Afrika und Haiti Trump dementiert Äußerung über Einwanderer aus „Drecksloch-Ländern“

Trump hat Berichte dementiert, wonach er afrikanische Staaten und Haiti als „Drecksloch-Länder“ bezeichnet hat. Er habe ein großartiges Verhältnis zu den Haitianern. Ein demokratischer Senator widerspricht Trump.
Update: 12.01.2018 - 19:04 Uhr 19 Kommentare
Donald Trump kritisiert Einwanderung aus „Drecksloch-Ländern“ Quelle: dpa
Donald Trump

Der US-Präsident will lieber Einwanderer aus Norwegen statt aus Afrika und Haiti.

(Foto: dpa)

Washington, GenfUS-Präsident Donald Trump hat sich gegen Berichte verwahrt, afrikanische Staaten und Haiti als „Drecksloch-Länder“ geschmäht zu haben. Er habe zwar einen harschen Ton angeschlagen, twitterte der wegen der kolportierten Äußerungen international kritisierte US-Staatschef am Freitag: „Aber das war nicht die Sprache, die ich gewählt habe“, fügte er hinzu ohne das Wort „Shitholes“ explizit zu nennen. Er habe von Haiti als einen „armen und notleidenden Land“ gesprochen: „Ich habe ein großartiges Verhältnis zu den Haitianern“, schrieb Trump. Der Demokratische Senator Dick Durbin erklärte dagegen im Sender MSNBC, Trump habe mehrfach von „Dreckslöchern“ gesprochen.

Der haitianische Botschafter in Washington, Paul Altidor, sagte am Freitag, Präsident Jovenel Moise verurteile eine derartige Wortwahl: „Und er ist schockiert.“ Haiti sollte für seine Leistungen gewürdigt werden, etwa für die Unterstützung der USA im Unabhängigkeitskrieg. Die Bürger seines Landes dürften nicht als „Haufen Einwanderer“ gesehen werden, die die USA ausnutzten. „Eine solche Behandlung haben die Haitianer nicht verdient“, sagte Altidor. Demnach wurde der US-Geschäftsträger in Haiti ins Außenministerium einbestellt. Von ihm sei eine Erklärung verlangt worden. Im Sender MSNBC verlangte der Botschafter eine Entschuldigung.

Trumps vermeintlichen Verunglimpfungen der Entwicklungsländer hatten die Vereinten Nationen auf den Plan gerufen: Die Äußerungen ließen sich nur als „rassistisch“ bezeichnen, sagte der Sprecher des UN-Menschenrechts-Büros, Rupert Colville, in Genf vor Journalisten.

„Warum sollten wir Menschen aus Drecksloch-Ländern aufnehmen“

In den USA warfen die oppositionellen Demokraten Trump offenen Rassismus vor. Auch aus den Reihen der Republikaner kamen empörte Töne. Informierte Personen hatten gesagt, Trump habe im Weißen Haus die Frage gestellt, warum die USA überhaupt Menschen aus afrikanischen Staaten oder Haiti aufnähmen. In dem Zusammenhang habe er von „Drecksloch-Ländern“ gesprochen und erklärt, die USA sollten lieber mehr Menschen aus Norwegen ins Land lassen.

Sollte sich bestätigen, dass Trump sich in der Form geäußert habe, wären dies schockierende und beschämende Kommentare eines US-Präsidenten, sagte Colville. „Man kann nicht ganze Länder und Kontinente als 'Dreckslöcher' abtun, deren Einwohner, die alle nicht weiß sind, deshalb nicht willkommen sind.“ Es gehe hier um mehr als nur „vulgäre Sprache“, sagte der UN-Vertreter. „Es geht darum, die Tür zur schlimmste Seite der Menschheit zu öffnen.“ Damit werde zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ermutigt, was potenziell „das Leben vieler Menschen zerstört“.

Die Vize-Generalsekretärin des in Südafrika regierenden ANC, Jessie Duarte, sprach von einer extremen Beleidigung. „Unser Land ist kein Drecksloch, auch nicht Haiti oder irgendein anderes Land, das in Not ist.“ Trumps Äußerungen fielen den Insidern zufolge bei einer Besprechung mit zwei Senatoren, die ihn über Pläne für einen gemeinsamen Gesetzesvorschlag von Republikanern und Demokraten zur Einwanderungspolitik unterrichteten. Eine über das Gespräch informierte Person zitierte Trump am Donnerstag so: „Warum wollen wir alle diese Leute aus Afrika hier haben? Das sind Drecksloch-Länder. (...) Wir sollten mehr Leute aus Norwegen haben.“

Trump warf den Demokraten im Gegenzug eine unverantwortliche Politik vor: Sie schienen darauf aus zu sein, von der südlichen Grenze der USA her Leute und Drogen ins Land strömen zu lassen und damit das Leben Tausender zu riskieren, twitterte Trump. „Es ist meine Pflicht, das Leben und die Sicherheit aller Amerikaner zu schützen.“ Es müsse eine „große Mauer“ gebaut werden.

Trump hat sich den Kampf gegen illegale Einwanderung auf die Fahnen geschrieben und wirbt seit dem Wahlkampf für eine Mauer an der Grenze zu Mexiko, deren Baukosten er dem südlichen Nachbarland aufbürden will. Die mexikanische Regierung betonte am Donnerstag, sie werde niemals für eine Mauer zahlen. Trump hatte zuvor in einem Zeitungsinterview gesagt, Mexiko könne indirekt durch Veränderungen am Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) zur Kasse gebeten werden. In der Nacht zu Freitag drohte Mexiko Insidern zufolge mit dem Abbruch der laufenden Nafta-Verhandlungen, sollte Trump die bestehende Vereinbarung mit Kanada und Mexiko aufkündigen.

In Panama trat unterdessen US-Botschafter John Feeley von seinem Amt zurück. Der frühere Marineinfanterist erklärte in seinem Rücktrittsschreiben, er könne Trump nicht mehr dienen. Dem US-Außenministerium zufolge gibt es mit der „Drecksloch“-Affäre allerdings keinen Zusammenhang. Er gehe von „persönlichen Gründen“ aus, sagte Außenstaatssekretär Steve Goldstein über die Entscheidung des Diplomaten.

  • rtr
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19 Kommentare zu "Afrika und Haiti: Trump dementiert Äußerung über Einwanderer aus „Drecksloch-Ländern“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie versprochen habe ich diese Woche nichts über deutsche Politik und erneuerbare Energien geschrieben. ;-)
    Das gilt jedoch nicht für den Sozialismus (und seine Soft-Version "Sozialdemokratie"):
    Letztlich sind nämlich International-Sozialismus (dem einige Kommentatoren huldigen) und National-Sozialismus die gleiche Sauce: eine kollektivistische, das Individuum und die Freiheit verachtende Ideologie. Eine schwere Verirrung des Verstandes.
    Und niemand hat das brillanter erkannt als der größte deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche, der bedauerlicherweise hier ja schon mit Oswald Spengler und Joseph Goebbels auf eine Stufe gestellt wurde: ;-)
    "Der Sozialismus ist der phantastische jüngere Bruder des fast abgelebten Despotismus, den er beerben will; seine Bestrebungen sind also im tiefsten Verstande reactionär. Denn er begehrt eine Fülle der Staatsgewalt, wie sie nur je der Despotismus gehabt hat, ja er überbietet alles Vergangene dadurch, dass er die förmliche VERNICHTUNG DES INDIVIDUUMS anstrebt: als welches ihm wie ein unberechtigter Luxus der Natur vorkommt und durch ihn in ein zweckmäßiges Organ des Gemeinwesens umgebessert werden soll."
    http://www.textlog.de/22056.html
    Ach ja: Wie hatte übrigens Joseph Goebbels die braun- sozialistische Sauce selber bezeichnet?
    "Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche LINKE. Nichts ist uns verhasster als der RECHTSSTEHENDE nationale Besitzbürgerblock."

  • Herr Tomas Maidan12.01.2018, 17:28 Uhr
    Trump? AfD? Ist im Prinzip das Gleiche.
    Den Präsidenten der USA mit der AfD zu vergleichen ist völlig daneben. Herr Maidan bessern Sie sich.

  • Trump? AfD? Ist im Prinzip das Gleiche.

  • Herr Tomas Maidan@ Den AfD-Fan nehmen Sie zurück, ich bin für Trump.

  • Noch etwas:
    Es gibt "Hilfsorganisationen" in den USA, die sich auf Haiti "spezialisiert" haben: unter dem Deckmantel, "Gutes zu tun", bekommen haitianische Kinder in den USA "Hilfe" oder werden adoptiert. Dort werden sie dann allerdings missbraucht.
    Googeln Sie einmal, welche Foundation in den USA hier angeblich auch mit beteiligt ist... ;-)

  • Naja, was soll die Aufregung? Genau betracht besitzt Trump selbst sogar zwei Shitholes. Aus dem einen kommt braune Soße. Aus dem anderen auch.

  • Noch etwas:
    Die karibische Insel Hispaniola besteht aus den Staaten Haiti im Westen und der Dominikanischen Republik im Osten.
    Was denken Sie ist der Hauptgrund dafür, dass die DomRep zu einem (wenn auch bescheidenen) Wohlstand gelangt ist, Haiti jedoch eines der Armenhäuser der Welt ist?

  • @ Herrn Peter Spiegel (10:18 Uhr)

    "... es dauert lang,
    bis man erkennt,
    dass man ein Niemand ist ..."

    (Gisbert zu Knyphausen/Barde,
    gestern Nacht, zum Auftakt seiner diesjährigen Deutschland-Tour, in der Münchner Muffat-Halle)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Man kann zu Trump stehen wie man will.
    Er hat das was zutrifft in undiplomatischen Worten gesagt, so wie man das mittlerweile von ihm gewöhnt ist.
    Die Potentaten stecken das Geld in die eigene Taschen und kümmern sich kaum um die Bevölkerung.
    Die Bevölkerung rennt weg und versucht das Glück in Europa.
    Hier sind sie nicht besonders willkommen und werden mit Hungerlöhnen abgespeist wenn sie eine Arbeit finden.

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