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Abstimmung über Verfassungsentwurf Afghanischer Exkönig eröffnet Loja Dschirga

In Kabul ist die afghanische Verfassungsgebende Versammlung zusammengekommen. An ihr nehmen 500 Delegierte teil.

HB BERLIN. Der frühere afghanische König, Mohammed Sahir Schah, hat am Sonntag in Kabul die Verfassungsgebende Versammlung eröffnet. An der den afghanischen Traditionen entsprechenden Großen Ratsversammlung, der sogenannten Loja Dschirga, nehmen 500 Delegierte aus allen Landesteilen teil. Sahir forderte die Delegierten auf, sich ihrer Verantwortung für das Land und seine Menschen bewusst zu sein. Er hoffe, dass sie alles tun würden, um Frieden, Stabilität und Einheit zu erreichen. Wenn die Versammlung eine Verfassung verabschiedet, sollen im kommenden Jahr im Juni Wahlen stattfinden.

Afghanistans Präsident Hamid Karsai sagte vor Beginn der Versammlung, er sei sicher, dass es zu einer Einigung kommen werde. Dazu gebe es keine Alternative.

Der Verfassungsentwurf sieht eine islamische Republik mit einem direkt gewählten Präsidenten an der Spitze vor. Die in Brüssel ansässige International Crisis Group (ICG), ein renommierter Think-Tank, der von verschiedenen Regierungen finanziert wird, kritisierte den Entwurf jedoch scharf. Er habe «bedeutende Fehler», hieß es. So fehle es wie in allen vorausgegangenen afghanischen Verfassungen an Möglichkeiten, die Verfassung auch durchzusetzen und ihr Legitimität zu verschaffen.

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