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Krupp im Ersten Weltkrieg Kanonen für die Front

Erst Start-up-Bude, dann Industrie-Ikone: Die Geschichte von Krupp ist eng mit den Weltkriegen verknüpft. Nicht zuletzt die „Dicke Bertha“ sorgte gleichermaßen für Schrecken wie Bewunderung.
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Das Bild aus dem Jahr 1961 zeigt einen 28,8-t-Dampfturbinenläufer in einer Fabrikhalle. Quelle: dpa

Das Bild aus dem Jahr 1961 zeigt einen 28,8-t-Dampfturbinenläufer in einer Fabrikhalle.

(Foto: dpa)

EssenNichts deutete darauf hin, dass die kleine Firma am Stadtrand von Essen jemals ein Weltkonzern werden könnte. Der Betrieb war eine jener Start-up-Buden, mit denen deutsche Pioniere im 19. Jahrhundert dem industriellen Boom Großbritanniens nacheiferten. Ihr Gründer, ein gewisser Friedrich Krupp, wollte Stahl produzieren.

Am 20. November 1811 hatte er seine Gussstahlwerke Fried. Krupp gegründet – ohne rechte Ahnung von der Stahlherstellung zu haben. Der 200. Jahrestag wurde groß gefeiert mit 200 erlesenen Gästen, darunter dem Bundespräsidenten – in der Villa Hügel, dem alten Stammsitz einer Familiendynastie, die zu einem nationalen Symbol geworden ist.

Dass die Feier stattfand, grenzte an ein Wunder und ist vor allem Berthold Beitz zu verdanken. Geld hat Firmengründer Friedrich Krupp jedenfalls nicht verdient, vielmehr verbrannte er das Kapital seiner Vorfahren. Als er im Jahr 1826 aus dem Leben schied, hinterließ er Schulden und eine Firma, die nichts als Verluste schrieb.

Selbst in besten Zeiten hatte Krupp nie mehr als zehn Menschen Arbeit gegeben. Nach dem Tod des Gründers schien es so weiterzugehen. Der Nachfolger Alfred Krupp zählte gerade 14 Lebensjahre und litt unter Asthma. Doch der Spross erwies sich als geschäftstüchtig. Er verlegte sich auf die Fertigung von innovativen Produkten für die Eisenbahnindustrie und formte aus Krupp einen Konzern mit 20.000 Mitarbeitern.

Der Konzern prägte wie kaum ein zweiter das Gesicht des Ruhrgebiets, der Spruch „hart wie Krupp-Stahl“ wurde zum geflügelten Wort. Und zugleich spiegelt er das Schicksal des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, in dem er beheimatet ist und das jetzt vor einer wichtigen Schicksalswahl steht. Denn genau wie NRW hat Krupp eine erfolgreiche industrielle Vergangenheit, aber eine schwierige Gegenwart. Beide ächzen unter einer enormen Schuldenlast. Und beiden kann nur ein radikaler Strukturwandel dabei helfen, auch in Zukunft noch erfolgreich zu sein.

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2 Kommentare zu "Krupp im Ersten Weltkrieg: Kanonen für die Front"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Im dritten Satz muss es natürlich "sind" und "können" heißen. Sorry!

  • "Kanonenkönige" ja, aber "Weltkriege entfesselt"?
    Einen historischen Beleg dieser Behauptung bleiben die Autoren dieses Artikels schuldig. Die (legale) Herstellung und der Vertrieb von Waffen ist zwar "conditio sine qua non" für ihren späteren Gebrauch, kann aber keinesfalls Krupp zum verantwortlichen "Entfesseler" der Weltkriege machen. Die Gründe für den Ausbruch des ersten Weltkriegs sind bekanntlich komplexer, die des zweiten unstreitig nicht in der Kruppschen Waffenproduktion zu suchen.