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Abstimmung Emmerson Mnangagwa gewinnt umstrittene Präsidentenwahl in Simbabwe

Aus der ersten Wahl ohne Ex-Staatschef Mugabe geht sein ehemaliger Vizepräsident als Gewinner hervor. Gewalt gegen Demonstranten besorgt Beobachter.
Update: 03.08.2018 - 14:57 Uhr Kommentieren
Unterstützer der Opposition verbrennen ein Plakat von Staatschef Emmerson Mnangagwa. Quelle: Reuters
Simbabwe

Unterstützer der Opposition verbrennen ein Plakat von Staatschef Emmerson Mnangagwa.

(Foto: Reuters)

HarareIn Simbabwe hat Staatschef Emmerson Mnangagwa von der Regierungspartei Zanu-PF die historische Präsidentenwahl gewonnen. Er erhielt 50,8 Prozent der Stimmen und erzielte somit knapp die Mehrheit, wie die Wahlkommission am frühen Freitagmorgen verkündete. Oppositionsführer Nelson Chamisa von der Partei MDC habe 44,3 Prozent der Stimmen erhalten.

Die Befürchtung war groß, dass der Sieg des 75-Jährigen blutige Unruhen auslösen würde. Noch vor der Verkündung hatte Chamisa (40) erklärt, er wolle im Falle eines Sieges von Mnangagwa das Ergebnis anfechten.

Mnangagwa rief unterdessen zur Einigkeit seines Landes auf. „Dies ist ein Neubeginn. Lasst uns Hand in Hand, in Frieden, Einheit & Liebe & zusammen ein neues Simbabwe für alle bauen“, twitterte er am Freitag. Doch noch am selben Tag stoppte die simbabwische Polizei hat eine Pressekonferenz des Oppositionsführers Nelson Chamisa. Ausgerüstet mit Schlagstöcken und Schilden vertrieben die Polizisten am Freitag die anwesenden Reporter. Eine Erklärung wurde dafür nicht gegeben. Wo sich Chamisa befand, war im Anschluss ebenfalls unklar.

Bereits am Mittwoch gingen Sicherheitskräfte hart gegen protestierende Oppositionsunterstützer vor, dabei starben sechs Menschen. Die Bereitschaftspolizei setzte Wasserwerfer, Gummigeschosse und Tränengas ein, auch waren Schüsse zu hören.

Am Freitagmorgen war die Lage in der Hauptstadt Harare jedoch erstmal ruhig. Auf dem Straßen herrschte weniger Verkehr als sonst. Die Polizei blieb mit Spezialeinsatzkräften und Wasserwerfern vor der Parteizentrale der Opposition präsent.

Die historische Abstimmung am Montag war die erste Wahl ohne Robert Mugabe (94), der fast vier Jahrzehnte lang an der Macht war. Einst als Freiheitskämpfer gefeiert, stürzte er das Land im Süden Afrikas in eine tiefe Krise, in der es heute noch steckt: eine kaputte Wirtschaft, Rekordarbeitslosigkeit. Im November putschte dann das Militär und zwang Mugabe zum Rücktritt.

Mugabes ehemaliger Vizepräsident Mnangagwa, der wegen seiner Skrupellosigkeit oft „das Krokodil“ genannt wird, übernahm die Macht. Zunächst herrschte vorsichtiger Optimismus im Land: Mnangagwa gab sich staatsmännisch, er versprach Reformen und faire Wahlen. Doch mit der Gewalt gegen Demonstranten und der Kritik von internationalen Wahlbeobachtern verblassten die Hoffnungen.

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  • dpa
  • rtr
  • ap
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