29 Verletzte IS bekennt sich zu Bombenanschlag in Kairo

Erst vor wenigen Tagen unterschrieb Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi ein neues Anti-Terror-Gesetz. Doch zur Ruhe kommt das Land trotzdem nicht. Erneut erschüttert ein Terroranschlag die Hauptstadt.
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Die Bombe explodierte im Kairoer Stadtteil Shura. Kurz darauf bekannte sich der IS zu der Tat. Quelle: dpa
Sicherheitsgebäude

Die Bombe explodierte im Kairoer Stadtteil Shura. Kurz darauf bekannte sich der IS zu der Tat.

(Foto: dpa)

KairoBei einem Autobombenanschlag auf ein Gebäude der Sicherheitskräfte in Kairo sind 29 Menschen verletzt worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich am Donnerstag zu dem Attentat und bezeichnete es in einer über das Internet verbreiteten Erklärung als Vergeltung für „unsere Märtyrer-Brüder“. Die gewaltige Explosion war in weiten Teilen der ägyptischen Hauptstadt zu hören gewesen.

Ein Attentäter hatte am frühen Morgen im Norden Kairos vor dem Gebäude der Sicherheitskräfte einen Wagen abgestellt, der kurz danach in die Luft flog, wie das Innenministerium mitteilte. Der Täter sei auf einem Motorrad geflohen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind die meisten Opfer leicht verletzt.

In der IS-Erklärung hieß es, der Anschlag sei eine Vergeltung für die „Märtyrer von Arab Scharkas“ gewesen. In dem nordägyptischen Ort hatte die Polizei im März 2014 bei Zusammenstößen sechs angebliche Extremisten getötet. Sechs weitere Männer wurden im Mai hingerichtet, weil sie damals an einer Schießerei beteiligt gewesen sein sollen, bei der auch zwei Polizisten starben.

Erst am Sonntagabend hatte Ägyptens Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi ein neues Anti-Terror-Gesetz unterschrieben, um im Kampf gegen Extremisten härter durchgreifen zu können. Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 kommt es in Ägypten immer wieder zu Anschlägen.

Seit Ende Juni hat sich die Situation verschärft. Generalstaatsanwalt Hischam Barakat wurde bei einem Bombenattentat in Kairo getötet. Fast 120 Menschen starben bei IS-Angriffen auf der Sinai-Halbinsel. Bei einem Anschlag vor dem italienischen Konsulat in Kairo kam ein Mensch ums Leben. Zuletzt entführten IS-Anhänger im Großraum Kairo einen Kroaten. Wenig später kursierte im Internet ein Foto, das nach Darstellung von IS-Unterstützern die enthauptete Leiche des Mannes zeigt.

Das sind die gefährlichsten Länder der Welt
Libyen
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Das Land ist vom Krieg zerrissen. Seit dem Sturz von Diktator Muhammad Gaddafi gilt Libyen als sogenannter „failed state“. Eine funktionierende Regierung gibt es nicht, Investoren machen um das Land einen großen Bogen. Mittlerweile ist das Land auch ins Visier der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ gerückt. Kein Wunder also, dass Libyen laut der aktuellen Karte des Gesundheitsrisikos von „International SOS“ auch hinsichtlich der medizinischen Versorgung eines der gefährlichsten Länder der Welt ist.

Sierra Leone
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In kaum einem anderen afrikanischen Land wütete hat das Ebola-Virus so brutal, wie im westafrikanischen Sierra Leone, eines der ärmsten Länder der Welt. Die fehlende medizinische Versorgung und das zu späte Einschreiten der internationalen Staatengemeinschaft haben erst möglich gemacht, dass das Virus derart tödliche Ausmaße annahm. Die Ebola-Epidemie konnte mittlerweile eingedämmt werden. Dennoch ist Sierra Leone nach wie vor kein risikoloses Reiseziel.

Liberia
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Wie Sierra Leone leidet auch Liberia unter der Ebola-Epidemie. Auch hier wurde zu spät reagiert. Zur fehlenden medizinischen Versorgung kommen noch katastrophale hygienische Zustände und die fehlende Sensibilisierung der Bevölkerung hinzu. Viele Liberianer blieben in Kontakt mit erkrankten Angehörigen und weigerten sich, auf Beerdigungszeremonien zu verzichten, weshalb sich das Virus immer weiter verbreiten konnte.

Simbabwe
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Während Simbabwes Diktator Robert Mugabe in Saus und Braus lebt, lässt er seine Bevölkerung in bitterer Armut darben. Eine absurd hohe Inflation, eine hohe Sterblichkeitsrate und fehlende öffentliche Investitionen – das alles interessiert den greisen Diktator wenig. Zwar leidet Simbabwe nicht unter dem Ebola-Virus, angesichts der Armut des Landes ist es als Reiseziel allerdings nicht empfehlenswert.

Syrien
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Der Bürgerkrieg in Syrien hat bisher Tausende Menschenleben gekostet. Frieden ist nicht in Sicht. Besonders problematisch ist, dass die ungeordneten Verhältnisse in Syrien eine Brutstätte für Terrorismus sind. Für Reisende ist das Land daher besonders gefährlich. Auch die desolate Gesundheitsversorgung macht Syrien zu keinem sicheren Reiseziel.

Irak
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Irakische Fußballfans in den Straßen der Hauptstadt Bagdad: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sorgt in dem krisengeschüttelten Land für bürgerkriegsähnliche Zustände. Wilde Flüchtlingslager, eine schlechte medizinische Infrastruktur und die erhöhte Unsicherheit durch Anschläge und Bombendrohungen machen die Lebensumstände im Irak besonders prekär. Das ist keine Reise wert.

Gaza
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Zerstörungen in Gaza: Palästina ist nicht sicher. Insbesondere der Gazastreifen gilt als Pulverfass. Hier kommt es immer wieder zu Scharmützeln zwischen der radikal-islamischen Hamas und der israelischen Armee. Außerdem sorgen die durch das jüngste Bombardement zerstörten Gebäude für Gefahr. Aufgrund zerstörter Leitungen, Schwelbränden und offener Kanalisationen empfiehlt sich das eingemauerte Gaza derzeit umso mehr nicht für Reisende aus dem Ausland.

  • dpa
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