Ägypten Niebel kritisiert Militärputsch

Auch wenn große Teile der Bevölkerung ihn nicht unterstützten – dass der ägyptische Ex-Präsident Mursi einfach abgesetzt wurde, hält Entwicklungsminister Niebel für illegitim. Hilfen für das Land soll es weiter geben.
7 Kommentare
Entwicklungsminister Dirk Niebel plädiert für einen zweiten Blick, er hält die Aktion des ägyptischen Militärs gegen Ex-Präsident Mohamed Mursi für ungerechtfertigt und die Freude und Erleichterung für überstürzt. Quelle: dpa

Entwicklungsminister Dirk Niebel plädiert für einen zweiten Blick, er hält die Aktion des ägyptischen Militärs gegen Ex-Präsident Mohamed Mursi für ungerechtfertigt und die Freude und Erleichterung für überstürzt.

(Foto: dpa)

BerlinBundesentwicklungsminister Dirk Niebel hat die ägyptischen Streitkräfte wegen der Absetzung von Präsident Mohammed Mursi kritisiert. „Die Tatsache, dass ein Großteil der Bevölkerung mit der Amtsführung der Regierung nicht zufrieden war, rechtfertigt nach wie vor keinen Militärputsch, sondern höchstens eine demokratische Abwahl“, sagte der FDP-Politiker am Freitag im Bayerischen Rundfunk. Nur bei einer schnellen Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung erscheine es akzeptabel, auch mit öffentlichen Stellen zusammenzuarbeiten.

Kanzlerin Angela Merkel hatte sich am Donnerstag zurückhaltender geäußert. „Es handelt sich hier ohne Zweifel um umwälzende Ereignisse, die wir doch mit großer Sorge verfolgen“, sagte sie. Von einem Putsch sprach sie wie zuvor auch die US-Regierung nicht. Sollte die US-Regierung doch zur Einschätzung kommen, dass das ägyptische Militär geputscht hat, wäre sie per Gesetz verpflichtet, die meisten Hilfen an das Land zu stoppen.

Niebel bekräftigte, dass Entwicklungshilfe für das arabische Land weiter nötig sei. Ägypten sei ein bitterarmes Land, in dem es keinen Mittelstand gebe. Die Bundesregierung arbeite vor allem weit weg von staatlichen Stellen.

Die Streitkräfte hatten Mursi gestürzt und einen Übergangspräsidenten eingesetzt. Die Opposition warf ihm vor, Ägypten islamisieren zu wollen und machte ihn für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

7 Kommentare zu "Ägypten: Niebel kritisiert Militärputsch"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Niebel bekräftigte, dass Entwicklungshilfe für das arabische Land weiter nötig sei. Ägypten sei ein bitterarmes Land, in dem es keinen Mittelstand gebe.
    ---------
    Dafür jede Menge Analphabeten und eine
    Durchschnittsalter-Bevölkerung von 24..
    jedes Jahr,zweieinhalb Millionen Geburten.
    Warum bekommen die für die Kohle keine Auflagen.
    Zum Beispiel zu verhüten.
    Entwicklung jedenfalls findet dort keine statt.
    Im Gegenteil,wie die vermehrt sexuellen Übergriffe
    an Frauen,bezeugen.



  • Das Volk ist in den meisten Ländern der Souverän außer bei uns. Das nur weil wir Deutschen uns immer noch mit der Schuld des zweiten Weltkrieges ständig befassen und und in 3 Generation weiter Angeklagt sind. Ohne Adolf Hitler und der
    NSDAP könnten Parteien wie die Grünen und Linken keinen Fuß fassen und diesen Staat zusammen mit der SPD in Einzelteile zerlegen. Eine Regierung muss wenn sie gewählt ist, alle Interessen der Bürger vertreten. Tut sie es nicht, begeht sie Verrat an der Demokratie und darum ist Murksi abgesetzt. Er hat nichts begriffen und
    Allah hat ihn sicherlich keine Ratschläge gegeben. Niebel
    sollte nicht soviel Mövenpik essen,,da friert das Gehirn ein.

  • Niebels Kommentar ist überflüssig. So überflüssig wie die Finanzierung von Kläranlagen in den Palestinensergebieten. Der Oberkommandierende der Armee General Sisi hat sowohl mit dem Klerus als auch mit allen Volksparteien in Ägypten, auch den islamistischen 5 Stunden über die Absetzung des Herrn Morsi beraten. Die Teilnehmer dieses Gesprächs haben der Absetzung Morsis einstimmig zugestimmt. Erst Danach ist General Sisi vor die Öffentlichkeit getreten und hat die gemeinsam getroffene Entscheidung bekanntgegeben.

  • ..ein Entwicklungsminister und dazu ein Gesichtsloser.
    Ich bin froh wenn ich diese Partei und diese Absahner von der FDP und Moralisten bald nicht mehr sehen muss .

  • Recht hat er, ein bisschen Demokratie geht nicht.

    Das war ganz klar ein Putsch und gehört als solcher verurteilt.

    Die USA hoffen ihren neuen Mubarak zu haben, und haben vermutlich nachgeholfen.

  • Meines Erachtens ist es unklug, dass ein Entwicklungsminister das Einschreiten des ägyptischen Militärs als "Putsch" bezeichnet, selbst wenn er zu dieser Auffassung gelangt. Was wäre in Ägypten ohne die militärische Aktion geschehen? Wer glaubt denn ernsthaft, dass eine demokratische Wahlentscheidung herbeigeführt werden konnte?

  • .. was ist das für eine Regierung, die das eigene (steuerzahlende) Volk zu Gunsten dieser (...) am Nil ausbeutet!!? Hört endlich auf, die übrige Welt auf Kosten des deutschen Steuerzahlers zu beschenken - insbesondere, wenn es sich um freiheitsfeindliche (...)handelt!


    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%