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Amtsübernahme Umweltschützerin als Präsidentin Brasiliens?

Kopf-an-Kopf-Rennen um das Präsidentenamt Brasiliens: Die Amtsinhaberin Dilma Rousseff hat mit der beliebten Umweltschützerin Marine Silva starke Konkurrenz bekommen. Einer Umfrage zufolge liegt Silva derzeit vorn.
27.08.2014 - 09:23 Uhr Kommentieren
Konkurrenz für Dilma Rousseff: Präsidentschaftskandidatin Marina Silva. Quelle: Reuters

Konkurrenz für Dilma Rousseff: Präsidentschaftskandidatin Marina Silva.

(Foto: Reuters)

Brasilia Knapp einen Monat vor der Präsidentenwahl in Brasilien zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaberin Dilma Rousseff und der populären Regenwaldschützerin Marina Silva ab. Nach einer Umfrage vom Dienstag rückt die frühere Umweltministerin immer näher an Rousseff heran. Bei einer Stichwahl hätte sie demnach sogar die Nase vorn. Silva hatte ihre Kandidatur erst in der vergangenen Woche nach dem Unfalltod des Präsidentschaftsbewerbers Eduardo Campos bekanntgegeben. Zuvor war sie für das Amt als Campos Vizepräsidentin aufgestellt. Die Brasilianer wählen am 5. Oktober ein neues Staatsoberhaupt.

Der Umfrage zufolge käme Silva in der ersten Runde auf 29 Prozent der Stimmen. Rousseff verliert an Zustimmung, liegt mit 34 Prozent aber weiter vorn, wie das Institut Ibope mitteilte. Bei einer Erhebung Anfang August kam Rousseff noch auf 38 Prozent. Auch Herausforderer Senator Aecio Neves rutscht ab und erzielt nur noch 19 Prozent. Bei der sich abzeichnenden Stichwahl am 26. Oktober hätte Silva demnach sogar einen Vorsprung von neun Prozentpunkten vor Rousseff.

Rousseff hatte sich von der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land einen Schub erwartet, der angesichts der massiven Proteste und Schulden aber ausblieb. Der Umfrage zufolge sagten 36 Prozent der Befragten, sie würden niemals für Rousseff stimmen. Silva kommt dagegen nur auf eine Ablehnungsrate von zehn Prozent, was ihre Chancen in einer Stichwahl erhöhen dürfte.

Die Präsidentenwahl entscheidet auch darüber, ob Brasiliens Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt. Börsianer werfen Rousseff vor, eine unternehmensfeindliche Politik zu vertreten und nicht auf die Interessen der privaten Minderheitsaktionäre von halbstaatlichen Konzernen wie dem Ölkonzern Petrobras zu achten.

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