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Abstimmung über neues Parlament Bienen-Attacke verzögert Wahl in Portugal

Miese Stimmung bei den Parlamentswahlen in Portugal: Wütende Bürger hetzen Bienen-Schwärme auf Wähler und verriegeln Wahllokale. Ministerpräsident Jose Socrates droht ein Abstimmungsdesaster.
05.06.2011 - 19:33 Uhr Kommentieren
Die Portugiesen wählen am Sonntag ein neues Parlament. Quelle: dapd

Die Portugiesen wählen am Sonntag ein neues Parlament.

(Foto: dapd)

Lissabon Boykotts und Bienen haben am Sonntag in Portugal den Ablauf der Parlamentswahlen beeinträchtigt. Die Wahllokale in den Gemeinden Castedo, Lajeosa do Dão und Cabril konnten nach Medienberichten nicht oder nur mit zum Teil mehrstündiger Verspätung geöffnet werden.

In Portugal wird heute inmitten der historischen Haushaltskrise vorzeitig ein neues Parlament gewählt. Umfragen deuten auf eine Abwahl von Ministerpräsident Jose Socrates hin, der zuletzt mit EU und IWF ein Rettungspaket im Volumen von 78 Milliarden Euro für sein Land ausgehandelt hatte. Auf die neue Regierung kommt die Aufgabe zu, die scharfen Einsparungen umzusetzen, die das Land im Gegenzug für die Hilfen erbringen muss.

Experten erwarten, dass die mitte-rechts-stehenden Sozialdemokraten (PSD) mit ihrem Spitzenkandidaten Pedro Passos Coelho gemeinsam mit der wohl drittstärksten Partei, der rechtsgerichteten CDS-PP, die künftige Regierung stellen wird. Für die PSD sagten die Umfragen etwa 37 Prozent der Stimmen voraus, für die Sozialisten um Socrates 31 und für die CDS zwölf Prozent.

In Lajeosa do Dão 50 Kilometer südöstlich von Porto klebten hunderte Demonstranten das Türschloss einer Grundschule zu, in der die Stimmabgabe erfolgen sollte, um gegen den Ärztemangel zu protestieren. „Nur 500 von 2500 Menschen haben hier einen Hausarzt, das ist ein Unding“, schimpfte einer der Kundgebungsteilnehmer.

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    Die Einwohner von Castedo boykottierten ihrerseits die Wahlen, um ihren Ummut gegen die Schließung einer Schule und eines Gesundheitszentrums kundzutun. Sie schlossen die Tür des einzigen Wahllokals der Gemeinde 100 Kilometer östlich von Porto mit einem Vorhängeschloss. „Die Leute haben Recht, man darf ja nicht überall sparen, ich wähle auch nicht“, sagte Bürgermeister Marco Rodrigues.

    Aus Protest gegen die jahrelange Verzögerung bei der Reparatur einer Landstraße sabotierten auch die Einwohner der 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon gelegenen Gemeinde Cabril den Urnengang. Um auch möglichst jede Stimmabgabe zu verhindern, platzierten die Unzufriedenen dort angriffslustige Bienen in Urnennähe.

    • dpa
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