Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Algerien Polizei lässt 195 Demonstranten festnehmen

Unter die Massenproteste gegen Algeriens Staatschef Bouteflika haben sich große Mengen Randalierer gemischt. Es kam zu 195 Verhaftungen - und hunderten Verletzen.
Update: 09.03.2019 - 14:21 Uhr Kommentieren
In der algerischen Hauptstadt sind hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um gegen eine fünfte Amtszeit von Präsident Bouteflika zu protestieren. Quelle: dpa
Protest gegen Bouteflika

In der algerischen Hauptstadt sind hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um gegen eine fünfte Amtszeit von Präsident Bouteflika zu protestieren.

(Foto: dpa)

AlgierBei Zusammenstößen am Rande des Massenprotests gegen Algeriens Präsidenten Abdelaziz Bouteflika sind mehr als 200 Menschen verletzt worden. Aus einem Krankenhaus in der Hauptstadt Algier hieß es am Samstag, es seien mehr als 100 Zivilisten eingeliefert worden. Einige hätten Tränengas eingeatmet, andere seien von Steinen oder Gummigeschossen getroffen worden.

Die algerischen Sicherheitsbehörden hatten zuvor auch von mehr als 100 verletzten Polizisten berichtet. In einem Versuch, weitere Proteste einzudämmen, ordnete Algeriens Bildungsministerium am Samstag überraschend an, die Frühlingsferien an den Universitäten vorzuziehen und auf fast vier Wochen auszudehnen. Sie sollen nun an diesem Sonntag beginnen. Vor allem an Universitäten hatte es zuletzt immer wieder Proteste gegeben.

Am Freitag waren zunächst in vielen Städten des Landes Menschenmassen friedlich auf die Straße gegangen. Es handelte sich um die größten Demonstrationen seit Ausbruch der Protestwelle vor mehr als drei Wochen. Die Schätzungen reichten von Zehntausenden bis zu Hunderttausenden Teilnehmern. Im Zentrum der Hauptstadt Algier waren Straßen und Plätze bis zum Bersten gefüllt.

Nach Ende der Demonstrationen kam es jedoch zu Zusammenstößen mit der Polizei. Offizielle Stellen sprachen von „Chaoten“, die im Nationalmuseum für Altertümer und Islamische Kunst randaliert und geplündert hätten. Bilder zeigten ausgebrannte Räume und zerstörte Vitrinen. 195 Menschen wurden festgenommen.

Seit Ende Februar kommt es landesweit immer wieder zu Protesten gegen den 82 Jahre alten Bouteflika. Der Staatschef ist seit 20 Jahren an der Macht und will sich bei einer Abstimmung am 18. April erneut wählen lassen. Es wäre seine fünfte Amtszeit.

Seine Gegner halten ihn jedoch nicht mehr in der Lage, das Amt auszuüben. Nach einem Schlaganfall sitzt Bouteflika im Rollstuhl und hat große Probleme beim Sprechen. Der Präsident hält sich seit rund zwei Wochen zur medizinischen Behandlung in Genf auf. Wann er nach Algerien zurückkehren kann, ist unklar. Seit Ausbruch der Proteste äußerte er sich nur durch Botschaften, die für ihn verlesen wurden.

Die Bilder erinnern an die arabischen Aufstände vor acht Jahren, wo Massenproteste in den benachbarten Ländern Langzeitherrscher zu Fall brachten. In Algerien blieb die Lage damals vergleichsweise ruhig. Bouteflika galt lange als Stabilitätsgarant, der das Land nach dem blutigen Bürgerkrieg in den 1990er Jahren wieder vereint hat.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Algerien - Polizei lässt 195 Demonstranten festnehmen

0 Kommentare zu "Algerien: Polizei lässt 195 Demonstranten festnehmen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.