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Algerien Proteste in Algerien halten an – 180 Verletzte

Die Proteste im Nordafrikanischen Land reißen nicht ab. Erneut gehen Zehntausende Menschen im ganzen Land auf die Straße, um ihren Unmut über die Politik deutlich zu machen.
Update: 02.03.2019 - 17:53 Uhr Kommentieren
Zum größten Teil sind die Proteste friedlich verlaufen. Abends gab es allerdings vereinzelt Zusammenstöße, bei denen mehrere Menschen verletzt worden sind. Quelle: dpa
Demonstranten in Algerien

Zum größten Teil sind die Proteste friedlich verlaufen. Abends gab es allerdings vereinzelt Zusammenstöße, bei denen mehrere Menschen verletzt worden sind.

(Foto: dpa)

AlgierIn Algerien sind die Proteste gegen Präsident Abdelaziz Bouteflika auch am Samstag fortgesetzt worden. Örtliche Medien berichteten von erneuten Demonstrationen in der Stadt Bejaia östlich von Algier. Zuvor hatte es im ganzen Land Massenproteste gegeben, die größtenteils friedlich geblieben waren. Bei vereinzelten Zusammenstößen am Abend wurden jedoch mehr als 180 Menschen verletzt, ein 56-Jähriger erlag einem Herzinfarkt. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur APS am Samstag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Landesweit waren am Freitag Zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen eine fünfte Amtszeit von Präsident Abdelaziz Bouteflika zu protestieren. Bouteflika hatte angekündigt, bei der Wahl am 18. April erneut für das Präsidentenamt kandidieren zu wollen. Der 82-Jährige ist gesundheitlich schwer angeschlagen und tritt kaum noch öffentlich auf. Seit einem Schlaganfall 2013 sitzt er im Rollstuhl und hat Probleme zu sprechen.

Derzeit hält sich Bouteflika nach Medienberichten zu medizinischen Untersuchungen in Genf in der Schweiz auf. Viele Algerier sehen in ihm nur noch eine Marionette von Militärs, Familienclans und der einflussreichen Wirtschaftselite des Landes. Die landesweiten Proteste blieben nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur APS überwiegend friedlich.

Auch Augenzeugen und Demonstrationsteilnehmer in der Hauptstadt Algier berichteten der Deutschen Presse-Agentur von friedlichen Protesten. Auf Videos und Fotos, die im Internet geteilt wurden, ist zu sehen, wie Demonstranten Blumen an die Sicherheitskräfte verteilten. Häufig skandierten die Menschen: „Polizei und Volk sind Brüder!“ Daneben protestierten sie aber auch lautstark gegen eine fünfte Amtszeit und die „politische Mafia“ des Landes.

Vereinzelt kam es in Algier am Freitagabend zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse ein, als sich mehrere Hundert Demonstranten dem Präsidentenpalast näherten, wie Augenzeugen berichteten. Auf Videos ist zu sehen, wie Demonstranten Steine in Richtung Polizei warfen.

56 Polizisten und sieben Demonstranten wurden nach Angaben der Generaldirektion der Sicherheitskräfte bei den Zusammenstößen verletzt. 45 Demonstranten seien wegen Plünderungen und Vandalismus festgenommen worden. Innenminister Nouredine Bedoui bestätigte am Samstag, dass eine Person gestorben sei. Ein 56-jähriger Mann habe einen Herzinfarkt erlitten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur APS.

Nach Angaben des Innenministers handelt es sich bei dem Verstorbenen Hassan Ben Khedda um den Sohn eines früheren algerischen Politikers. Der Innenminister ordnete eine Autopsie an, um die Todesursache definitiv zu klären.

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  • dpa
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