Abstimmung am Donnerstag? Parlament drängt auf zwanghaften Schuldenschnitt

Freiwillig oder nicht? Diese Frage könnte sich Investoren in griechischen Staatsanleihen bald nicht mehr stellen. Das Parlament in Athen wird bald darüber entscheiden, die Gläubiger zum Schuldenschnitt zwingen zu können.
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Abgeordnete im griechischen Parlament. Quelle: dpa

Abgeordnete im griechischen Parlament.

(Foto: dpa)

AthenGriechenland will in Kürze die gesetzliche Grundlage schaffen, um Anleihen der privaten Gläubiger de facto auch zwangsweise umtauschen zu können. Das entsprechende Gesetz werde noch am Dienstag ins Parlament eingebracht, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen. Die Abstimmung solle am Donnerstag stattfinden.

Bis zum 12. März solle der Bondtausch abgeschlossen werden. Um Griechenland finanziell wieder auf die Beine zu helfen, sollen private Gläubiger auf Forderungen von mehr als 100 Milliarden Euro verzichten. Die angestrebte Entlastung kommt aber nur zustande, wenn sich mehr als 90 Prozent der Gläubiger an dem Umtausch beteiligen.

Um das sicherzustellen, will die griechische Regierung per Gesetz die Konditionen der alten Staatsanleihen rückwirkend so ändern, dass eine Teilnahme erzwungen werden kann. Dabei geht es um neue Vertragsklauseln - so genannte Collective Action Clauses. Diese bewirken, dass eine Mehrheit der Gläubiger alle anderen zur Teilnahme an einer Umschuldung zwingen könnte.

  • rtr
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8 Kommentare zu "Abstimmung am Donnerstag?: Parlament drängt auf zwanghaften Schuldenschnitt"

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  • Es gibt immer zwei Gruppen: Die "eine", die "es" macht und die andere, die "es" mit sich machen lässt.

  • Und im April nach der Wahl kommt dann der Widerruf aller "Sparmaßnahmen". 100% Zwangsschuldenschnitt, leckere Milliarden Übergangsgeld und dann der Austritt. Ein griechischer Traum geht in Erfüllung...

  • Neben Verlierern gibt es auch Gewinner. Dazu gehoert die griechische Oberklasse. Waehrend wir hunderte MRD für dieses Land auch in Zukunft bereithalten, biegen sich in Hellas bei diesen Typen die Tische.
    Das geht auf die Seele.
    Wir werden nach Strich und Faden betrogen, geschert, ausgelacht. Ich kann die von mir frueher so geachtete europ. Flagge nicht mehr ertragen.. Die Figuren im politischen EU-Management ebenfalls nicht. Welch kalt-verlogene Sprüche.

  • Was ist die Alternative? Eine Währung, die von keiner Regierung von keinem Parlament manipuliert werden kann?

    Wenn das die Lösung sein soll, dann sind wir am Vorabend einer Goldwährung. Und aus ist's.

    Die griechischen "..." sind denen, die wir als unsere Vertreter gewählt haben, weit überlegen. Das sollten wir wissen und uns merken.

    Soviel Dummheit muss doch einem in die Wiege gelegt sein. Das kann man doch nicht lernen.

  • Wenn die "anderen" Europäer das zulassen, dann tragen sie mit dazu bei, dass der Euro demnächst zu Grabe getragen wird...Denn welcher Idiot wäre danach noch bereit in Europäische Anleihen zu investieren??

  • Das kann nicht wahr sein, dass dies Konsens und im Einklang mit der EU-Ministerrunde ist.

    Wie kann jemand zu einer derartigen Aussage kommen?

    Eines ist unbestritten gewiss, dass auch dieses Rettungspaket keine Lösung des griechischen Problems darstellt.

    Es ist auch gewiss, dass auch dieses Rettungspaket in unsere Altersvorsorge elementar einschneidet. Dies liegt einmal in der Inflation, die von der angedachten Maßnahme ausgeht und zum anderen darin begründet, dass die Geldanlagen der Altersvorsorge massiv tangiert sind.

    Es mag Leute geben, die keine Altersvorsorge privat betrieben haben und betreiben. Die wird dies nicht betreffen. Namentlich sind es die Gruppen, die erst gar nicht in ein Versorgungssystem einbezahlt haben, aber sich anmaßen darüber zu bestimmen - unsere Abgeordneten.

    Es mag auch Leute geben, denen auch dies gleich ist. Aber eines kann dennoch nicht als rechtens angesehen werden, wenn das griechische Parlament am kommenden Dienstag darüber beschließen will, dass ausländische Kapitalanleger weniger als die Hälfte ihres Anlagekapitals zurück erhalten sollen während die Geldanlagen der Griechen selbst unbehelligt bleiben sollen. Das kann niemand als gerecht empfinden.

  • Da wird wieder Vertrauen in die Eurozone geschaffen, dass einem schwindlig wird.

  • So etwas habe ich mir schon gedacht, ist aber eine Riesenschweinerei, Verträge im "Nachhinein" zu ändern. Pfui Teufel! "Freiwilligkeit" ein Hohn. Nie mehr europäische Staatsanleihen. Nie mehr.

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