Abstimmung verschoben Zypern lässt drängelnde Euro-Gruppe warten

Die Zeit drängt, doch Zyperns Abgeordnete lassen sich nicht hetzen. Die Abstimmung über den neuen Rettungsplan wurde auf heute verschoben. Und das, obwohl die Euro-Finanzminister den Vorschlag erwarten.
Update: 22.03.2013 - 07:26 Uhr 34 Kommentare

Beratungen über Finanzrettung vertagt

Nikosia/BrüsselDas Parlament Zyperns entscheidet erst heute (Freitag) über den sogenannten Rettungsplan B zur Abwendung einer Schuldenkrise. Die zunächst für Donnerstagabend erwartete Abstimmung über den neuen Rettungsplan und erste Sanierungsschritten bei Banken in Zypern wurde auf den Freitagmorgen verschoben. Wie Parlamentspräsident Giannakis Omirou mitteilte, wird die Debatte werde am Freitag gegen 10.00 Uhr Ortszeit (09.00 MEZ) beginnen. Die Ratingagentur S&P wertete Zypern am Abend von "CCC+" auf "CCC" ab.

Die Finanzminister der Euro-Staaten drängen das Krisenland Zypern zur Eile. „Die Euro-Gruppe steht bereit, um mit den zyprischen Behörden über einen neuen Entwurfsvorschlag zu beraten. Sie erwartet von den zyprischen Behörden, dass sie diesen so schnell wie möglich vorlegen“, hieß es in einer Erklärung, die die Euro-Gruppe am Donnerstagabend nach einer Telefonkonferenz veröffentlichte.

Danach würde die Euro-Gruppe die Verhandlungen über ein Sparprogramm weiterführen, „im Respekt für die Parameter, die die Euro-Gruppe zuvor definiert hat“. In einer nächtlichen Sitzung am Samstag hatten die Finanzminister der 17 Euro-Länder unter anderem eine Abgabe auf Sparguthaben in Zypern aufgeführt, auch von Steuererhöhungen zum Beispiel auf Kapitalerträge war die Rede.

„Die Euro-Gruppe bekräftigt die Bedeutung einer vollständigen Garantie für Spareinlagen unter 100.000 Euro in der EU“, heißt es in der Erklärung vom Donnerstag weiter. „Die Mitgliedsstaaten der Euro-Zone stehen weiterhin bereit, um dem zyprischen Volk bei seinen Reformbemühungen zu helfen und sie stehen bereit, die Stabilität der Eurozone als Ganzes sicherzustellen.“

Das vergangene Woche ausgehandelte Rettungspaket mit zehn Milliarden Euro Kredit und 5,8 Milliarden Euro Zwangsabgabe der Bankkunden hatte das Parlament in Zypern abgelehnt. Die Euro-Länder warten seither vergeblich auf einen alternativen Plan der Regierung in Nikosia.

Die EZB droht, den Banken ab Dienstag, wenn sie nach einer Woche Schließung öffnen, den Geldhahn abzudrehen, sollte bis dahin kein Programm zur Sanierung von Staat und Großbanken vorliegen.

EU-Kommission: „Wir müssen jetzt den Schnellgang einlegen“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Abstimmung verschoben - Zypern lässt drängelnde Euro-Gruppe warten

34 Kommentare zu "Abstimmung verschoben: Zypern lässt drängelnde Euro-Gruppe warten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zypern stellt für Merkel in jeder Hinsicht eine Zeitenwende dar. Die deutsche Bevölkerung wacht endlich auf und steht der EU und dem Euro zunehmend kritischer gegenüber. Merkels sogenannte "alternativlose Euro-Rettungspolitik" glauben immer weniger und der Unmut über die neoliberale Umverteilungspolitik von schwarz/gelb und dessen Nähe zu Lobbygruppen ist am überkochen. Unserer eingefahrenen Parteienlandschaft, die schon vor langer Zeit das Gespür für die Nöte der einfachen, arbeitenden Bevölkerung und der Rentner verloren hat, dürfte bis zur BTW2013 das Wasser bis zum Halse stehen. CDU/CSU/SPD/FDP können ja jetzt auf Stimmenfang gehen in den Lagern, denen sie seit Jahrzehnten Puderzucker in den verlängerten Rücken blasen. Milliardäre, Millionäre, Konzerne, Bänkster, Energieriesen, Hedgefondsmanager, Beamten.....

  • Sie sollten es bei der Freiheit Unsinn zu denken belassen, statt ihn ohen jede Begründung zu äußern, wenn Sie ernst genommen werden wollen. Danke!

  • Zypern wedelt mit dem EURO-Hund!
    Besser kann man es wirklich nicht formulieren.

  • euro rettung = schutzgeld zahlen an faschisten.
    wenn wir damit aufhören fliegt uns der ganze salat einschliesslich target2 um die ohren.
    wenn wir weiter zahlen drückt uns der euro faschismus zunehmend in die unfreiheit.
    pleite sind wir in jedem fall, daher lohnt es nicht dem faschismus weiter vorschub zu leisten.


  • Alle haben Dreck am Stecken. Zuerst die Griechen mit ihrem Schuldenschnitt, welcher zypriotische Banken hart getroffen hat.Dann die EZB mit ihren ELA-Krediten, obwohl da schon klar war, dass die Banken notleidend sind und zuguterletzt die EU mit dem verrückte Vorschlag die Bankguthaben mit einer Strafsteuer zu belasten. Ob Russen, Briten oder sonstwer Guthaben in Zypern haben, kann doch schwerlich zur Insolvenz der zypr. Banken führen. Alles nur Nebelkerzen um die wirklichen Tatsachen zu verdrehen und unsere Politiker als Verteidiger des EURO'sdarzeeustellen. - Zypern bleibe standhaft und die EU-Bürger werden zahlen wie immer -

  • @FREIDENKER
    Wenn ich mal so frei denke, ist jeden Tag in manchen Leben der 1. April.

  • Zunächst einmal möchte ZYPERN die 10 Milliarden EU Kredit erhalten. Die reichen Anlegern, die aus Gier sich den riskoreichen zypriotischen Banken anvertrauten, will Zypern schonen.

    Zypern kommt dagegen mit hyperwindigen Solidaritätsfonds, die auf dem Prinzip Hoffnung basieren. Zypern schützt so sein krudes Geschäftsmodell, trotz der Zockerpleite der Banken. Die Bürger EU und Zypern sollen zahlen - nicht die Anleger der Banken Zyperns.

    Wenn die EU nun 10 Milliarden Euro abfließen läßt und den kruden Eigenanteil Zyperns abnickt, ist die Gefahr riesig, dass Zypern nach etlichen Monaten einen erneuten EU-Kreditantrag stellt. Gleichzeitig wird dann versucht die Rückzahlungsmodalitäten zu strecken.

    Die EU ist dumm und läßt sich an der Nase herumführen, würde die 10 Milliarden Euro einfach so mit "windigen" Sicherheiten überwiesen haben. Wer kauft denn schon ernsthaft Staatsanleihen Zyperns, einem Kleinstaat mit 800.000 Einwohnern, gigantisch verschuldet mit einer aufgeblähten hochrisikobehafteten Finanzindustrielandschaft.

    Niemand ist so blöd - nur die EU ist blöd, die Bürger der EU in eine Art Gemeinschaftshaftung für krude Bankenzockergeschäfte zu überführen. Zypern ist ein Musterbeispiel dafür, wie Banken Staaten in den Ruin treiben und Politiker den Job des Erfüllungsgehilfen zuweisen.

    ZYPERN hat eine Chance verdient, sich pleite gehen zu lassen, die Banken zu schließen und NEU anzufangen - ohne Schuldenberge der Banken. Und was macht ZYPERN .... hinterlegt die Rentenpensionen und Eigentum der Kirchen mit als Sicherheit für einen Eigenkreditanteil.

    Die Bürger haften für die Banken- und Politikergeschäfte. Einsichtsieht anders aus.
    Die "Schuldfrage" werde Politiker Zyperns natürlich woanders suchen. Deutschland wird Schuld sein; die EU wird Schuld sein. "Doof" sind immer nur die Anderen.

  • Die EZB ist sehr an einer Rettung interessiert, weil die bereits gewährten (gegen die Statuten) ELA von fast 10 Mrd verloren wären, und die EZB zugeben müßte insolvente Banken/Staaten finanziert zu haben.
    Das macht sie sowieso, aber mehr versteckt.

  • Die Zyprer sind souverän und können autark entscheiden. Die anderen haben das zu repektieren.

    ABER: Die Zyprer haben im Gegenzug zu akzpetieren, dass kein europäisches Steuergeld deren Fehler beseitigt. Lasst das Land pleite gehen. Dann lernt hoffentlich ganz Europa, dass Werte nur durch Arbeit geschaffen werden; nicht durch Demonstrationen, nicht durch Geldanlage, sondern Industrie, Landwirtschaft und die angeschlossenen Dienstleistungen.

  • Zunächst ist es ganz normal, sich für schwerwiegende Entscheidungen Zeit zu lassen.
    Nur die deutschen Abnicker im Parlament würden über 1000 Seiten Vertragswerk (ESM) in einigen Stunden lesen, diskutieren, verstehen und alternativlos undemokratisch durchpeitschen. Weil sonst die "Finanzmärkte" beunruhigt wären.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%