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100 Jahre Erster Weltkrieg Wie konnte es so weit kommen?

Heute vor 100 Jahren erklärte das Deutsche Reich Russland den Krieg. Die folgenden vier Jahre brachten Millionen den Tod und bereiteten Hitler den Weg. Doch wie kam es dazu? Und welche Schuld trägt Deutschland wirklich?
16 Kommentare
Das Leben und Leiden der Soldaten
Erster Weltkrieg - Mobilmachung
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Mobilmachung im August 1914 in Deutschland: Die Menschen Unter den Linden in Berlin greifen nach den Extrablättern, die den Ausbruch des Krieges bekanntgeben. Vor allem in den Gesichtern der Damen ist eher Sorge als Freude zu erkennen ...

(Foto: dpa)
Deutsche Soldaten ziehen in den Ersten Weltkrieg
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... was sich kurz darauf zumindest scheinbar ändert: Die deutschen Soldaten ziehen in den Krieg und verabschieden sich voller patriotischem Pathos von ihren Liebsten.

(Foto: dpa)
Erster Weltkrieg - Mobilmachung
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Ob jung oder alt – die Kriegsbegeisterung in Deutschland war groß. Auch dieser nicht mehr ganz so junge Freiwillige ließ sich offenbar davon anstecken. Der festlich geschmückte Zug brachte die Truppen an die Westfront. Das Bild stammt aus dem August 1914 und wurde in Leipzig geschossen.

(Foto: dpa)
Erster Weltkrieg - Mobilmachung
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Über Metz nach Paris: Viele lachende Gesichter sind zum Abschied in München zu sehen. Ein großer Teil der Soldaten sollte nicht von der Front zurückkommen. Die traurige Bilanz nach vier Jahren Krieg: rund 8,5 Millionen Gefallene, über 21 Millionen Verwundete und fast 8 Millionen Kriegsgefangene und Vermisste.

(Foto: dpa)
huGO-BildID: 37546298 FOUR OF ONE HUNDRED PHOTOS WORLD WAR ONE CENTENARY TIMELINE - In this undated file photo, Prussian soldiers leaving Berlin for
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Abschied in Berlin: Hier bekommt ein Soldat Blumen, die ihm Glück bringen sollen.

(Foto: ap)
huGO-BildID: 37546517 FORTY FOUR OF ONE HUNDRED PHOTOS WORLD WAR ONE CENTENARY TIMELINE-In this undated file photo, a British recruiting poster displ
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Die Briten mussten zu Beginn des Krieges Freiwillige mobilisieren, da die allgemeine Wehrpflicht erst 1916 eingeführt wurde. Hier wirbt Feldmarschall Herbert Kitchener für die Sache.

(Foto: ap)
Österreich im ersten Weltkrieg
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Für viele Soldaten hieß es zunächst einmal: marschieren. Hier ziehen österreichische Soldaten mit Pferden durch ein Tal im Grenzgebiet zwischen Österreich und Italien.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Führung des Deutschen Reiches hatte am 2. August 1914 ein ernstzunehmendes Problem: Die Kriegserklärung an Frankreich zu formulieren war keine einfache Sache. Man konnte nun mal weder einen Kriegsgrund noch ein Kriegsziel vorweisen. Anders als tags zuvor bei der Kriegserklärung an Russland, die ja ihrerseits Österreich-Ungarn angriffen, weil diese Serbien den Krieg erklärt hatten: Da ließ sich wenigstens noch Bündnistreue hineinschreiben.

Und so schlitterten vor einhundert Jahren 38 Staaten in den Ersten Weltkrieg, ohne dass es tatsächlich für irgendjemanden irgendetwas Konkretes zu gewinnen gab: „Deutschland hatte kein Ziel, außer den Partner zu retten. Der Partner hatte kein Ziel außer ordinärer Rache“, schreibt der Historiker Jörg Friedrich in seinem Buch 1914/1918.

Historiker streiten bis heute, ob die europäischen Staaten vor den Todesschüssen auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand einen Krieg wollten. Vielleicht ein glorreiches schnelles Scharmützel für Ruhm und Ehre, aber sicher keine jahrelange Auseinandersatzung.

Und dennoch stolperten die Mittelmächte (Deutsches Reich, Österreich-Ungarn) auf der einen Seite und das Dreierbündnis Frankreich, Russland und Großbritannien in einen Krieg, dessen furchtbare Folgen sich niemand auch nur im Ansatz ausmalen konnte. Wie kam es dazu? Immerhin hatte zwischen 1871 und 1914 eine der längsten Friedensphasen in der Geschichte Europas geherrscht.

Es gab keine Angriffsbündnisse – nur solche zur Verteidigung. Warum hat der deutsche Botschafter also am 1. August 1914 um 17 Uhr in St. Petersburg die Kriegserklärung an Russland übergeben? In erster Linie herrschte ein eklatanter Mangel an Vertrauen und Informationen. Die mit der extrem komplizierten Gesamtsituation heillos überforderten Entscheidungsträger wussten zu wenig über die Gedanken der potenziellen Gegner.

Brexit 2019
Welche Schuld das Deutsche Reich am Weltkrieg trug
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16 Kommentare zu "100 Jahre Erster Weltkrieg: Wie konnte es so weit kommen?"

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  • @wolf baer
    5. Immer laut HURRA und JAAAA geschrien wenn die "Fuehrer" mal wieder irgend welchen Schwachsinn ausgeheckt haben. Die Deutschen sind der perfekte Untertan, ein wenig Propaganda und schon macht der Durchschnitts-Michel mit Begeisterung jeden Unsinn mit.

  • Da haben Sie leider im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst. Der Spruch: "Es muss Blut fließen, viel Blut". stammt, nämlich genau vom Kriegstreiber Kaiser Wilhelm II.

    Das der nicht viel Ahnung vom Militär hatte, steht auf einem anderen Papier. Der Krieg konnte (und kann) nur für die Militärs (Hindenburg, Ludendorff & Co.) sowie für die deutschen Großindustriellen (Krupp, Thyssen & Co.) vorteilhaft (gewesen) sein.

  • Unser Willi hat sogar an Niko eine Brief geschrieben, mit der Bitte, die Mobilmachung auszusetzen. Die "gekrönten" Herrscher wollten keinen Krieg. Es waren die Politiker, die Blut sehen wollten.

  • Seit Anbeginn der menschlichen Geschichte steckt hinter jedem Krieg immer ein Politiker.

  • Sie meinen doch nicht im Ernst die AfD.

    Auf solche "Alternativen" (besser alte Naive!) kann Deutschland getrost verzichten ...

  • Um Gottes willen!
    Bitte gehen Sie zur Wahl, denn es gibt eine vernünftige politische Alternative für Deutschland!


  • In all den Zeiten agierten zwischendurch kriminelle Politiker und Banker.

    Siehe Zielsetzungen seit 2000....

  • Und wie immer blendet man total die Zielsetzungen des Empires aus... dabei sind gerade in letzter Zeit nette Dokumente aufgetaucht und vieles ist noch unter Verschluß... Schon lustig das die Klonial Mächte die sich den Globus aufgeteilt haben anderen Imperiale Bestrebungen vorwarfen...Kein wort zur Bagdad Bahn....die die Seemächte empfindlich im handel getroffen hätte und noch son paar Kleinigkeiten.....

    … letztendlich wurden zwei Weltkriege geführt, um eben das, eine dominante Rolle Deutschlands, zu verhindern. — Henry Kissinger, „Welt am Sonntag“ vom 23. Oktober 1994

  • Diese Polit-Dilettanten in Berlin kann man ernsthaft nicht mehr wählen!

    Deutsche boykottiert die nächsten Wahlen - mal schauen was passiert, wenn Politiker merken, dass sie keinen Rückhalt mehr im Volk haben.

    Einfach mal nicht zur Wahlurne schreiten!

  • Seit den Massenvernichtungswaffen im Irak, Syrien und jetzt Gaza wissen wir, wer seit 150 Jahren hinter fast jedem Krieg dieser Welt steht.

    Langsam erkennt die Welt, wer die Kriegstreiber und wahren Hintermänner sind.

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