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Afrikas Wirtschaft Rohstoffe allein reichen nicht zum Glück

Unter den 53 Staaten Afrikas gibt es kaum ein Land, das nicht auf westliche Finanzhilfen angewiesen ist. Zahlreiche Volkswirtschaften sind zu einseitig ausgerichtet - der Wirtschaftsreichtum des Kontinents hat sich vielerorts als Fluch entpuppt.
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Arbeiter in einer Goldmine in Südafrika: Viele Länder auf dem Kontinent sind reich an Rohstoffen. Quelle: Reuters

Arbeiter in einer Goldmine in Südafrika: Viele Länder auf dem Kontinent sind reich an Rohstoffen.

(Foto: Reuters)

KAPSTADT. Drei Jahrzehnte liegt es zurück. Drei Jahrzehnte in denen wenig passierte. Bereits zu Beginn der 80er-Jahre hatten die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) Afrika harte Strukturreformen verordnet - und doch gibt es bis heute unter den 53 afrikanischen Staaten noch immer kaum ein Land, das die Intensivstation verlassen könnte. "Fast überall hat sich der Rohstoffreichtum des Kontinents als Fluch entpuppt", sagt Greg Mills von der Johannesburger Brenthurst Foundation. Die meisten Staaten hätten eine Diversifizierung ihrer Volkswirtschaft verpasst.

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn verbreitete bei seiner jüngsten Visite in Kenia zwar Optimismus. Afrikas Volkswirtschaften, behauptete er, seien in vieler Hinsicht dynamischer als die meisten in Asien, weshalb sich Afrika auch schneller als erwartet von der Finanzkrise erholen werde. Laut IWF soll der schwarze Kontinent bereits dieses Jahr um mehr als vier, kommendes Jahr um mehr als fünf Prozent wachsen - und damit stärker zulegen als die meisten anderen Regionen.

Bislang sprechen die Zahlen aber eine andere, ernüchterndere Sprache. Die Weltwirtschaftskrise hat die Nachfrage nach Rohstoffen gedämpft, Wagniskapital fließt nur noch spärlich. Die Folge: Die Staaten südlich der Sahara sind vergangenes Jahr nur um weniger als zwei Prozent gewachsen. Damit blieben sie nicht nur weit hinter den Erwartungen des IWF zurück, sondern lagen vor allem auch deutlich unter dem Bevölkerungswachstum von durchschnittlich rund drei Prozent. Damit fällt das bereits zuvor niedrige Pro-Kopf-Einkommen in Afrika weiter und die Arbeitslosigkeit steigt.

Symptomatisch für das schwache Wirtschaftswachstum sind zwei Entwicklungen: Lag Afrikas Anteil am Welthandel zur Zeit der Unabhängigkeit vieler seiner Staaten vor 50 Jahren noch bei fast zehn Prozent, so sind es inzwischen kaum zwei Prozent. Gleichzeitig kletterte Afrikas Anteil an der Weltbevölkerung jedoch von zehn auf inzwischen rund 15 Prozent.

Strauss-Kahn verbreitet Optimismus

Ein halbes Jahrhundert nach der Dekolonisation bleibt Südafrika der einzige Industriestaat des Kontinents. Auch die Aluminiumschmelzen in Mosambik, die Kupferminen in Sambia oder die Erdölfelder in Nigeria und Angola ändern nichts daran, dass es sich bei fast allen anderen Ländern noch immer um Agrarwirtschaften handelt. Sogar viele der Fanartikel für die Fußball-WM in diesem Sommer in Südafrika stammen aus China.

Um für Millionen von Afrikanern, die jährlich vom Land in die Städte strömen, eine Existenzgrundlage zu schaffen, wäre jedoch gerade der Aufbau eines Industriesektors dringend notwendig. Anders als China und Indien verdankt Afrika sein Wachstum nicht einer wachsenden Mittelschicht, sondern fast ausschließlich den boomenden Rohstoffmärkten - und davon profitierte nur eine kleinen Elite.

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