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Afrika Namibia im Griff von Dürre und Rezession – Deutschland will helfen

Deutschlands Kolonialzeit hat ein dunkles Kapitel. In Namibia wird Bundesentwicklungsminister Müller (CSU) jetzt damit konfrontiert.
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Müller sagte vor dem Treffen, die deutsche Kolonialgeschichte müsse aufgearbeitet und der Versöhnungsprozess weiter gestärkt werden. Quelle: dpa
Gerd Müller

Müller sagte vor dem Treffen, die deutsche Kolonialgeschichte müsse aufgearbeitet und der Versöhnungsprozess weiter gestärkt werden.

(Foto: dpa)

Windhuk Bundesentwicklungsminister Gerd Müller sucht in Namibia – der ehemaligen deutschen Kolonie Südwestafrika – nach neuen Wegen der Zusammenarbeit. Ein Treffen mit Vertretern der Volksgruppen der Herero und Nama stieß jedoch schon im Vorfeld auf Kritik. Der entwicklungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Christoph Hoffmann, betonte: „Als einziger Minister hat er wie immer keinen einzigen Oppositionsabgeordneten mitgenommen; er richtet damit Schaden an, da das Thema Aufarbeitung des neokolonialen Erbes ein sensibles und im Bundestag noch ungeklärtes Thema ist.“

Beide Volksgruppen verlangen vom Bundestag eine Entschuldigung für zur Kolonialzeit begangene Verbrechen sowie eine finanzielle Wiedergutmachung. Das Deutsche Reich war von 1884 bis 1915 Kolonialmacht im heutigen Namibia.

Müller sagte vor dem Treffen, die deutsche Kolonialgeschichte müsse aufgearbeitet und der Versöhnungsprozess weiter gestärkt werden. „Wir wollen neue Formen der Zusammenarbeit besprechen.“ Die offene und ehrliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sei das Fundament für die gemeinsame Zukunft. Deutschland habe eine historische Verantwortung für die deutsche Kolonialvergangenheit und stehe zu der daraus erwachsenden Verpflichtung.

Bei einem Besuch Mitte Juli hatte Bundesratspräsident Daniel Günther (CDU) die damals „im deutschen Namen begangenen Gräueltaten“ an beiden Volksgruppen mit einem Völkermord gleichgesetzt.

Müller versprach eine Intensivierung des deutschen Engagements in dem südwestafrikanischen Staat. „Wir werden unsere Zusammenarbeit weiter ausbauen und neue Schwerpunkte setzen – insbesondere die Bereiche Ausbildung, Gesundheit und Energie wird Deutschland unterstützen“, kündigte er an.

Auf dem letzten Teil seiner Afrikareise will er nach den politischen Gesprächen auch Umwelt-, Naturschutz- und Infrastrukturprojekte in Namibia besichtigen und auch Vertreter von Kleinunternehmen und Start-ups treffen.

Das mit einer extremen Dürre kämpfende Land braucht dringend neue Wachstumsimpulse – es steckt seit 2016 in einer Rezession. Nur wenige Stunden vor Müllers Besuch hatte Namibias Notenbank ihre Wachstumsprognosen auf minus 1,7 Prozent nach unten revidiert. Landesweit erwarten die Währungshüter einen 17,6-prozentigen Einbruch der landwirtschaftlichen Produktion – andere Einschätzungen reichen bis zu gut 40-prozentigen Ernteeinbrüchen.

Als betroffen von der sich verschlimmernden Lage gelten nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Diamantenförderung sowie der Groß- und Einzelhandel, dem weitere Einbrüche vorhergesagt werden. Die schwachen Weltmarktpreise für Kupfer und Uran könnten nach Ansicht der Notenbank im kommenden Jahr zu Produktionseinbrüchen führen.

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  • dpa
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