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Afghanistan Terror und Manipulation überschatten Parlamentswahlen

Die freien Parlamentswahlen in Afghanistan werden vom Terror geprägt. Schon im Vorfeld wurde die Abstimmung von Anschlagsdrohungen und Korruptionsvorwürfen überschattet. Mit der Öffnung der Wahllokale setzten die Taliban dann um, was sie angekündigt hatten: Raketeneinschläge trafen Kabul und weitere Städte.
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HB KABUL. Überschattet von Angriffen der Taliban ist in Afghanistan am Samstag ein neues Parlament gewählt worden. Bei Anschlägen der radikal-islamischen Gruppe wurden mindestens zehn Menschen getötet. Auch die Bundeswehr war Ziel von Angriffen, bei denen deutsche Soldaten jedoch nicht verletzt wurden. Wegen der Anschlagsdrohungen der Taliban blieben 1561 der geplanten 6835 Wahllokale geschlossen. Bei den Wahlen selbst, die der weiteren Stabilisierung Afghanistans dienen sollen, kam es zu Unregelmäßigkeiten.

Beim schwersten Anschlag der Aufständischen wurden im Norden Afghanistans sieben Angehörige der Sicherheitskräfte getötet, wie die Polizei mitteilte. Der Angriff in der Provinz Baghlan, die zum Einsatzgebiet der Bundeswehr gehört, war gegen einen Schutzposten in der Nähe eines Wahllokals gerichtet. Drei weitere Menschen wurden bei Raketenangriffen im Osten und Norden getötet. Das Bundeswehr-Lager in Kundus wurde mit mehreren Raketen angegriffen, von denen nur eine das Gelände des Flughafens traf. Einige Stunden später wurden deutsche Soldaten gut zehn Kilometer entfernt vom Lager mit Gewehren beschossen.

Bereits vor Öffnung der Wahllokale um 07.00 Uhr Ortszeit (04.30 MESZ) verübten die Taliban mehrere Anschläge. In der Hauptstadt Kabul feuerten die Aufständischen nach Angaben der Polizei eine Rakete ab, die nahe der US-Botschaft und des Hauptquartiers der internationalen Schutztruppe Isaf niederging.

Opfer oder größeren Sachschaden habe es aber nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Die Isaf war nach den Worten ihres Kommandeurs David Petraeus auf Anschläge eingestellt. Die Sicherheitskräfte hätten einige Anschlagspläne durchkreuzt. So seien acht Terrorverdächtige festgenommen worden, die Angriffe am Wahltag geplant hätten.

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