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Amoklauf in San Bernardino Der Terror des Waffenwahns

Amerika bekämpft Terroristen mit allen Mitteln – es sei denn, sie wollen ein Sturmgewehr kaufen. Noch kennt keiner das Motiv – doch der jüngste Amoklauf erinnert an den Irrsinn laxer Waffengesetze.
03.12.2015 - 20:50 Uhr
Moritz Koch ist USA-Korrespondent.
Der Autor

Moritz Koch ist USA-Korrespondent.

New York War die Bluttat von San Bernardino ein Terrorangriff? Amerika rätselt über das Motiv der beiden Amokschützen, die am Mittwoch 14 Menschen auf einer Weihnachtsfeier erschossen und 17 teils schwer verletzt haben. Dabei braucht man ihr Motiv nicht zu kennen, um das Offensichtliche schon jetzt zu sehen: Natürlich war es ein Terrorangriff. San Bernardino ist das jüngste Beispiel für den alltäglichen Terror der Waffengewalt.

Seit 2001 haben Terroristen etwa 3400 Amerikaner getötet, im gleichen Zeitraum haben Schusswaffen weit mehr als 400.000 US-Bürgern das Leben gekostet. Dschihadisten erklärt Amerika den Krieg. Um sich vor Anschlägen zu schützen, scheut es keine Kosten, stürzt Regierungen, lässt Drohnen und Elitesoldaten in die entlegensten Weltregionen ausschwärmen. Vor fast nichts schreckt das Land dabei zurück, nicht einmal vor der Beschädigung der eigenen Freiheitsideale.

Dem Alltagsterror der Schusswaffenplage dagegen begegnet Washington mit ritualisierter Selbstzerknirschung. Präsident Barack Obama und seine Demokraten fordern strengere Waffengesetze, die Republikaner stellen sich quer. Ein paar Tage tobt der Streit, dann wendet sich das Land wieder anderen Themen zu. Das sonst so drangvolle Amerika ergibt sich dem Schicksal, auf den Straßen, in Kirchen, Schulen und Büros geht das Morden weiter.

Wird es dieses Mal genauso sein? Wahrscheinlich, doch einen Funken Reformhoffnung gibt es. Die Terrorangst hat die Bevölkerung beschlichen und wirkt sich auf die Waffendebatte aus. Warum dürfen Terrorverdächtige zwar kein Flugzeug besteigen, aber Sturmgewehre im Online-Shop bestellen? Warum sollten Bürger ihre Privatsphäre opfern, wenn die Waffenlobby Terroristen das Morden so leicht macht? Diese Fragen finden mehr und mehr Gehör. Es wird höchste Zeit dafür.

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