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Amnesty-Beschluss über Prostitution Menschenrechtler setzen sich in die Nesseln

Trotz erheblicher Kritik im Vorfeld will Amnesty International Prostitution entkriminalisieren. Ein Grundsatzentscheid soll den Weg für eine entsprechende Politik ebnen – er schließt Zuhälter und Bordellbetreiber ein.
Update: 12.08.2015 - 01:48 Uhr 1 Kommentar
Die Strafverfolgung von Prostitution ist ein Thema, dessen sich die Menschenrechtsorganisation Amnesty International annehmen will. Quelle: dpa
Straßenprostitution in Saarbrücken

Die Strafverfolgung von Prostitution ist ein Thema, dessen sich die Menschenrechtsorganisation Amnesty International annehmen will.

(Foto: dpa)

Dublin Amnesty International hat einen umstrittenen Beschluss zum Umgang mit Prostitution getroffen. Die Menschenrechtsorganisation will sich künftig für die Entkriminalisierung der Prostitution weltweit einsetzen.

Beim Treffen des Internationalen Rates der Menschenrechtsorganisation in Dublin habe eine Mehrheit der rund 400 Delegierten aus 70 Ländern für diese Position gestimmt, teilte Amnesty am Dienstag mit. Die genaue Stimmenverteilung wurde nicht bekanntgegeben.

Das International Council Meeting (ICM) ist eine Art Hauptversammlung der Internationalen Bewegung von Amnesty. Es legt die Grundlinien der Menschenrechtspolitik der Organisation fest. Mit dem Beschluss von Dublin ist die internationale Führung von Amnesty befugt, eine entsprechende Politik zu dem Thema zu entwickeln.

„Prostituierte sind eine der am meisten vernachlässigten Gruppen in der Welt, die in den meisten Fällen ständig dem Risiko von Diskriminierung, Gewalt und Missbrauch ausgesetzt sind“, sagte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty. „Unsere weltweite Bewegung ebnete den Weg, dass wir eine Politik verfolgen können, die den Schutz der Menschenrechte von Prostituierten fordert.“

Die Entscheidung, für eine Legalisierung der Prostitution einzutreten, sei nicht leichtfertig oder übereilt gefallen, hob Shetty hervor. Amnesty setzt sich nun auch für die Entkriminalisierung von Zuhältern und Bordellbetreibern ein.

Kritiker: Ruf von Amnesty wird „ernstlich beschmutzt“

Kritiker werfen der in London ansässigen Menschenrechtsorganisation vor, mit der Grundsatzentscheidung an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Vor der Abstimmung in Dublin hatte das Bündnis Koalition gegen Frauenhandel (CATW) in einem offenen Brief gewarnt, der Name von Amnesty International werde "ernstlich beschmutzt", wenn die Organisation sich für eine Legalisierung der Prostitution einsetze. Die Entkriminalisierung von Prostitution öffne der Ausbeutung von Frauen Tür und Tor.

Zu den Unterzeichnern gehörten Frauenrechtsgruppen, Ärzte, Politiker, Aktivisten und Prominente wie die Schauspielerinnen Meryl Streep, Kate Winslet und Emma Thompson sowie auch die deutsche Zeitschrift „Emma“. Eine entsprechende Online-Petition des Bündnisses wurde von mehr als 8500 Menschen unterzeichnet.

"Es gibt keine Logik in der Annahme, dass man zum Schutz der Ausgebeuteten die Ausbeuter entkriminalisieren muss", sagte CATW-Chefin Taina Bien Aime der Nachrichtenagentur AFP. Es sei "wirklich wichtig, dass Amnesty versteht, dass die Welt auf sie schaut und sie wirklich enorm an Glaubwürdigkeit als Menschenrechtsorganisation verlieren würde, wenn das unterstützt wird".

Amnesty selbst wies darauf hin, man habe vor dem Beschluss zahlreiche Betroffene angehört.

  • dpa
  • afp
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1 Kommentar zu "Amnesty-Beschluss über Prostitution: Menschenrechtler setzen sich in die Nesseln"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Prostitution: Amnesty fordert: Sexarbeit nicht verfolgen
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    AI will die Prostitution nicht länger verfolgen. Für AI Ist (...) ein genau so normaler Beruf wie Sekretärin oder Krankenschwester.
    Ebenso sollen Zuhälter und Bordellbetreiber entkriminalisiert werden.
    Und natürlich auch Kindersex.

    Das ist die Perversion des Denkens!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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