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AHK-Umfrage Deutsche Unternehmen in China blicken besorgt auf die zweite Jahreshälfte

Die Wirtschaft der Volksrepublik hat sich zuletzt erholt. Deutsche Firmen in China sind laut einer Umfrage dennoch pessimistischer als im März.
29.07.2020 - 16:30 Uhr Kommentieren
Die Mitarbeiter deutscher Unternehmen in China müssen sich Einschränkungen unterziehen. Quelle: dpa
VW-Werk in Schanghai

Die Mitarbeiter deutscher Unternehmen in China müssen sich Einschränkungen unterziehen.

(Foto: dpa)

Peking Obwohl die Wirtschaftszahlen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zuletzt einen Trend zur Erholung gezeigt haben, blicken deutsche Unternehmen in China besorgt auf das laufende Jahr. In einer Umfrage der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) gaben mehr als 50 Prozent der Firmen an, dass sie für das erste Halbjahr einen Umsatzrückgang von bis zu oder mehr als 20 Prozent erwarten.

Auch auf den Rest des Jahres blicken deutsche Unternehmen in der Volksrepublik pessimistischer als noch bei der letzten Umfrage im März. „Jedes zweite befragte deutsche Unternehmen in China erwartet 2020 einen zweistelligen Rückgang im Absatz“, sagte Ulf Reinhardt, Vorsitzender der Deutschen Handelskammer in Süd- und Südwestchina am Mittwoch bei der Vorlage der Zahlen. An der Umfrage nahmen rund 230 deutsche Firmen in China Ende Juni teil.

62 Prozent der Firmen gaben an, dass sie ihre Ziele für dieses Jahr moderat oder signifikant gesenkt haben. Mehr als die Hälfte hat Investitionen wegen der Krise vertagt oder ganz gestrichen.

Neue Daten der chinesischen Statistikbehörde hatten zuletzt Hoffnung gemacht, dass es mit der Wirtschaft des Landes wieder aufwärts geht. Nach einem Minus von 6,8 Prozent im ersten Quartal wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im zweiten Quartal laut offiziellen Angaben um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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    Allerdings stützte sich die Verbesserung der Zahlen vor allem auf die Produktion. Beobachter führen den Anstieg jedoch auf staatliche Infrastrukturmaßnahmen zurück. Die Nachfrage sowohl im In- als auch im Ausland ist jedoch weiterhin schwach.

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    Auch die deutschen Unternehmen in China sind verunsichert, inwieweit das investitionsgetriebene Wirtschaftswachstum nachhaltig ist. Obwohl die Fähigkeit zur Produktion bei fast allen Firmen voll wiederhergestellt ist, kämpfen zwei Drittel von ihnen mit einer gesunkenen Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen.

    Nicht einmal ein Viertel gab bei der AHK-Umfrage an, dass Nachfrage und Absatz wieder auf einem Normalniveau seien. „Die Rückkehr des Geschäfts auf Vorkrisenniveau wird sich voraussichtlich auf nächstes Jahr verschieben“, sagte AHK-Vertreter Reinhardt.

    Besondere Einreisebedingungen

    Zusätzlich zur Unsicherheit durch die Coronakrise machen die Reisebeschränkungen, die in China gelten, den Unternehmen zu schaffen. Seit Ende März gelten besondere Einreisebedingungen für die Volksrepublik, selbst Inhaber mit gültiger Aufenthaltsgenehmigung kommen nur mit neu ausgestellten Visa in das Land.

    Zudem fliegen aufgrund von Beschränkungen durch die chinesische Regierung nur sehr wenige Fluggesellschaften überhaupt nach China. In den vergangenen Wochen organisierte die Auslandshandelskammer mit politischer Unterstützung des Auswärtigen Amts mehrere Charterflüge, die ungefähr 1000 Mitarbeiter deutscher Firmen wieder zurück nach China gebracht haben.

    Für den Rest des Sommers sind weitere Flüge geplant, noch immer befinden sich Hunderte Mitarbeiter deutscher Firmen im Ausland. Auch die stark in China vertretenen deutschen Autobauer Daimler und Volkswagen hatten Charterflüge für ihre Mitarbeiter und deren Familien organisiert.

    Nach der Ankunft in der Volksrepublik müssen die Passagiere 14 Tage in Quarantäne-Hotels, von Hotelmitarbeitern wird ihnen Essen auf das Zimmer gebracht. Fast alle Unternehmen sind von den Einschränkungen betroffen und wünschen sich mehr Unterstützung von der chinesischen Regierung in diesem Punkt.

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    Für 60 Prozent der deutschen Firmen sind die Reisebeschränkungen das wichtigste Thema, das die Bundesregierung während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ansprechen sollte. Zudem forderten die Unternehmen, dass sich Berlin für eine Gleichbehandlung von ausländischen und lokalen Firmen in China einsetzen soll.

    Viele Wirtschaftsvertreter haben noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass wie von China und der EU verabredet bis Ende des Jahres ein EU-China-Investitionsabkommen steht. „Es wäre ein wichtiges Signal“, sagte Yasmine Riechers, Vize-Vorsitzende der AHK in Nordchina.

    Es ist aber wahrscheinlich, dass die Hoffnungen nicht erfüllt werden. Am Dienstag war ein Spitzentreffen von EU-Handelskommissar Phil Hogan und Chinas Vizepremier Liu He zum Investitionsabkommen ohne bedeutende Fortschritte verlaufen.

    China kommt laut EU in wichtigen Punkten nicht auf die Unterhändler aus Brüssel zu, etwa was die Vorzugsbehandlung von chinesischen Staatsunternehmen angeht. Zudem sind wichtige Treffen auf höchster politischer Ebene wie der EU-China-Gipfel in Leipzig wegen der Coronakrise abgesagt worden.

    Mehr: Tiktok: Das chinesische Unternehmen, das keines sein will.

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