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Alkoholregelungen Die neue Prohibition

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Russland: Der Staat will erziehen

Im Wodka-Land Russland hat der Staat übermäßigem Alkoholkonsum den Kampf angesagt. Der Preis für das Nationalgetränk und anderer harter Getränke steigt mit dem Jahresbeginn um knapp ein Drittel. Eine Halbliterflasche kostet nun mindestens 4,20 Euro. Darüber hinaus ist Werbung für alkoholische Getränke in den Medien verboten. Die Regierung will die Bürger zum Alkoholverzicht erziehen, gleichzeitig aber die Staatseinnahmen steigern.

Denn die Steuern auf Alkohol, vor allem auf Spirituosen und Bier, sind wichtige Einnahmequellen für den Staatshaushalt. Die Einnahmen aus dem vergangenen Jahr sollen sich auf mehr als sechs Milliarden Euro belaufen – ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Auch für Bier gelten seit Jahresbeginn neue Regeln. Das Gesetz untersagt den Verkauf zwischen 23 und 8 Uhr, außerdem dürfen kleine Kioske kein Bier mehr vertreiben. Für internationale Großbrauereien könnte dies die Bilanz verhageln. Sie sind auf Wachstumsmärkte wie Russland angewiesen, um ihr schwächelndes Geschäft im Westen auszugleichen. In Russland haben sich vor allem Großstädter und jüngere Russen in den vergangenen Jahren vom Wodka ab- und dem zugewandt.

Statistisch gesehen trinkt jeder Russe im Jahr 16 Liter reinen Alkohol. Das Land steht damit an der Spitze beim weltweiten Alkoholverbrauch. Jeder fünfte Todesfall unter russischen Männern ist auf Alkoholkonsum zurückzuführen – und führt zu einem Demographieproblem.

Ob die neuen Regeln daran etwas ändern ist fraglich. Der Preisanstieg, so befürchten Experten, wird allenfalls dazu führen, dass die Menschen sich ihren Alkohol anderswo beschaffen, etwa zu Frostschutzmitteln greifen. Oder sie brennen selbst. Der Jahresumsatz illegaler alkoholischer Getränke wurde zuletzt auf 1,3 Milliarden Flaschen geschätzt. In diesem Jahr soll er um weitere 200.000 bis 300.000 Flaschen wachsen.

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9 Kommentare zu "Alkoholregelungen: Die neue Prohibition"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es ist aber auch aus psychologischer Sicht ein Fakt, dass nie so viel gesoffen wurde, wie zu Zeiten der Prohibition.
    Verbot alleine greift zu kurz.

    Es fängt schon im Elternhaus an. Wie ist der Stellenwert von Alkohol in der Familie? Wie wird er dargestellt? Als nötiges soziales Bindemittel, wie es scheinbar bei Beck der Fall war?

    Zum derzeitigen Stand der Forschung kann man nur sagen, dass je früher Kinder Alkohol trinken, desto grösser die Chance, dass sie damit nicht umgehen können.
    Die Vision, lassen wir die Kleinen mittrinken durch sie ab und zu mal am Glas nippen zu lassen, um so den Umgang mit Alkohol zu lernen, hat sich als falsch erwiesen.

    Wie gesagt, je früher man Alkohol trinkt, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein problematischer Umgang mit Alkohol abzeichnet.
    Als Faustregel gilt also, dass vor dem 16. Lebensjahr keinerlei Alkoholkonsum stattfinden sollte und danach auch nur begrenzt.
    Wobei dies natürlich schon an Glaubwürdigkeit verliert, wenn die Eltern jeden Tag mit einem Bier in der Hand irgendwo rumsitzen. Oder Alkohol als Belohnung für vollbrachte Taten propagieren.
    Abgesehen davon kann ein gepflegtes Glas von Zeit zu Zeit oder eine mit Freunden geleerte Flasche zum Wohlbefinden beitragen.

  • Jetzt bitte noch einen Beitrag von Ihnen zum Stichwort: Wegzehrung!
    Wie kann man Wege verzehren? ;)

  • "alkoholisches Getränk verzehrt"

    Liebes HB, wie kann man ein Getränk verzehren?

    In der Bahn höre ich manchmal die Durchsage:"Der Verzehr von Alkohol..."

  • Also wenn, dann bitte fair und richtig: Also alle Biergärten schließen, Volks- und Strassenfeste nur noch mit Tee und Kaffee und alle anderen Massenveranstaltungen bei denen Wein ausgeschenkt wird, wie z.B. Kirchenveranstaltungen auch verbieten.

    [....]. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Dass der Konsum von Alkohol eine wichtige soziale Aktivität sein soll, werden nicht nur Anwohner ( Touristen, Bahnfahrer usw.) seltsam finden.
    Sozialarbeiter, Psychologen und verwandte Professionen werden zurecht gegen diese Titulierung Sturm laufen. Sie ist nämlich aus wissenschaftlicher Sicht völlig deplatziert.
    Ginge man von ihrer Richtigkeit aus, wäre "Saufgelage" eine prima Methode für die Jugend- und Altenarbeit. Das geht aber an der Realitä völlig vorbei.
    Ich unterstütze daher das Vorhaben, Alkoholkonsum zumindest in der Öffentlichkeit zu regeln, ebenfalls.

  • "Sich voll laufen zu lassen, ist deutlich weniger verbreitet als etwa in Deutschland."
    So eine Aussage hat mit objektiven Journalismus nichts zu tun. Das Niveau sinkt anscheinend täglich.

    Wenn Italien schon als Referenz für "züchtiges" Verhalten herangezogen wird, dann sollte der Schreiberling wenigstens anmerken, dass der dortige Drogenkonsum "etwas höher" ist als in Deutschland.

    Artikel ist von 2007 aber viel hat sich bis heute nicht verändert"
    ".... Gleichwohl führen die nüchternen Briten weiter die Liste der europäischen Spitzenkonsumenten an, vor Spanien auf Platz zwei und den Italienern auf Platz drei, von dem sie gerade die Holländer verdrängt haben. Monatlich werden hier allein 300 Kilogramm Kokain beschlagnahmt: die Spitze eines Eisberges aus Schnee. Fallende Preise in Neapel haben die Sucht explodieren lassen. ...."
    http://www.welt.de/vermischtes/article912210/Rom-ist-offenbar-voll-auf-Droge.html


  • Daß Volker Beck seine grüne Gegenalles-Partei zur Freiheitspartei hochstilisiert, finde ich wirklich drollig. Herrn Kretschmann muß ich zwar leider Recht geben, ich bezweifle jedoch, daß ein Verbot alleine ausreicht. Wichtiger wäre es, die Jugendlichen von der Straße zu holen und sinnvoll zu beschäftigen, denn gesoffen wird zumeist aus Langeweile und Frust. Und man sollte dieses Verbot auch flexibel handhaben, denn es ist schon ein Unterschied, ob sich zwei oder drei Leute ruhig unterhalten und dabei ein Bier trinken oder ob eine besoffene Horde grölend randaliert.

  • Hitler, Stalin, Al Capone, Gandhi, all dass hatten wir schon, jeden Tag geht die Sonne auf und nach Sommer kommt wieder ein Winter.

    Alles wiederholt sich, welche Rolle spielst "DU" in diesem Spiel? Opfer, Täter, Mitläufer?

  • Volker Beck beispielsweise versteht die Welt nicht mehr: „An diesem Rad sollten wir Grüne als Freiheitspartei nicht weiter drehen“, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion und kritisiert: „Für viele Menschen kommt ein Alkoholverbot einem Platzverbot gleich, weil das gemeinschaftliche Trinken neben den Gesprächen eine wichtige soziale Aktivität an diesen Orten darstellt.“ Das gemeinschaftliche Saufen ist also eine wichtige soziale Aktivität. Erklären Sie das mal bitte den Anwohnern, wenn diese vom Asi-Gegröle nicht schlafen können. Dann wird mal wieder die Polizei gerufen und die "soziale Verantwortung" auf diese abgeladen. Und wehe sie schreitet ein, dann stehen die Grünen wieder auf der Matte und schmieden Lichterketten.Es geht hier nicht um Veranstaltungen oder Karneval, sondern um das regelmäßige Saufen von Gruppierungen in der Öffentlichkeit. Und da gebe ich Herrn Kretschmann Recht!