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Al-Walid bin Talal Al Saud Der Gegen-Prinz

Bei der jüngsten Verhaftungswelle in Saudi-Arabien wurde auch Prinz Al-Walid Opfer der Säuberungskampagne. Der Multi-Milliardär ist für den machthungrigen Kronprinzen eine echte Gefahr – auch weil er ihm sehr ähnlich ist.
06.11.2017 - 19:12 Uhr 1 Kommentar
Der saudische Prinz ist an vielen Unternehmen beteiligt. Al-Walid soll Prinz Salman sehr ähnlich sein. Quelle: dpa
Al-Walid bin Talal

Der saudische Prinz ist an vielen Unternehmen beteiligt. Al-Walid soll Prinz Salman sehr ähnlich sein.

(Foto: dpa)

Berlin Fast alles, was Rang und Namen hatte in der Welt des Big Business, war vor gut einer Woche im Ritz-Carlton in Riad. Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman Al Saud hatte als Chairman des Staatsfonds Public Investment Fund eingeladen – und gekommen waren IWF-Chefin Christine Lagarde, die Ex-Promipolitiker Tony Blair und Nicolas Sarkozy sowie die CEOs und Top-Manager bedeutender globaler Konzerne und Großbanken, fast alle saudischen Industriellen sowieso. Nur einer fehlte: Prinz Al-Walid bin Talal Al Saud, Enkel des saudischen Staatsgründers und Großaktionär der von ihm gegründeten Kingdom Holding. Die Holding ist der größte private Konzern des Königreichs und Teilhaber bei international renommierten Firmen wie Twitter.

Doch twittern kann Prinz Al-Walid momentan nicht, obwohl er jüngst ausgerechnet in eben jenes Ritz-Carlton-Edelhotel gebracht wurde, wo Kronprinz Mohammed bin Salman, den hier alle nur MbS nennen, Hof gehalten hatte. Riads Ritz wurde für Prinz Al-Walid zum Nobelgefängnis. Denn der Multi-Milliardär, das Magazin „Forbes“ schätzt sein Vermögen auf 16,9 Milliarden Dollar, ist Teil der jüngsten Verhaftungswelle im wichtigsten Petrostaat der Welt. Vier Minister und Militärkommandeure wurden ausgetauscht, elf Prinzen mehrere Dutzend ehemalige Minister, Gouverneure, Spitzenbeamte und Militärs sowie einflussreiche Geschäftsleute und Top-Manager festgenommen. Und das alles nur einen Tag, nachdem der 81-jährige Monarch seinen Sohn auch zum Chef des eben erst am Sonnabend eingesetzten Anti-Korruptions-Komitees gemacht hatte.

Kronprinz wurde MbS auch erst kürzlich. Danach ließ er den bisherigen Amtsinhaber festsetzen, zudem mehrere einflussreiche Geistliche. Am Montag dann starb ein weiterer früherer Rivale: Der saudische Prinz Mansour bin Muqrin war bei einem Hubschrauberabsturz an der Grenze zum Jemen umgekommen – ebenso sieben weitere Menschen, zumeist Regierungsmitarbeiter, die mit an Bord waren. Prinz Muqrin verlor im April 2015 seinen Posten als Kronprinz.

Interessant ist die Festsetzung des bekanntesten arabischen Unternehmers Al-Walid – damit er nicht im Firmenjet fliehen konnte, wurden die Flughäfen der Hauptstadt Riad und der Hafenmetropole Dschidda für Privatflieger gesperrt – wegen seiner Ähnlichkeit zu Salman: Wie der Kronprinz auf Reformen und Frauenrechte setzt, hat auch der Multi-Milliardär seit Jahren schon Frauen in Führungspositionen seiner Unternehmen gebracht – sogar eine Pilotin für seinen privaten Airbus A380. Auch die jüngst auf dem Forum des Staatsfonds PIF vom Kronprinzen vorgetragene Forderung nach der Rückkehr seines bisher erzkonservativen Königreichs zu einem moderaten Islam, hat Prinz Al-Walid seit Jahren gefordert und durch eine entsprechende liberale und über-konfessionelle Stiftung befördert. Ohnehin war er dabei, die weltgrößte Privatstiftung aufzubauen, die mit geplanten 32 Milliarden Dollar Privatkapital größer als die Bill und Melinda Gates Stiftung wäre.

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    Doch aus der Ähnlichkeit der beiden mächtigen Männer erwuchs bittere Rivalität: Der erst 32-jährige MbS wurde erst jüngst von seinem Vater, König Salman, zum Kronprinzen befördert. Prinz Al-Walids Vater, der bislang mächtige Prinz Talal, hatte 2015 nach dem Tod des damaligen Herrschers mit nur drei weiteren Mitstreitern gegen die Thronbesteigung Salmans gestimmt.

    An Trump scheiden sich die Geister
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    1 Kommentar zu "Al-Walid bin Talal Al Saud: Der Gegen-Prinz"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Der Gegen-Prinz" ist natürlich eine kreative Headline und der Artikel beleuchtet auch einige Aspekte, die tatsächlich derzeit eine Rolle spielen. Er ist aber kein Rivale.

      Wer in Saudi Arabien unterwegs ist, kennt die Hintergründe am besten. Korruption ist das Zauberwort. Und auch wenn es schwerfällt: Trump passt nicht in jeden Artikel.

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