Afghanistan Taliban planen den Umsturz

Düstere Nachrichten aus Afghanistan. Laut einem Bericht der Nato unterstützt Pakistan die Taliban. Und es sieht nach Medienberichten ganz danach aus, dass sich diese Unterstützung auszahlen könnte: mit einem Umsturz.
Update: 01.02.2012 - 10:28 Uhr 8 Kommentare
Ehemalige Kämpfer der Taliban halten ihre Waffen hoch. Doch die islamischen Extremisten sind trotz mancher Abweichler äußerst siegessicher. Quelle: dapd

Ehemalige Kämpfer der Taliban halten ihre Waffen hoch. Doch die islamischen Extremisten sind trotz mancher Abweichler äußerst siegessicher.

(Foto: dapd)

London/IslamabadDie pakistanischen Sicherheitskräfte unterstützen einem geheimen NATO-Bericht zufolge im Verborgenen die Taliban in Afghanistan. Wie die britische Zeitung „The Times“ und der Rundfunksender BBC am Mittwoch unter Berufung auf das NATO-Dokument berichteten, ist die Regierung in Islamabad über den pakistanischen Geheimdienst ISI nach wie vor mit den Aufständischen „eng verknüpft“. Demnach verfügt Pakistan über ein Netz von Mittelsmännern und Spionen, über die strategische Hinweise über die ausländischen Soldaten an die Taliban weitergeleitet werden können.

Der NATO-Bericht basiert laut BBC auf Daten aus 27.000 Verhören von mehr als 4000 Kämpfern des Terrornetzwerks Al-Kaida und der Taliban. Den Angaben zufolge wurde er im vergangenen Monat der NATO-Führung in Afghanistan übergeben.

Die Folgen könnten dramatisch sein: Die Taliban bereiten sich Medienberichten zufolge nämlich darauf vor, nach dem Abzug der ausländischen Truppen aus Afghanistan wieder die Macht in Kabul zu übernehmen. „Wenn die Isaf keinen Einfluss mehr hat, sehen die Taliban ihren Sieg als unabwendbar an“, zitierte die britische Zeitung „Times of London“ aus einem geheimen US-Militärbericht.

Die „BBC“ berichtete unter Bezugnahme auf die gleichen geheimen Dokumente, dass der pakistanische Geheimdienst ISI die Taliban bei Anschlägen auf ausländische Truppen unterstütze. Das Außenministerium in Islamabad wies den Vorwurf als haltlos zurück. Die zuständigen Behörden in den USA und Großbritannien wollten keine Stellung zu dem Bericht nehmen.

Die internationalen Truppen wollen sich bis 2014 aus dem vom Krieg gezeichneten Land zurückziehen und bis dahin das Kommando an die im Aufbau begriffene afghanische Armee abgeben. Nach dem mehr als zehn Jahre dauernden Krieg gegen die Taliban versucht die Regierung in Kabul nun, mit hochrangigen Vertretern der Gruppe zu verhandeln, um sie vom Friedensprozess zu überzeugen. Immer wieder kommt es zu Anschlägen auf Nato-Kräfte.

Geheimdienstler und Taliban treffen sich regelmäßig
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8 Kommentare zu "Afghanistan: Taliban planen den Umsturz "

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  • Mal ehrlich...

    hat irgend jemand etwas anderes erwartet, als das ein Militäreinsatz in Afghanistan wie die Male zuvor keinen Sinn macht?

    Gestorben sind viele, kein Leid wurde verringert!!!

    Das ganze Possenspiel um angebliche Kriege wegen Terroristenverfolgung usw. kann doch auch keiner mehr hören..

    Hier geht es immer um Öl und Bodenschätze und darum, dass hochgerüstete Nationen auch mal die Waffen ausprobieren müssen, die von vielen Arbeitnehmern zusammengebaut werden...

    Sonst nichts!!!

    Ist alles Volksverarsche, Geld verbrennen und Menschenleben zerstören...

    Mit was für einem Ergebnis...keines!!!

  • Nicht die Generäle waren es! Es waren und sind die Regierungen, die demokratisch legitimiert (und dank Springer und co. die mit der richtigen Propaganda unterstützen), den Generälen den Marschbefehl in die Hand drücken! Viele Generäle haben sich mahnend vor Afghanistan, Irak und Libyen vor Kameras und Mikrofone gestellt, ihre Reputation und ihre Stellung riskiert - für was? Hr. Köhler hat zugegeben, dass Afghanistan ein Rohstoffkrieg ist (DAS war kein versehen!). Wie wurde es ihm gedankt? Hat irgend jemand konsequenzen gefordert, dass Deutschland nicht seine Freiheit, sondern die Freiheit der Rohstoffkonzerne am Hindukush verteidigt? Nein? Komisches Volk...
    Der Pöbel will Blut und explosionen in "Echtzeit" a la Hollywood! Der Pöbel möchte, durch seine trostlose Existenz der Zukunft beraubt, wenigstens noch eines mit Sicherheit Wissen - wir sind die guten, die gerechten und somit die Überlegenen mit der moralischen Pflicht auf unserer Seite!

  • Hallo,
    Krieg hat noch nie Probleme gelöst, aber immer wieder neue geschaffen.
    Bluten und Bezahlen müssen allerdings nie die Verantwortlichen. Das ist das eigentliche Dilemma.

  • Dieses Ergebnis des Afghanistan-Kriegs war von Anfang an für jeden klar Denkenden abzusehen. Die USA versuchten, mit Karzai eine Marionette zu installieren, wie zuvor die Sowjets Babrak Karmal - nur mit sehr viel mehr Geld. Die Mrd von $ wurden von Karzai an gierige Clan-Chefs verteilt, die es in Koffern nach Dubai trugen (vgl. CIA Bericht). Loyalität ist in Afghanistan immer eine Frage des Preises. Fliesst kein Geld mehr von der einen Seite, wenden sich die Clan-Chefs demjenigen zu, der zu zahlen bereit ist. Der ISAF-Krieg in Afghanistan reiht sich nahtlos ein in die Geschichte als nutzloses Blutvergiessen propagandistisch verdummter westlicher Soldaten zu Gunsten der Opium Clans. Der Unterschied zu anderen Raubkriegen der Geschichte ist, dass der verblödete Westen den Clan Chefs ermöglicht hat, den Krieg vom Feind bezahlt zu bekommen. Was für ein Schwachsinn.

  • Die Linke, meiner Meinung nach durchaus ernst zu nehmen, setzt sich doch für einen sofortigen Abzug ein.

  • Warum setzt sich eigentlich keine der ernstzunehmenden deutschen Parteien (inkl. Grüne) für einen SOFORTIGEN Abzug aller Truppen aus Afghanistan ein? Das Publikum hat diesen Krieg noch nie verstanden, wird einfach und hartnäckig ignoriert.

  • Wofür haben eigentlich so viele Soldaten sterben müssen. Nur weil Generäle nichts anderes können als Krieg spielen? Traurig, dass die degenerierte Menscheit aus keinem Krieg etwas gelernt hat. Es hat sich seit der Zeit mit Fellschurtz und Keule nichts geändert.

  • Der Krieg der Nato ist gescheitert und hat Zehntausende Menschenleben gefordert. Wofür?
    Wir sind belogen worden damit wir den Einsatz unterstützen. Es ist an der Zeit die Lügner zur Verantwortung zu ziehen und die Hinterbliebenen sollten für eine Bestrafung sorgen.
    Andernfalls wird das wieder und wieder geschehen. Wo bleiben die Friedensbewegungen eigentlich?

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