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160.000 Flüchtlinge Exodus der Christen im Irak

Flucht oder Tod: Von schätzungsweise einer halben Million Christen im Irak haben allein 2014 ein Viertel der Volksgruppe das Land verlassen. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hat erst kürzlich vier Männer enthauptet.
Update: 13.12.2014 - 12:51 Uhr Kommentieren
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (M.) in  Erbil mit christlichen Flüchtlingen: Die Minderheit ist im Irak derzeit besonders gefährdet. Quelle: dpa

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (M.) in Erbil mit christlichen Flüchtlingen: Die Minderheit ist im Irak derzeit besonders gefährdet.

(Foto: dpa)

BagdadMindestens 160-000 Christen sind nach Angaben eines irakischen Parlamentariers nach der Eroberung von Mossul durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus der Millionenstadt geflohen. Sie verließen ihre Heimat wegen Gewalttaten und Todesdrohungen der Dschihadisten, wie der christliche Abgeordnete Imad Juchana am Samstag dem Nachrichtenportal Almada Press sagte.

Die sunnitischen Extremisten hatten Mossul im Juni überrannt und zunächst eine Kopfsteuer für Christen eingeführt. Später wurden die Nicht-Muslime aufgefordert zu konvertieren oder die Stadt zu verlassen. Vor 2003 lebten noch rund 1,2 Millionen Christen im Irak - viele von ihnen im Norden. Zuletzt wurde deren Zahl auf 500.000 geschätzt, sie dürfte aber weiter gesunken sein.

Ihre besondere Brutalität bewies die Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien mit aller Schärfe. Nach Oppositionsangaben hat der IS jüngst vier Männer wegen Blasphemie enthauptet. Die Männer seien östlich der Stadt Homs von der sogenannten Islam-Polizei des IS hingerichtet worden, berichtete die Beobachterstelle für Menschenrechte am Samstag. Die Organisation mit Sitz in Großbritannien hatte am Dienstag von einem ähnlichen Fall in der Stadt Suluk berichtet. Am Freitag wurden nach Angaben der Beobachterstelle in der nordsyrischen Manbidsch zudem ein Mann und eine Frau wegen Ehebruchs gesteinigt. Die Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden.

Der IS hat Teile Syriens und des Irak unter seine Kontrolle gebracht und ein Kalifat ausgerufen. In der Region haben die Islamisten nach Angaben von Menschenrechtsgruppen bereits zahlreiche Personen unter dem Vorwurf der Blasphemie, der Homosexualität, des Ehebruchs und Diebstahls gesteinigt oder enthauptet. Auch ausländische Gefangene wurden so hingerichtet und Aufnahmen davon ins Internet gestellt. Die Enthauptungen werden von anderen radikalen Islamistengruppen wie die Al-Kaida im Jemen verurteilt.

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  • dpa
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