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Altkanzler Helmut Kohl „Europa bleibt eine Frage von Krieg und Frieden“

Altkanzler Helmut Kohl mischt sich in die Griechenland-Debatte ein. In der „Bild“ mahnt er die Euro-Skeptiker, das geeinigte Europa nicht aus dem Blick zu verlieren. Deutschland müsse die Krise als Chance nutzen.
28.02.2012 Update: 28.02.2012 - 10:19 Uhr 97 Kommentare
Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl zur Griechenlandkrise:

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl zur Griechenlandkrise: "Deutschland muss die Krise als Chance nutzen."

(Foto: ap)

Berlin Altbundeskanzler Helmut Kohl hat nach der Bundestagsabstimmung über das zweite Griechenland-Paket die Euro-Skeptiker in den eigenen Reigen zur Ordnung gerufen. „Die aktuelle Diskussion in Europa und die krisenhafte Lage in Griechenland dürfen jetzt nicht dazu führen, dass wir das Ziel des geeinten Europas aus den Augen verlieren oder gar infrage stellen und zurückweichen“, schrieb Kohl in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung. Das Gegenteil sei richtig. Deutschland müsse die Krise als Chance nutzen. „Wir brauchen - gerade jetzt - mehr und nicht weniger Europa.“

Die bösen Geister der Vergangenheit seien keineswegs gebannt, sie könnten immer wieder zurückkommen, warnte der CDU-Politiker. „Europa bleibt eine Frage von Krieg und Frieden und der Friedensgedanke also das Bewegungsgesetz der europäischen Integration.“ Der Bundestag hatte am Montag mit großer Mehrheit den Weg für das zweite Griechenland-Hilfspaket freigemacht. Allerdings brachte die Koalition nicht aus eigener Kraft die symbolisch wichtige Kanzlermehrheit zustande. In der Koalition gab es laut Abstimmungsprotokoll 20 Abweichler.

Zuvor hatte Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) im „Spiegel“ angeregt, Griechenland Anreize zu geben, die Eurozone zu verlassen. Die Äußerung stand im Widerspruch zum Beschluss der Bundesregierung, Griechenland mit weiteren 130 Milliarden Euro zu stützen. Die SPD rief Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, Friedrich zu entlassen. Man könne als Bundeskanzlerin keinen Minister im Kabinett behalten, der so gegen die
Kabinettsdisziplin verstoße, sagte der Sprecher des Seeheimer Kreises der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Kahrs, dem „Hamburger Abendblatt“. Dabei verwies er auch auf die verfehlte Kanzlermehrheit, für die der Sozialdemokrat Friedrich mitverantwortlich machte: „Wenn ein Minister nicht steht, steht auch die Fraktion nicht.“

Die Meinung des Altkanzlers zu Europa ist eindeutig. Er schreibt sogar von einer „entscheidende Lektion“: „Nicht den Bedenkenträgern gehört die Zukunft, sondern denen, die mit einem klaren Ziel vor Augen die Dinge bewegen.“ Er glaubt, auf dem bisher geschaffenen Fundament lasse sich das Haus Europa hervorragend weiterbauen und festigen. Mehr noch: Er weiß, dass es zu „Europa keine Alternative“ gibt. „Wir haben allen Grund zu Optimismus, dass wir, dass unser Europa auch aus der gegenwärtigen Krise gestärkt hervorgeht – wenn wir es nur wollen. Lassen wir uns nicht beirren.“

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    97 Kommentare zu "Altkanzler Helmut Kohl: „Europa bleibt eine Frage von Krieg und Frieden“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Kleines, hämisches PS: Ein gut geführtes Archiv hat auch ein paar unschlagbare Vorteile - ich konnte mir gestern jedenfalls noch mal die Monate November und Dezember 1989 vor meininneres Auge führen, Kohl's 10 Punkte Plan, die Reaktionen von Mitterrand und G. Bush (sen), die zunehmende Angstin Deutschland, daß es doch noch zu Gewalt kommt ... hochspannend. Man verstehst sofort, wie es dann später zur Währungsunion kam und wie verantwortungsvoll sich alle Beteiligten verhielten.

      Spätgeborene wissen das natürlich alles viel besser und hätten alles ganz anders gemacht. Wenn ich mir den Müll hier so durchlese, komme ich zum Ergebnis, daß wir dann wohl schon zwei drei Kriege weiter wären ...

    • @barnie

      "die Deutsche Eiche"

      Dummheit hat vor allem einen unschlagbaren Vorteil: Dumme Menschen merken gar nicht wie dumm sie sind.

      In diesem Sinne ...

    • an Hunderttausendgrüße; recht hast du, und dabei nicht zu vergessen sein Vasall Schäuble seines zeichens heute Finanzminister.
      Vielleicht versteht sich Schäuble deshalb so gut mit seinem griechischen Amtskollege, die selbe Korruptions und Betrügermentalität.Wie heist es so schön, gleich und gleich gesellt sich gern.

    • @hardy
      Was kratzt es die Deutsche Eiche, wenn sich irgendeine Wildsau an ihr reibt.
      Kusch in den Sandkasten Hardy, weiterspielen.

    • @barnie

      "Zynisch wird da von einer verlorenen Generation oder einem verlorenen Jahrzehnt gesprochen, von Gürtel enger schnallen ist da die Rede und wir hätten zu lange über unsere Verhältnisse gelebt."

      Also, ichhätte da eine Erklärung, die Ihnen aber nicht schmecken wird. Sie können Sie nachlesen in einem Blatt, daß Ihrem Reifegrad halbwegs entspricht

      http://www.welt.de/wirtschaft/article13893704/Ost-Politiker-kaempfen-fuer-umstrittene-Aufbau-Hilfe.html

      oder nachhören

      http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/02/28/dlf_20120228_1912_fafb2f46.mp3

      Die Sache ist ganz einfach, wir haben HUNDERTE MILLIARDEN an eine vollkommen sinnlose Förderung Ost verschleudert, nicht diese läppischen Kleingeldbeträge, die bisher real an die bösen Griechen geflossen sind, nein richtig fettes Geld.

      Nur geistige Tiefflieger bemerken nicht, wenn sie betrogen werden und die Betrüger dann kreischen "Haltet den Dieb". Unser Dieb sitzt im OSTEN, nicht im SÜDEN, eine ganz offensichtlich überbordende Bürokratie, die das Geld zum Fenster hinaus wirft.

      Darüber, also über dieses Gutachten, werden wir belogen und betrogen. Machen Sie sich doch einfach mal sachkundig, das sind die "Blühenden Landschaften", die Herr Kohl aus der Portokasse bezahlen wollte.

      Es gibt jede Menge Gründe sich über den Dicken aufzuregen, daß er ein großer Europäer war, ist der einzige Grund, über den ich jedenfalls nicht jammere.

      Das tun nur Leute, die entweder aus dem besagten Osten kommen, also falsch sozialisiert sind, oder aber einer Bande von feigen Völkischen zuneigen, die lieber im eigenen Sud kochen möchten.

      Zu welcher Kategorie gehören Sie denn bitte? Ossi, Völkisch oder einfach ein verhetzter Blödi, der die falsche Seite im Internet angeklickt hat?

    • kleines PS, weil Sie wahrscheinlich schwer von Kappé sind: Ich höre seit 1985 eigentlich nur noch Wortradio, weil mein Fernseher für einen TI 99/4A gebraucht wurde. Als Uwe Barschel in die Badewanne stieg, habe ich angefangen, Nachrichten aufzunehmen - und schlage mich nun mit einigen hundert Tapes herum, die zu viel Platz brauchen, also digitalisiere ich sie ... und höre halt noch einmal rein. Gestern war die Revolution in Rumänien dran, das war sehr bewegend.

      Heute können Sie unter der Adresse da oben nachkontrollieren, was ich am laufenden Tag gehört habe, oder - wenn Sie klug sind - die kleine Playlist rechts oben anklicken und selbst hören, was am jeweiligen Tag (aus meiner subjektiven Sicht) von Interesse ist.

      Aber, ich gehe mal davon aus, Sie lesen die Überschriften irgendwelcher Revolverblätter und haben eine Meinung. Was ja nichtunbedingt heissen muss, daß man auch "Ahnung" hat.

      Es ist wohl ein trauriges Schicksal, Teil Ihrer Generation zu sein: untergebildet, vom TV verblödet, unfähig zu eigenen Gedanken, immer Teil eines Meinungsrudels ...

      So und jetzt zurück zu meinen Tapes, Anfang 1990, Deutschland wird wieder was. Hochspannend.

      Ihnen noch viel Spaß mit der jämmerlichen Gegenwart ...

    • @barnie

      2012, da bin ich doch schon längst.

      http://www.tv3.de/medienverlag/news-aus-radio-und-presse.html

      Nur, daß ich den Kram heute als PodCast bekomme und keine Tapes mehr verschwenden muss. Aber es ist schon hochspannend, festzustellen, wie enthemmt sich heute debiles Pack aufführen kann ... Damals hätte man Euch Neunmalkluge noch unter "asoziale Schwätzer" verbucht, aber dann kamen ja die Talkshows und das Internet und Ihr habt endlich zueinander finden können.

      Für jemanden aus meiner Generation hat sich aber grundsätzlich nicht viel an der Bewertung bramasierender Stammtischschwadroneure geändert, es ist immer noch unterbelichtetes Pack.



    • Für die meisten Deutschen steht Europa für Frieden und Wohlstand. Das gehört auch zusammen, denn wenn Letzteres schwindet, ist auch Ersteres in Gefahr - Vorboten davon gibt es in manchen europäischen Ländern schon genug. Dann wird auch wieder vom Bürger die Rede sein, vom Bürgerkrieg.

    • Es geht nicht mehr um Krieg oder Frieden, das ist Vergangenheit. Es geht um Gerechtigkeit, Transparenz und Demokratie. Davon ist Europa aktuell durch die Eurkrise weiter entfenrt als es jemals war. Aber Herr Kohl ist auch ein Politiker, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Er wurde rechtskräftig wegen einer Parteispendenaffäre verurteilt. Vor Gericht wollte er die Namen der Spender nicht nennen, obwohl das illegal und unrecht ist. Und dieder Mann will mir jetzt was vn Europa und Frieden im Jahre 2012 erzählen? Mit seiner Rente, die viel höher ist als die von uns normalen Bürgern, mache ich das gerne mit. PS: Wenn man so weiter macht, wird Europa wegen der Überheblickeit der Politikelite scheitern. Aber das nimmt man ja mittlerweile in Kauf. Von uns Bürgern ist gar keine Rede mehr!

    • Ihr Kommentar verdient die Note 1. Leider gibt es zahlreiche Politiker, die besser in einen Heim aufgehoben wären, als in Berlin.

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