Abschuss von Flug MH17 Niederländer will Beweise für Raketenangriff haben

Eine russische Buk-Rakete. Die soll, einem Niederländischen TV-Reporter zufolge, die Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine getroffen haben. Er will hierfür Beweise an der Absturzstelle gefunden zu haben.
Kommentieren
Ein Niederländischer Reporter will beweisen können, dass Flug MH17 mit einer russischen Buk-Rakete abgeschossen wurde. Quelle: AFP
Flugzeug-Tragödie

Ein Niederländischer Reporter will beweisen können, dass Flug MH17 mit einer russischen Buk-Rakete abgeschossen wurde.

(Foto: AFP)

Den HaagEin niederländischer TV-Reporter hat nach eigenen Angaben Beweise gefunden, dass die Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine von einer Buk-Rakete aus russischer Produktion abgeschossen wurde. Reste einer Boden-Luft-Rakete seien am Freitag dem zuständigen Sicherheitsrat in Den Haag übergeben worden, teilte der Sender RTL mit.

Der Reporter hatte nach eigenen Angaben mehrere kleine Metallstücke an der Absturzstelle gefunden und von unabhängigen Experten untersuchen lassen. Die bestätigten in dem TV-Bericht, dass sie von einer Buk-Rakete stammten. Auf einem Stück war ein kyrillischer Buchstabe zu erkennen. Wer die Rakete abgeschossen hat, blieb damit jedoch weiter ungeklärt.

Die Passagiermaschine der Malaysia Airlines war über der Ostukraine abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet. Die meisten Opfer waren Niederländer. Der Reporter erklärte, dass er die Metallteile drei Tage nach der Katastrophe gefunden hatte.

Ein Land steht still für 40 Leichenwagen
huGO-BildID: 38331751 A military transport plane containing coffins with the bodies of some of the victims of the Malaysian Airlines crash in Ukraine
1 von 10

Als die Flugzeuge landen, läuten die Kirchenglocken. Dann steht von Groningen bis Maastricht das Leben still. Züge und Busse stoppen, Radio und Fernsehen verstummen, in den Supermärkten wird nicht kassiert. Die Bürger bleiben auf den Straßen und an den Grachten stehen. Und über den Niederlanden fliegen in dieser Zeit keine Flugzeuge.

huGO-BildID: 38331483 A Royal Australian Air Force C-17 transport plane (C), and a Royal Dutch Airforce Hercules C-130 (R), which carry coffins conta
2 von 10

Um 15.46 Uhr setzt das Hercules-Transportflugzeug auf niederländischem Boden auf. Wenig später landet auch eine australische Maschine am Flughafen von Eindhoven. Die ersten Todesopfer des Absturzes von Flug MH17 sind heimgekehrt.

Repatriation of bodies from Kharkiv Aiport
3 von 10

Gleich neben den schweren Militär-Maschinen sitzen die Trauergäste: Das niederländische Königspaar (2.v.l.), Ministerpräsident Mark Rutte (r.), Minister, Abgeordnete und auch Vertreter aus den übrigen Herkunftsländern der 298 Opfer der Katastrophe.

Repatriation of bodies from Kharkiv Aiport
4 von 10

Ein Trompeter bläst einen letzten Gruß. Dann herrscht Stille. Ein ganzes Land schweigt – eine Minute lang.

Dutch Minister of Foreign Affairs, Frans Timmermans, comforts a relative of a victim after the arrival of the plane carrying the bodies of the victims killed in the Malaysia Airlines Flight MH17 plane disaster, taxis into Eindhoven Airport
5 von 10

Der niederländische Außenminister Frans Timmermans (r.) tröstet Angehörige der umgekommenen Passagiere. Vor dem UN-Sicherheitsrat hatte er den schleppenden Verlauf der Bergungsaktion kritisiert: „Bis an mein Lebensende werde ich nicht verstehen, warum es so lange gedauert hat, bis den Rettern erlaubt wurde, ihre schwierige Arbeit zu machen und dass die Leichen von Menschen für ein politisches Spiel missbraucht wurden.“

REUTERS PICTURE HIGHLIGHT
6 von 10

Die Ankunft der Opfer in den Niederlanden ist die erste Etappe auf einem langen Weg. Die Suche nach den Ursachen geht weiter, und dann wollen die Niederlande auch die Schuldigen vor Gericht bringen.

Repatriation of bodies from Kharkiv Aiport
7 von 10

Für die Angehörigen ist nun ein Ende gekommen nach langen quälenden Tagen des politischen Geschachers um ihre Liebsten. Das ganze Land will ihnen zeigen, dass sie nicht alleine stehen. Tausende säumen die Straßen, über die die 40 Leichenwagen fahren.

Der Sicherheitsrat, der die Untersuchung nach der Ursache des Absturzes leitet, reagierte abwartend. „Es muss zweifelsfrei bewiesen sein, dass es einen Bezug zwischen dem Material und dem abgestürzten Flugzeug gibt.“

Ermittler hatten bereits Ende 2014 angegeben, dass viele Indizien auf einen Abschuss durch eine Buk-Rakete wiesen. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Der Abschlussbericht des Sicherheitsrates soll im Herbst vorgelegt werden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Abschuss von Flug MH17 - Niederländer will Beweise für Raketenangriff haben

0 Kommentare zu "Abschuss von Flug MH17: Niederländer will Beweise für Raketenangriff haben"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%