Abgasaffäre Brüssel will Bußgelder für Autobauer verhängen können

Die EU-Kommission will mehr Macht: Bis zu 30.000 Euro pro Fahrzeug – das ist die Strafe, die die EU in Zukunft beim Einsatz manipulativer Abgas-Software verhängen will.
Auch als Reaktion auf die Abgasaffäre bei VW will die EU-Kommission das System der Kfz-Typgenehmigung verschärfen. Quelle: dpa
Brüssel will Bußgelder für Autobauer verhängen können

Auch als Reaktion auf die Abgasaffäre bei VW will die EU-Kommission das System der Kfz-Typgenehmigung verschärfen.

(Foto: dpa)

Auch als Reaktion auf die Abgasaffäre bei VW will die EU-Kommission das System der Kfz-Typgenehmigung verschärfen. „Mit unseren Vorschlägen von heute werden wir die Qualität und Unabhängigkeit der Auto-Tests erhöhen“, erklärte Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska am Mittwoch in Brüssel. Dabei will die Kommission selbst eine stärkere Rolle spielen und hohe Bußgelder verhängen können.

Die Typgenehmigung ist die Untersuchung neuer Auto-Modelle durch technische Prüforganisationen wie TÜV und Dekra und die Genehmigung durch das Kraftfahrt-Bundesamt. Eine Revision des rechtlichen Rahmens auf EU-Ebene war ohnehin schon im Gang, als im September die Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen aufkam. Auch als Lehre daraus soll die Typgenehmigung nach den Plänen der EU-Kommission an entscheidenden Punkten verschärft werden.

EU-Experten sollen gemeinsam mit Kollegen aus dem jeweiligen EU-Staat die Tests bei TÜV und ähnlichen Diensten unter die Lupe nehmen dürfen. Bei schlechter Leistung drohen Lizenzentzug oder Bußgelder gegen diese Dienste. Die Autohersteller selbst sollen zahlen, wenn sie bei der Typgenehmigung betrügen. Hier schlägt die Kommission Strafen von bis zu 30.000 Euro pro Wagen vor.

Ferner will die EU mehr Distanz zwischen technischen Prüforganisationen und Herstellern. Dekra und Co. sollen nicht mehr direkt von den Autobauern bezahlt werden und sich so mutmaßlich von diesen abhängig machen.

Es geht der EU-Kommission nicht nur um die Typgenehmigungen selbst. Vielmehr verlangt sie auch Nachprüfungen, wenn diese erteilt und die Wagen schon auf der Straße sind. Dabei beansprucht die Behörde für sich das Recht, im Extremfall selbst Rückrufaktionen anordnen zu können. Die Vorschläge der Kommission werden jetzt vom Europaparlament und den EU-Mitgliedstaaten beraten.

Die lange Liste der Offenbarung
Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Für manche Nicht-Auto-Experten war es ja überraschend, dass Porsche überhaupt Diesel verkauft. Doch zumindest dieses Modell wird nach den neuesten Vorwürfen in der Abgas-Affäre nun in den USA nicht mehr verkauft. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Sprecher am 4. November 2015.

Wie die Konzernmutter VW hat Porsche die kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA genannten Manipulationen auch größerer Diesel-Aggregate bislang nicht eingeräumt. Noch werden die Vorwürfe geprüft, wobei man mit der EPA kooperiert.

Porsche hat seit dem Jahresbeginn in den USA gut 12.000 Cayennes ausgeliefert, rund 3.000 davon hatten einen Dieselmotor. Die beanstandeten Motoren kommen von Audi.

Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Von den Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA sind rund 3.000 Dieselfahrzeuge des Sportwagenbauers Porsche betroffen, dies hat die VW-Tochter bestätigt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Diesel-Cayennes, die von Januar bis September in den USA ausgeliefert wurden. Das ist knapp ein Viertel aller 2015 in den Vereinigten Staaten an die Kunden übergebenen Cayennes.

Bisher sagte Porsche auf Fragen zu etwaigen Verwicklungen in den Abgasskandal, man habe damit nichts zu tun, auch weil es nur um Vierzylinder-Motoren gehe - so kleine Motoren habe man aber gar nicht im Sortiment.

Unter Verdacht: Ältere 3-Liter-Diesel
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Die US-Umweltschutzbehörde EPA teilte am 20. November mit, Vertreter von VW und Audi hätten erklärt, dass alle in den USA verkauften Autos mit Drei-Liter-Dieselmotoren der Modelljahre 2009 bis 2016 mit einer nicht zugelassenen Software-Funktion zur Abgaskontrolle ausgerüstet seien.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nur von rund 10.000 Fahrzeugen der Modelljahre 2014 bis 2016 die Rede gewesen. Nach Angaben der EPA geht es nun um rund 75.000 zusätzliche Fahrzeuge aus den Jahren davor, also insgesamt 85.000 Autos.

Von den neuen Vorwürfen betroffen sind die Audi-Modelle A6, A7, Q5 und Q7 mit dem 3,0-Liter-TDI-Motor der Modelljahrgänge 2009 bis heute.

Angeblich betroffen: Volkswagen Touareg, 3.0 L Diesel V6
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. Die Motoren werden im VW Touareg (Modelljahrgang 2014) und Porsche Cayenne (Modelljahrgang 2015) sowie in größeren Audi-Modellen des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Angeblich betroffen: Audi A8 und A8 Langversion
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Nach Porsche stoppten per Mitteilung vom 4. November auch Audi und Volkswagen den Verkauf von V6-TDI-Dieseln in den USA. Betroffen sind unter anderem die Audi-Modelle A6, A7 und A8 sowie die Geländewagen Q5 und Q7 mit TDI-Motor. Bei Volkswagen ist der VW-Touareg betroffen.

Die Marken reagieren damit auf den Vorwurf, auch bei dem großen Dieselmotor die Abgaswerte manipuliert zu haben. Der VW-Konzern bestreitet den Vorwurf, da es sich um ein gängiges und legales System zur Abgasregulierung handele, das der Konzern bei der Zulassung in den USA aber nicht angegeben habe.

Angeblich betroffen: Audi Q5
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Betroffen: Audi A6 quattro
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

  • afp
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