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„Alles durchdenken“ Brüderle schließt Aufschub für Griechen nicht aus

Griechenland für seine Reformen mehr Zeit zu geben sei durchaus eine Option, so FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle. Natürlich aber nur dann, wenn der Schuldenstaat sein Wort diesmal halte – wenigstens weitgehend.
14.10.2012 - 20:12 Uhr 26 Kommentare
Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle. Quelle: dpa

Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle.

(Foto: dpa)

Berlin FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle ist unter Umständen dazu bereit, Griechenland mehr Spielraum bei der Bewältigung der Krise zu lassen. "Es ist ja keine schlechte Gesellschaft, mit Frau (IWF-Chefin Christine) Lagarde in einem Boot zu sein", sagte Brüderle in der ZDF-Sendung "Berlin direkt", die am Sonntagabend ausgestrahlt werden sollte.

"Die Wut, die die Griechen empfinden, ist ja verständlich: Die Oberschicht trägt das Geld raus, und die kleinen Leute sollen den Anpassungsprozess ertragen." Das Entscheidende sei, dass Griechenland die realwirtschaftliche Veränderung hinbekomme. "Man kann nur dann darüber diskutieren, ob man eine Modifikation (des Reformprogramms) vornimmt, wenn zunächst mal die Hausaufgaben erledigt sind", betonte der FDP-Politiker. Dies werde der für November erwartete Troika-Bericht zeigen.

Es mache jedoch keinen Sinn, Geld in ein Fass ohne Boden zu schütten, warnte Brüderle. "Das ist auch kein Gegensatz zu dem, was Herr (Wirtschaftsminister Philipp) Rösler gesagt hat: Natürlich kostet auch ein Zeitaufschub Geld". Sinnvoll sei eine solche Erwägung aber immer dann, "wenn man damit vom Ergebnis etwas Besseres erreichen würde". Diesen Beweis müsse Griechenland erst liefern, bisher habe das Land Vereinbarungen gebrochen. Es habe auch bereits einen Schuldenschnitt gegeben. "Man muss wirklich alle Dinge durchdenken können, ohne dass man falsche Erwartungen setzt damit", sagte der FDP-Politiker.

Zunächst müsse jedoch der Bericht abgewartet werden. "Wenn Griechenland nichts tut und wir nur zahlen, geht das nicht gut - Leistung und Gegenleistung ist notwendig", betonte Brüderle. Nur wenn Griechenland seine Hausaufgaben mache, gebe es weitere Hilfen in welcher Form auch immer. "Darüber muss man diskutieren können - aber nur dann, wenn Griechenland sein Wort diesmal hält, wenigstens weitgehend hält", erklärte der FDP-Politiker.

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    Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, die Troika aus Europäischer Union (EU), Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) wolle Griechenland zur Umsetzung von Reformen zwei Jahre mehr Zeit einräumen. Experten der Troika hätten in der vergangenen Woche die Euro-Finanzminister um einen derartigen Aufschub gebeten. Erhielte das Land mehr Zeit, würde dies allerdings 30 Milliarden Euro mehr kosten, schreibt das Magazin unter Berufung auf nicht näher genannte "Prognosen".

    Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Lagarde, hatte am Donnerstag dafür plädiert, Griechenland zwei Jahre mehr Zeit für sein Sparprogramm zu geben. Griechenland kann nur mit Krediten internationaler Gläubiger wie dem IWF vor einer Insolvenz bewahrt werden.

    Die Regierungen der Euro-Zone sind sich nicht einig, ob die Regierung in Athen mehr Zeit für die Erfüllung der Auflagen bekommen soll. Ein Bericht der Gläubigertroika aus IWF, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission zur Lage in Griechenland wird für die kommenden Wochen erwartet. Danach soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.

    • dapd
    • rtr
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    Mehr zu: „Alles durchdenken“ - Brüderle schließt Aufschub für Griechen nicht aus
    26 Kommentare zu "„Alles durchdenken“: Brüderle schließt Aufschub für Griechen nicht aus"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Den Griechen kann man nur empfehlen, keinen einzigen Cent mehr zu sparen; die Linken dort haben die Wette gewonnen: Sie werden gerettet werden, und Deutschland wird bezahlen. Das ist wirtschaftlich Schwachsinn, aber politisch rationaler Verantwortungstransfer (erklärt Griechenland endlich seine faktische Pleite, sind ganz konkrete Personen schuld; gehen alle pleite, ist niemand schuld), der zwar Deutschland an den Rand des Staatsbankrotts bringen wird, aber dem einen oder anderen Politiker dank dummer Wähler den Stuhl rettet und damit die Pension. Soeben hat Brüderle seiner Partei die letzte Chance genommen, die 5% in 2013 zu überspringen. Die Strategie der CDU ist klar: Sie zieht die Eurokrise mit ihrem Zickzackkurs solange in die Länge, bis sie allen Deutschen so auf den Keks geht, dass sie lieber bezahlen, als nur noch 1 Mal das Wort Eurokrise zu hören...Auf zur Protestwahl 2013 mit den Freien Wählern, der offenbar einzigen Partei, die gegen den Eurorettungswahnsinn ist und jedem europäischen Volk seine Würde und Unabhängigkeit zurückgeben will!


    • Die griechische Mafia, ihre angehängten/finanzierten und zugleich zielgerichtet vorgeschobenen politischen Partei-Puppetspieler sowie die angedockte Parteiverwaltungsmischpoge ausgerichteter ängstlich-gieriger Umsetzer wird somit noch geraume Zeit vom golden EU-Flies fett profitieren.

      Erst mit Hilfe späterer "richtiger Massnahmen" kann sich ein gesundes politisches Potential in GR entwickeln.
      Gleichwohl bleibt angesichts festverkleisteter Bereiche und damit einhergehender gefährlicher Machtstrukturen die Hoffnung auf einen Neuanfang gering.

      Die griechische Jugend und Intelligenz könnte ohne diesen auch durch die EU tolerierten ( verdeckt wirkenden ) Repressionsapparat die eigentliche demokratische Wende im griechischen Gefüge einleiten.

      FDP`ler können dies ebenso wenig erkennen, wie die auf gewissen "paylists" stehende politische EU-Struktur.

    • Schäuble war von vornherein bekannt, daß das nicht funktionieren kann. Er taktiert seit über einem Jahr nach dem Motto, links blinken,rechts überholen. Heute klar nein , morgen die " Verhältnismäßigkeit prüfen".Das schaukelt der uns jeden Tag vor , ebenso die Kanzlerin. Wer hier eine starke Kanzlerin sieht der irrt. Kein einziger Politiker weiß, wie das jetzige Problem gelöst werden kann, was kommt unter dem Strich raus. Mich stört die Anmaßung unserer regierenden Politiker und daraus die Ohnmacht der anderen EU Mitgliedländer, als gebe es nur die Meinung Deutschlands. Mir tun letzlich die Rentner und Geringverdiener leid, da kommt mit den zukünftigen Stromkosten, Steuererhöhungen,etc. einiges auf uns zu. Wir machen eine Hype um eine Beschneidung , dulden aber seit Jahren den Missbrauch und Erschleichen von Sozialbezügen, wie untätig und blind ist doch dieser Staat geworden....

    • Die gesamte FDP-Riege lauert vermutlich auf lukrative Posten in der Industrie.

      Nach September 2013 gibt es diese Partei hoffentlich nicht mehr im Deutschen Bundestag.

      Die FDP müßte sich eigentlich umbenennen in DLP = DEUTSCHE LOBBY PARTEI.

    • Ein seniles Opilein verläßt die eigene Courage.

      War von einem FDP-Politiker nicht anders zu erwarten!

      Hoffentlich ist der Spuk bald vorbei. Die FDP muss weg!


    • Ein Greixt vor der Bundestagswahl wäre mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Davor hat Merkel Angst. Deshalb wird Merkel alles tun (= Geld verschenken), um die Griechen noch ein Jahr im Euro zu halten. Dieses verschenkten Milliarden kommt nicht der breiten Bevölkerung zugute, sondern nur denen, die ein hohes Einkommen in Euro haben. Die werde ihre Euros natürlich ins Ausland retten.

      Einen Monat bis zwei Jahre nach der Bundestagswahl kommt der Grexit: Griechenland entschuldet sich, kann mit eigener Währung wieder beginnen, am Wirtschaftsgeschehen teilzunehmen. Statt neuer Audis können sich die besserverdienenden Griechen dann nur noch alte Fiats leisten, so wie es vor der Euro Blase war. Im Rest von Europa wird derweil die Geldruckmaschine angeworfen, denn Spanien, Portugal und Italien können sich auf den Märkten kein Geld mehr besorgen.

    • Lagarde ist genauso verlogen wie der Rest der Bande!
      Keinem unserer Politiker kann man noch trauen!
      Wie eine Fahne im Wind, nach dem Motto.
      Was kuemmert mich mein Geschwaetz von gestern!
      So wuerde ich denen niemals vertrauen!
      Warum sollten es die Fiananzmaerkte!!!!!!!!!!

    • Lassen Sie uns versuchen, diese Sache zu beeinflussen.

      Erstens können wir über „Abgeordneten-Check“ Mails an die Abgeordneten schreiben. Sie sollen wissen, dass wir keinesfalls mit einer weiteren Aufstockung der Finanzhilfen für GR einverstanden sind und dass sie nicht mit ihrer Wiederwahl rechnen können, wenn sie es dennoch tun.

      Zweitens sollten wir unbedingt bei der nächsten BT-Wahl anders wählen. Es kann nicht sein, dass wir wieder und wieder die gleichen Fehler machen. Zumal es diesmal ja auch gar nicht sein muss, denn anders als behauptet, gibt es sehr wohl eine Alternative zur angeblichen Alternativlosigkeit.
      Die Wahlalternative 2013 ist ein Zusammenschluss von Fachleuten und Wissenschaftlern – also diesmal keine Taxifahrer, Grundschullehrer, Dachdecker und dergl.
      Sie kritisieren auch nicht nur, sondern bieten eine praktikable Lösungsmöglichkeit an.
      Hinter diesen Leuten stehen die „Freien Wähler“, die man bisher nur aus Bayern kennt. Diesmal werden sie aber im gesamten Bundesgebiet antreten.
      Sie sind als einzige ernstzunehmende Partei gegen die jetzige Form der Euro-Rettung.

      Theoretisch käme für Viele wohl auch die Linke in Frage. Die analysieren zwar die Bankenfrage ganz richtig, kommen aber dann zu falschen Schlüssen. Sie würden zwar den Banken kein Geld geben, dafür aber der griechischen Bevölkerung. Das ist aber genauso falsch. Denn es erhöht nicht die Wettbewerbsfähigkeit des Landes, bloß weil man den Griechen Geld schickt.

      Sie müssen weder links noch rechts eingestellt sein, um sich für die Alternative 2013 bzw. die Freien Wähler zu entscheiden – die Zeit für Schubladendenken ist ohnehin vorbei.

    • Seit über 10 Jahren, seit EURO-Start sehen diese "Ärzte" zuerst tatenlos und dann hektisch zu wie der EURO-"Patient" von Anfang an dahinsiecht und nur immer wieder gesund-geredet wird.

      Jetzt soll noch irgend jemand glauben dass diese Kurpfuscher den todkranken Patienten heilen können und werden, einen Patienten der mutwillig von genau diesen Ärzten infiziert wurde?

      Man mache es wie im Altertum: Stirbt der Patient, stirbt auch der Arzt.

    • Zitat:" "Darüber muss man diskutieren können - aber nur dann, wenn Griechenland sein Wort diesmal hält, wenigstens weitgehend hält", erklärte der FDP-Politiker."

      Bitte, bitte, bitte diesmal. Bitte diesnmal:-))))
      Bitte wenigstens weitgehend diesmal:-))))))))

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