Afghanistan Selbstmordattentäter tötet acht Menschen bei Anschlag auf Ministerium

Acht Tote und 15 Verletzte hat ein neuer Selbstmordanschlag in Kabul gekostet. Damit steigt die Rekordzahl der zivilen Todesopfer weiter.
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Nach dem Selbstmordanschlag auf das Ministerium wird ein verletzter Mann ins Krankenhaus gebracht. Quelle: dpa
Anschlag in Kabul

Nach dem Selbstmordanschlag auf das Ministerium wird ein verletzter Mann ins Krankenhaus gebracht.

(Foto: dpa)

KabulBei einem Selbstmordanschlag auf ein Ministerium in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens acht Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Der Attentäter habe sich am späten Nachmittag (Ortszeit) vor dem Eingang des Ministeriums für Ländliche Entwicklung im Westen der Stadt in die Luft gesprengt, als die Mitarbeiter das Gebäude am Ende ihres Arbeitstages verlassen hätten, sagte Polizeisprecher Haschmat Stanaksai am Sonntag.

Unter den Opfern seien sowohl Zivilisten als auch afghanische Sicherheitskräfte. Auch ein Fahrzeug eines vorbeiziehenden ausländischen Militärkonvois wurde demnach bei dem Anschlag beschädigt. Die Truppen seien aber unversehrt geblieben, fügte der Polizeisprecher hinzu. Bislang sei nicht klar, auf wen oder was der Selbstmordattentäter abgezielt habe.

Zunächst reklamierte keine Gruppe den Anschlag für sich. Erst am 11. Juni hatte ein Selbstmordanschlag vor demselben Ministerium 13 Menschen das Leben gekostet. Damals hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat bekannt.

Zahl der zivilen Todesopfer auf Rekordhoch

Die Zahl der bei Konflikten in Afghanistan getöteten Zivilisten hat den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009 erreicht. Im ersten Halbjahr 2018 wurden nach einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der UN-Mission Unama mindestens 1692 Zivilisten getötet – ein Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Zugleich wurden demnach 3430 Zivilpersonen verletzt, rund fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Hauptursache für zivile Opfer sind demnach Bomben, von denen 427 Zivilisten getötet und 986 verletzt wurden. Dem Bericht zufolge war die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für 52 Prozent aller tödlichen Selbstmordanschläge und komplexen Angriffe verantwortlich.

Bei bewaffneten Konflikten wurden demnach insgesamt 157 Frauen und 363 Kinder getötet, 387 Frauen und 992 Kinder wurden verletzt. Die Zahl ziviler Opfer allein bei Luftangriffen afghanischer und US-Truppen stieg um 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – dabei gab es 149 Tote und 204 Verletzte.

Insgesamt wurden im Jahr 2017 nach UN-Angaben 3438 Menschen getötet und 7015 verletzt. Afghanistan verzeichnete dabei das vierte Jahr in Folge mehr als 10.000 zivile Opfer. Die Zahlen der UN gelten als konservativ, weil die Organisation für jeden registrierten Fall mindestens drei unabhängige Quellen benötigt.

  • rtr
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