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Fahne der Sowjetunion

„Wenige bereuen die Öffnung nach Westen, aber viele kritisieren, dass der Fortschritt in ihren Ländern sehr ungleich verläuft“, sagte Pew-Direktor Richard Wike.

30 Jahre nach Fall des Eisernen Vorhangs Ukrainer, Russen und Bulgaren sind besonders unzufrieden

Eine Untersuchung zeigt: Viele Menschen in Osteuropa beklagen politische und wirtschaftliche Defizite. Es gibt Ähnlichkeiten mit populistischen Strömungen im Westen.
15.10.2019 - 16:00 Uhr Kommentieren

Berlin 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs schätzen die meisten Osteuropäer die politischen und wirtschaftlichen Freiheiten, die ihnen der Zusammenbruch des Kommunismus beschert hat. Das heißt allerdings nicht, dass sie mit der gegenwärtigen Lage in ihren Ländern glücklich sind.

Wie viele Westeuropäer sind auch die Menschen in den ehemaligen Ländern des Ostblocks unzufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Lage und ihrer politischen Führung. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des amerikanischen Pew Research Center in insgesamt 16 europäischen Ländern.

„Wenige bereuen die Öffnung nach Westen, aber viele kritisieren, dass der Fortschritt in ihren Ländern sehr ungleich verläuft“, sagte Pew-Direktor Richard Wike in Berlin. In nahezu allen befragten Ländern des ehemaligen Ostblocks spricht sich eine Mehrheit für die Marktwirtschaft und ein demokratisches Mehrparteien-System aus.

Nur in Russland lehnen die meisten Befragten den politischen und wirtschaftlichen Systemwechsel ab. Die höchsten Zustimmungsraten für Demokratie und Marktwirtschaft gibt es in Polen und in den neuen Bundesländern.

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    Steigende Lebensstandards, eine bessere Ausbildung und Stolz auf die eigene Nation sind die wichtigsten Gründe, warum die Mehrheit der Osteuropäer die Gegenwart der kommunistischen Vergangenheit vorzieht. Allerdings glaubt eine Mehrheit der befragten Russen, Ukrainer und Bulgaren, dass es den meisten Menschen in ihren Ländern heute schlechter gehe als vorher.

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    In allen befragten Ländern Zentral- und Osteuropas kritisiert eine Mehrheit, dass die Führungseliten in Wirtschaft und Politik mehr als die Normalbürger von dem Wandel profitiert hätten. Dies deckt sich mit populistischen Strömungen in einigen westeuropäischen Ländern wie zum Beispiel Italien. „Die Einstellungen der Populisten in Westen ähneln oft weit verbreiteten Sichtweisen in Osteuropa“, berichtete Wike.

    Trotz der Unzufriedenheit mit den wirtschaftlichen Verhältnissen sind die Osteuropäer optimistischer als viele Menschen im Westen.

    Während etwa die Hälfte oder in einigen Ländern sogar jeder sechste im ehemaligen Ostblock glaubt, dass es der künftigen Generation finanziell besser gehen werde, vertrauen darauf in Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien nur ein Viertel der Befragten oder weniger.

    Gute Noten bekommt die EU aus fast allen befragten 14 Mitgliedsländern, wobei insbesondere in jüngeren EU-Länder wie Polen und Litauen die Zustimmung besonders hoch ist.

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    „Seit multilaterale Institutionen wie die EU durch Ereignisse wie den Brexit infrage gestellt werden, gibt es insbesondere bei der jüngeren Generation wieder mehr Unterstützung“, sagte der Pew-Direktor. Hauptgrund ist bei vielen auch hier die Überzeugung, dass der EU-Beitritt die nationale Wirtschaft gestärkt habe.

    Zum Vergleich: In Frankreich, Griechenland und Italien wird diese Einschätzung nur von weniger als der Hälfte der Befragten geteilt.

    Auffällig ist auch, dass in den beiden Nicht-EU-Länder Ukraine und Russland die politische und wirtschaftliche Unzufriedenheit höher ist als in den EU-Mitgliedern des ehemaligen Ostblocks. Noch unzufriedener mit ihrer Demokratie sind die Menschen allerdings in Griechenland, Großbritannien, Italien und Spanien.

    Mehr: Deutsche fühlen große Unterschiede zwischen Ost und West – das zeigt eine aktuelle Studie.

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