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100 Millionen Euro in Italien veruntreut Wie man Luxusyachten mit Steuergeld finanziert

Giuseppe Saggese war einer der Vorzeige-Unternehmer Italiens. Seine Firma kassierte für Hunderte Gemeinden die Steuern ein. Doch nun fehlen 100 Millionen Euro, der Staatsanwalt ermittelt.
04.10.2012 - 16:58 Uhr 5 Kommentare
Giuseppe Saggese, der Chef von

Giuseppe Saggese, der Chef von "Tributi Italia" in besseren Tagen.

(Foto: ROPI)

Mailand Er war einer der Vorzeige-Unternehmer Italiens und ein Pionier der privaten Steuereintreibung. In den 80er Jahren gründete Giuseppe Saggese die erste private Gesellschaft, die für den Staat Steuern und Gebühren eintreibt. Er fing mit Gebühren für Plakatwände an, dann kamen Abfallgebühren, Immobiliensteuern und schließlich Regionalsteuern. 460 Gemeinden waren zuletzt seine Kunden, darunter auch große Städte wie Bologna. Heute sitzt der Gründer der Gesellschaft mit dem seriösen Namen „Tributi Italia“ im Gefängnis.

Saggese hat mit seinen Tochterfirmen und insgesamt 1000 Mitarbeitern zwar die Steuern eingesammelt. Aber er hat sie nicht an die Gemeinden abgeführt, sondern selbst eingesteckt: für sein Unternehmen und für sich selbst. Insgesamt sind den Regionen mehr als 100 Millionen Euro Steuern verloren gegangen. Mindestens 15 Millionen Euro soll sich Saggese dabei höchstpersönlich in die Tasche gesteckt haben.

Damit finanzierte er seine Autos – Mercedes, Audi, Jeep Cherokee – seine Yacht und die Flüge im Privatjet. Laut seiner Sekretärin ließ er täglich 10 000 Euro in bar abheben. Rauschende Feste an der ligurischen Küste mit Feuerwerken, Bodyguards und Fahrer gingen auf Kosten des Unternehmens. Für solche Extravaganzen hätten die 30 Prozent nicht gereicht, die die privaten Eintreiber in Italien für sich behalten dürfen, um damit ihre Kosten zu decken. Saggese brauchte mehr und gab die eingesammelten Steuern einfach nicht weiter.

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    5 Kommentare zu "100 Millionen Euro in Italien veruntreut: Wie man Luxusyachten mit Steuergeld finanziert "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ein Einzelfall?

      Hier in Deutschland lief es anders. Wir denken an das Thema der Entflechtung der Deutschland AG und die ALLIANZ. Da lief es etwas anders, aber im Ergebnis ebenoso.

      Der deutsche Finger auf Italien ist also nicht angebracht. Wir sind gut beraten zuerst in Deutschland für Sauberkeit in den Amtsstuben zu sorgen, bevor den moralischen Zeigefinger für andere erheben.

    • 30 % geben die an die inkassobuden ab.kann ja wohl nich wahr sein.

      naja,dafür stimmen alle zahlen und statistiken und wirtschaftsinformationen die die regierung,ministerien und offizielle stellen verlautbaren lassen.

      helau....

    • War eine prima Geschäftsidee....

      Aber leider vermutlich für Nachahmer nicht geeignet...

    • Brauchen wir doch so etwas wie die Sharia ?
      Dann kann man diesen Leuten das Handwerk legen,
      wörtlich, die Hände abhacken.
      In USA kann für derartige Straftaten lebenslänglich verhängt werden.
      Das veruntreute Geld, umgerechnet auf das Lebenseinkommen normaler Menschen, bedeutet nämlich, daß man Tausenden die Lebensarbeitszeit gestohlen hat,
      ein Schwerverbrechen.

    • Ha ha ha ha ha....Italien das neue Griechenland!
      Nur ne Nummer besser, nicht Swimmingpools schwarz bauen am Finanzamt vorbei, nein Direktfinanzierung privater Yachten mit Steuergeldern. Europa mein Traumland, was brauchst Du? Wir zahlen...hahahahaha - Stimmt schon, wir müssen noch enger zusammenrücken, vielleicht dürfen wir dann eines Tages mit auf die Yacht - indirekt gehört sie uns doch allen. Dem italienischen Staat fehlen diese Millionen und die EZB stellt sie über uns wieder zur Verfügung....
      ach wie schön ist doch dieser europäische Gedanke von Einigkeit und zentraler Führung und Verwaltung, er vermittelt soviel Vertrauen und Zuversicht...

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