und „Gerechtigkeit wird das zentrale Thema des Wahlkampfes“, wie neben anderen Katrin Göring-Eckardt erklärte, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen.

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25 Kommentare zu "„1:12-Initiative“: Schweizer stimmen über Deckelung der Gehälter ab"

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  • Jetzt ist der richtige Zeitpunkt wo sich Deutschland und die anderen Länder mit der Schweiz solidarich erklären.
    peter100meter

  • @balubalu
    Da sind sie leider ganz falsch informiert. Lesen Sie mal Ihren EK-Bescheid und achten Sie auf die Angabe des Grenzsteuersatzes !

  • Sorry ! War als Antwort für balubalu.

  • Da sind sie leider ganz falsch informiert. Lesen Sie mal Ihren EK-Bescheid und achten Sie auf die Angabe des Grenzsteuersatzes !

  • Die Frau Göring-Eckardt hat zumindestens ein Abitur und abgebrochenes Theologiestudium. Jeder der im Verdacht steht seine Doktorarbeit ansatzweise abgeschrieben zu haben, darf sich aus der Politik verabschieden und wird des Landes "verwiesen". Wo leben wir bloß ? Mit dieser Qualifikation hat jeder Schulabgänger Probleme eine Lehrstelle zu finden. Und davon gibt es noch mehr ...!
    Pisatest für Politiker !

  • Weil die meisten hier den plumpen Ablenkungsversuch auf eine Minderheit durchschauen. Frau Göring-Eckardt hatte zu rot-grünen Zeiten noch ganz andere Ansichten als jetzt in der Opposition...

  • "50% meines Gewinnes muß ich an das Finanzamt abführen" ist ein rein erfundenes odernachgeplappertes "Totschlagargument".

    Zur Einkommenssteuer kommt die Gewerbesteuer hinzu. Gibt man den versteuerten Gewinn dann aus, bezahlt man Mehrwertsteuer sowie diverse Sondersteuern.

    Ein normaler Arbeitnehmer in Deutschland zahlt heute in der Summe rund 80% seines Gewinnes in diverse Umverteilungstöpfe ein.

    Welches Einkommen für Sie als 'genug' ist, ist mir persönlich schnuppe. Wenn _Sie_ jemals 500.000EUR (oder mehr) verdienen und dann freiwillig alles darüber an den Staat spenden, DANN können Sie den moralischen Finger heben. Bis dahin gilt: Sie sind schlicht neidisch und wollen sich am Einkommen anderer Menschen bereichern.

  • ich meine, die immer wiederkehrende Bahauptung: "50% meines Gewinnes muß ich an das Finanzamt abführen" ist ein rein erfundenes odernachgeplappertes "Totschlagargument".
    Der Blick in die Einkommensteuertabelle des Bundes Finanzministeriums verrät, daß erst bei einem "steuerpflichtigen!!!" Einkommen von mehr als
    € 600.000,00 p.a. (also € 50.000 pro Monat) 42% EKSt.(plus Soli) fällig werden.
    Wer soviel persönliches Einkommen versteuern muß sollte mit dem Jammern aufhören, bitte!!!
    Noch mehr Einkommen macht Sie auch nicht glücklicher.
    Denken Sie mal an den "Jedermann".

  • So ganz langsam werden die Grünen und sonstigen Sozis in Europa brandgefährlich.
    Man kann über Manager-Gehälter diskutieren ja, aber nicht in der Art, wie das jetzt gemacht wird.
    In Deutschland muß zuerst einmal über die vielen Subventionen geredet werden, die solche Großbetriebe auch noch erhalten. Das ist nämlich das Geld der Steuerzahler. Wenn Betriebe hohe Gewinne einfahren, dann haben sie auch genug Geld für neue Innovationen oder ähnliches, da muß nicht der Staat subventionieren. Das hat seit der Merkel-Ära enorm zugenommen.
    Und diese Göring-Eckardt soll mal ihren sozialistischn Mund halten. Die redet von Gerechtigkeit? Die war eine knallharte Verfechterin von Hartz IV

  • Was hat den mein Kommentar mit Sozialismus zu tun.
    Das Thema ist und war "Angestellte Manager". Kein Schweizer regt sich auf wenn ein Selbständiger Millionen verdient. Sehr wohl jedoch wenn eine der Größten Banken der Welt UBS mit Mrd. gestützt werden muss und die verantwortlichen mill. Boni kassieren. Und es ist hier im Bsp. Banker so das kein einziger mit eigenem Vermögen haftet. Auch die Eigentümer der Bank (nicht der Kleinsparer) wälzen Ihre Verluste auf den Steuerzahler ab. HRE, COBA, Bankia,AIG, Alle LB usw. usf. Ich jedenfalls kenne bis heute keinen der für den "normalen Geschäftsbetrieb" haften musste.

    Von mir aus kann jeder Selbständige welcher mit eigenem Vermögen haftet gerne Millionen verdienen. Es ist sein Engagement, Seine Arbeit, seine Ideen und somit sein Verdienst und er hat lediglich im Sinne der jeweils nationalen Gesetzgebung seine Steuern und Abgaben zu bezahlen.
    Ein Angestellter Mgr. welcher jedoch das 100-400 fache Durchschnitts-Gehalt eines Mitarbeiters hat ist unanständig und skandalös. Vor 2.Jahrzehnten waren es noch das max. das 15-30 fache.
    Blickt man auf die Bilanzen der US amerikanischen Unternehmen so betragen in vielen Fällen alleine die Vergütungen des obersten Mgmt. 30-50% des eigentlichen Unternehmensgewinns. Und dies ohne Risiko für den MGR. Letzte große Abfindung für einen US Mgr. 273. Mill US-$. Gibt es mal keine Gewinne so entstehen umgekehrt enorme Verluste, welche dann eben wieder über nicht zu zahlende Steuern auf den Bürger zurückfallen.
    Sozialsmus ? Nein ganz einfach "Haftung für Mgmt und Aufsichtsräte"

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