Abstimmung über Sparpaket Juncker droht Griechenland

Der Chef der Eurogruppe gibt Griechenland keine Wahl: Falls das Parlament den rigorosen Sparkurs nicht mit trägt, müsse man sehr erhebliche und Griechenland negativ betreffende Entscheidungen treffen.
26 Kommentare
Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker. Quelle: dpa

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker.

(Foto: dpa)

BrüsselDer Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, hat mit drastischen Worten vor einem Scheitern der Haushaltssanierung in Griechenland gewarnt und dem Land mit harten Konsequenzen gedroht. Mit Blick auf die bevorstehende Abstimmung über das rigorose Sparpaket im Athener Parlament sagte Juncker: „Ich gehe davon aus, dass die griechische Regierung die Mehrheit im Parlament haben wird“, sagte Juncker in Brüssel. „Falls nicht, sind wir in einervöllig anderen Gesamtgemengelage.“ Dann„werden wir zu sehr erheblichen, Griechenland negativ betreffenden Gesamtentscheidungen kommen müssen. Dies wünsche ich weder Griechenland noch uns selbst.“

Gleichzeitig machte Juncker deutlich, dass es im Falle eines Scheiterns des radikalen Sparpakets keinen Alternativplan gebe. „Niemand in Griechenland sollte hoffen, dass es so etwas wie einen Plan B gibt. Griechenland muss liefern. Wir im übrigen auch.“

Merkel: Haben neues Programm für Griechenland verabredet

Für die bevorstehende Abstimmung über die rigorosen Sparpläne im Athener Parlament gab sich Juncker zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass die griechische Regierung die Mehrheit im Parlament haben wird“, sagte er in Brüssel.

Juncker riet:„Europa täte gut daran, den Griechen ihr Handwerk zu erleichtern dadurch, dass wir weniger lärmig und weniger herabschauend über griechische Menschendiskutieren und urteilen.“ Er habe „größtes Verständnis“ für Griechen, die meinten, für eine Krise zahlen zu müssen, mit der sie eigentlich nichts zutun hätten. Juncker fügte hinzu:„Griechenland muss sich strukturell, befindlichkeitsmäßig, seriositätsmäßig und ordnungspolitisch sehr verändern, damit es den Sprung in die Zukunft schafft.“

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich gestern Abend daraufgeeinigt, die für Griechenlandbestimmten EU-Fördergelder schneller auszuzahlen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte vorgeschlagen,auf diese Weise eine Milliarde Euro zu mobilisieren. Mit der vorgezogenen Auszahlungen aus den Fördertöpfen der EU soll die Konjunktur des in der Rezession steckenden Landes belebt werden.

Merkel begrüßt Beschlüsse des Gipfels
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

26 Kommentare zu "Abstimmung über Sparpaket: Juncker droht Griechenland mit scharfen Konsequenzen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn griechenland bankrot ginge dann moessten die deutschen banken c.a. 1,5 bilionen in CDS bezahlen. D.h. das ganze Banken system deutschlands wird ausfallen. Das die deutsche banken cds fuer griechiesche anleihen ausgestellt haben ist griechenland nicht schuldig, auserdem dass deutsche banken, und nicht nur, nackte CDS ( d.h. ohne deckung an Anleihen ) ausgestellt haben und damit Derivatives gebildet haben die im letzten jahr enorme gewinne erzielt haben und ihre bilanzen kuenstlich saniert haben ist wieder griecheland nicht schuld. Alle speculieren jetzt auf griechelands vergangenen suenden. Niemand will wirklich das land helfen aus diese katastrofe heraus zu kommen. Das ist kein gemeinschaft das ist ausbeutung.

  • Wenn Griechenland den Sparplänen zustimmt, dann werden sie von China aufgekauft. Dann gehört Griechenland (wie Hong Kong) zu China.

    Wollen die Griechen das? So dumm sind sie sicher nicht. Aber wer weiß, wie das Parlament entscheidet.

  • Juncker will keinen Hair-Cut, da dieser besonders Luxembourg stark treffen würde, stärker wie jeder andere Staat in der EU. Es wäre vielleicht der Todesstoß für den Finanzplatz Luxembourg, insbesondere wenn die Privatanleger (überwiegend Schwarzgeld) ihre Konten leeren würden.

  • Unsere Worte!

  • Dieser unsägliche Juncker soll endlich mal die Klappe halten ! Er und der Rest des Brüsseler/Berliner/Pariser Vereins haben nur ihre eigenen Positionen und Zahlungen der Lobbygruppen im Kopf. Sie wissen genau: fällt Griechenland, fällt dort der Euro und dann geht der Domino Day los. Dass das zwar laut knallt, aber für alle Beteiligten besser ist, liegt auf der Hand gemäß dem Motto "lieber eine Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende". Wenn der Euro fällt, bricht diese unheilige EU Diktatur und damit alle schönen gut bezahlten Posten weg. Davor haben natürlich alle die jetzt Griechenland "gut zureden" (der Normalbürger würde das "zwingen" oder "drohen" nennen) panische Angst und die, die am lautesten die Stimme erheben (Juncker, Trichet, Rehn, Schäuble & Co.), haben am meisten zu verlieren. Ob sie damit für Generationen ein volkswirtschaftliches Chaos in Europa anrichten, ist denen natürlich egal.

  • Leider ist die Angelegenheit schon längst soweit gediehen, dass man sich fragen muss, wer wen fallen lässt.
    Wer sucht der findet für 2011 folgende Informationen: geschätzte Steuereinnahmen Griechenlands OHNE weitere Verschärfungen ca. 40 Mrd.€, geschätze Ausgaben Griechenlands OHNE weitere Verschärfungen 49 Mrd.€.

    Klingt auf den ersten Blick als bräuchte Griechenland dringends weiteres Geld. Denkt man aber ein wenig weiter und bemüht den Taschenrechner, dann wird schnell klar, dass die derzeitigen Schulden des griechischen Staates in Höhe von ca. 350 Mrd.€ aller Wahrscheinlichkeit nach Zinszahlungen von mehr als 9 Mrd.€ erfordern. Nehmen wir mal nur eine Durchschnittsverzinsung der alten Anleihepapiere von 4% an, würde dies 14 Mrd.€ Zinszahlungen im akt. Staatshaushalt bedeuten.

    Und jetzt rechnen Sie 1+1 zusammen. Erklärt Griechenland sich für zahlungsunfähig und verweigert die weitere Bedienung der Zinszahlungen stehen sie von von jetzt auf gleich mit ÜBERSCHÜSSEN da. Und zwar OHNE weitere Einsparungen und Steuererhöhungen. Es gilt eben der alte Spruch: "Hast du 100 Mill. Schulden bei der bank hast du ein Problem. Hast du 100 Mrd. Schulden bei der bank hat die bank ein Problem"

  • Da würd ich eine Frage anschließen: gibt es einen Politiker, der der weiß wie eine Volkswirtschaft funktioniert?
    Und wen wunderts, denn für den lukrativen Job des Spitzen(mäßig bezahlten)politikers bedarf es keinerlei Ausbildung. den Doktor kann man sich dann anschließend ersitzen.

  • Die Briten haben mal wieder den besseren Riecher gehabt wenn es ums Geld geht. David Cameron, britischer Regierungschef, hatte natürlich als nicht Euro-Sklave leichtes Spiel sein Land und Volk vor jeglichen Vorderungen aus Griechenland zu schützen. Und dies trotz massiver Einsätze britischer Banken in Griechenland.

    Es scheint das die Briten mal wieder die letzte Bastion der Demokratie in Europa sind, ein Land das den gesunden Menschenverstand seiner Bürger ernst nimmt, seine Steuereinnahmen schützt und somit sein Volk vor dem größten europäischen Steuerraub der Geschichte bewahrt.

    Wir haben jetzt auch schon mehr als 2500 Unterschriften um diesem Spuk in Deutschland ein Ende zu setzen. Ab dem 5. Juli wird vor dem Bundesverfassungsgericht mündlich verhandelt. Jetzt mitmachen!

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;petition=18123;sa=sign

  • Wenn dieser Herr oder die maßgeblichen Leute die Courage
    haben sich nicht erpressen zu lassen,ob von den Griechen
    oder ihrem eigenen Brett vor dem Kopf,dann kann man als
    Otto Normalo etwas aufatmen und sich denken,daß man es vielleicht doch nicht mit Totaltrotteln an der EU-Spitze
    zu tun hat.

  • Juncker ist der schlimmste ,,Trader''. Der hat nur das Wohl der Luxenburger <Finanz>-Industrie (höchstes Pro-Kopf-Einkommen in der EU) im Auge. Wenn GR abschmiert hat er ein echtes Problem, deshalb pushed er die Deutschen, die Millarden zum Wohl der Banken fließen zu lassen!
    Er als Chef der EURO-Gruppe müsste bei dieser Problemlage schon lage zurückgetreten sein...am besten mit Schäuble und Merkel zusammen. Die fahren uns an die Wand..!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%