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Ägypten Von Mursi ernannter Generalstaatsanwalt tritt zurück

Wenige Wochen nach seiner Ernennung durch Präsident Mohammed Mursi gibt der umstrittene ägyptische Generalstaatsanwalt Talaat Ibrahim Abdullah auf. Er beugt sich damit offenbar dem Druck des ägyptischen Justizapparats.
18.12.2012 Update: 18.12.2012 - 01:05 Uhr Kommentieren
Der vom ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi ernannte Generalstaatsanwalt Talaat Ibrahim Abdallah ist zurückgetreten. Quelle: AFP

Der vom ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi ernannte Generalstaatsanwalt Talaat Ibrahim Abdallah ist zurückgetreten.

(Foto: AFP)

Kairo Nach nicht einmal vier Wochen im Amt ist der vom ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi ernannte Generalstaatsanwalt Talaat Ibrahim Abdallah zurückgetreten. Der Generalstaatsanwalt habe seinen Rücktritt angeboten, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Justizkreisen. Demnach drängten Mitglieder der Staatsanwaltschaft Abdallah zum sofortigen Abgang. Der Oberste Justizrat werde das Rücktrittsgesuch des früheren Richters kommenden Sonntag prüfen, erfuhr AFP von derselben Quelle.

Hunderte Mitglieder der Generalstaatsanwaltschaft hatten sich am Montag an einer mehrstündigen Sitzblockade vor Abdallahs Büro beteiligt, um der Forderung nach seinem Rücktritt Nachdruck zu verleihen. In dem seit Monaten andauernden Machtkampf mit dem ägyptischen Justizapparat hatte der Präsident Ende November den Staatsanwalt Abdel Meguid Mahmud entlassen. Bei seiner ersten Entlassung durch den Präsidenten hatte sich Mahmud mit der Unterstützung einflussreicher Richter noch erfolgreich geweigert, seinen Posten zu verlassen. Am 22. November wurde er schließlich durch Abdallah ersetzt.

Der Präsident liegt mit den Richtern und Staatsanwälten des Landes in einem Dauerclinch, unter anderem weil er sie einer zu großen Nähe zur gestürzten Führung um den langjährigen Machthaber Husni Mubarak verdächtigt. Mursi entstammt der islamistischen Muslimbruderschaft. Deren politischer Arm, die Partei für Freiheit und Gerechtigkeit, setzte sich bei der am Samstag abgehaltenen ersten Runde des Verfassungsreferendums mit ihrer Unterstützung des umstrittenen Textes offenbar durch.

Linke, liberale, säkulare und christliche Gegner des Verfassungsentwurfs befürchten, dass der Text dem islamischen Recht, der Scharia, zuviel Raum gibt. Der Volksentscheid, der kommenden Samstag mit der zweiten und letzten Runde fortgesetzt wird, gilt auch als Votum über Staatschef Mursi, der den Verfassungsentwurf maßgeblich unterstützte.

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