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Aktienemission Russische Staatsreederei Sowkomflot strebt an die Börse

Mindestens 500 Millionen Dollar soll der IPO von Sowkomflot einbringen. Skeptiker sehen jedoch Risiken und zweifeln an einer langfristigen Gewinnsteigerung.
15.09.2020 - 17:15 Uhr Kommentieren
Die russische Staatsreederei ist auf den Transport von Erdöl und Gas in großen Tankschiffen spezialisiert. Quelle: www.imago-images.de
Tanker von Sowkomflot

Die russische Staatsreederei ist auf den Transport von Erdöl und Gas in großen Tankschiffen spezialisiert.

(Foto: www.imago-images.de)

Moskau Von Krise ist bei Sowkomflot nichts zu spüren. Trotz Corona hat der Konzern gute Zahlen vorgelegt: Schon im Vorjahr konnte die Reederei die Einnahmen um zehn Prozent auf 1,66 Milliarden Dollar steigern. Im ersten Halbjahr 2020 verbesserte Sowkomflot das Ergebnis noch einmal. 951 Millionen Dollar bedeuten einen Ertragssprung von 19 Prozent, der Gewinn pro Aktie stieg sogar um fast das Zweieinhalbfache.

Daraus will Sowkomflot nun Kapital schlagen: Gehörten bisher 100 Prozent der Aktien der russischen Regierung, so gab das Unternehmen nun bekannt, einen IPO an der Moskauer Börse zu planen. Der Schritt eröffne „ein neues Kapitel in der Geschichte“ Sowkomflots, sagte Generaldirektor Igor Tonkowidow. „Die Durchführung eines Börsengangs erlaubt es dem Unternehmen, seine Position als Weltmarktführer bei Seetransporten von Kohlenwasserstoffen zu festigen und zugleich seinen Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten zu erweitern“, so Tonkowidow weiter.

Tatsächlich ist Sowkomflot auf den Transport von Erdöl und Gas in großen Tankerschiffen spezialisiert. Insgesamt gehören 146 Schiffe zur Flotte, weitere 24 sind im Bau. Sowkomflot ist stark in die Erschließung der arktischen Rohstoffprojekte Jamal LNG und Arctic LNG auf den nordsibirischen Halbinseln Jamal und Gydan involviert. Von dort exportiert Novatek Flüssiggas über die Nordostpassage nach Europa und China.

Sowkomflot rechnet beim IPO eigenen Angaben nach mit mindestens 500 Millionen Dollar an Einnahmen. Der russische Staat soll aber weiterhin die Aktienmehrheit an der Petersburger Reederei behalten. Der Erlös aus dem Börsengang werde für die Weiterentwicklung des Unternehmens verwendet, speziell in den Schuldenabbau, neue Industrieprojekte und die Dekarbonisierung, heißt es in der Pressemitteilung.

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    Als Konsortialbanken hat Sowkomflot neben den russischen Großbanken VTB Capital und Sberbank auch die Citigroup, JP Morgan und BofA Securities benannt. Den Zeitpunkt der Platzierung ließ das Unternehmen offen.

    Es ist nicht das erste Mal, dass Sowkomflot mit einem Börsengang liebäugelt. Das erste Mal hatte das Unternehmen schon 2004 derartige Pläne offengelegt, wurde aber ebenso wie 2007 vom Wirtschaftsministerium ausgebremst. Auch in der Folgezeit landete die Staatsreederei immer wieder auf der Liste der Unternehmen, die die Regierung potenziell zu privatisieren gedachte. Mehrfach scheiterten die Pläne an verschiedenen Wirtschaftskrisen. Der Kreml fürchtete, den Konzern wegen der schlechten Konjunktur zu billig abzugeben.

    Die Gewinnsteigerungen der jüngsten Vergangenheit lassen die Regierung auf einen erfolgreichen Börsengang hoffen. Doch es gibt auch Skeptiker: Alexej Kirijenko, geschäftsführender Partner bei der Investmentgesellschaft Exante, sieht den russischen Deal mit der Opec über eine Förderbegrenzung beim Öl als Risiko.

    Er fürchtet, dass die Begrenzungen über einen längeren Zeitraum als bislang geplant anhalten. Schon jetzt sei der Nachfragerückgang spürbar. „Es gibt große Zweifel, dass Sowkomflot langfristig die Gewinne steigern kann“, meinte er daher. Institutionelle Anleger wären daher vorsichtig beim IPO, so Kirijenko.

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