Weltkriegsgedenken Ein Museum am „Berg des Todes“

30.000 Soldaten starben am Hartmannsweilerkopf im Elsass. Jetzt entsteht hier das erste deutsch-französische Museum zum Ersten Weltkrieg. Den Grundstein legten Bundespräsident Gauck und Frankreichs Staatschef Hollande.
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Bundespräsident Gauck (l.) und Frankreichs Staatschef Hollande in den nationaler Gedenkstätte Hartmannswillerkopf. Quelle: AFP

Bundespräsident Gauck (l.) und Frankreichs Staatschef Hollande in den nationaler Gedenkstätte Hartmannswillerkopf.

(Foto: AFP)

StraßburgIm Elsass wird er „Menschenfresser“ oder auch „Berg des Todes“ genannt – der 956 Meter hohe Hartmannsweilerkopf im Süden der deutsch-französischen Grenzregion war im Ersten Weltkrieg Schauplatz blutiger Schlachten. Schätzungsweise 25.000 bis 30.000 deutsche und französische Soldaten fielen in den Schützengräben dieser Bergkuppe in den Vogesen.

Genau dort entsteht nun hundert Jahre später ein deutsch-französisches Museum als Symbol für die Aussöhnung: Den Grundstein dafür legten Bundespräsident Joachim Gauck und der französische Staatschef François Hollande am Sonntag bei einer gemeinsamen Gedenkzeremonie.

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Hollande hatte Gauck am Morgen in der Gedenkstätte an dem 956 Meter hohen Hartmannsweilerkopf nahe der Ortschaft Wattweiler empfangen. Nach einer langen Umarmung schritten beide Politiker in einem Meer aus deutschen und französischen Fahnen zu einer Nekropole, in der die Gebeine von rund 12.000 deutschen und französischen Soldaten bestattet sind. Anschließend besichtigten sie die teilweise noch sehr gut erhaltenen Schützengräben mit hunderten von Unterständen und Bunkern.

Die erbitterten Stellungskämpfe am Hartmannsweilerkopf begannen 1915 und dauerten eineinhalb Jahre an. Im Zuge der Angriffe und Gegenangriffe war der Berg im Elsass, das damals zum deutschen Kaiserreich gehörte, abwechselnd unter deutscher und französischer Kontrolle.

Die Kämpfe waren extrem hart, die Soldaten standen in den Schützengräben, bis zum Knie in einem Sumpf aus Urin, Kot und Leichenteilen. Cholera und Typhus breiteten sich aus. Einen Sieger gab es am Ende nicht.

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