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Amy Gutmann Die designierte US-Botschafterin hat eine deutsche Familiengeschichte

Die Präsidentin der Eliteuniversität in Pennsylvania soll neue Botschafterin der USA in Deutschland werden. Sie wäre die erste Frau auf diesem Posten.
30.06.2021 - 15:21 Uhr Kommentieren
Der jüdische Vater der Politologin floh im Jahr 1934 aus Deutschland. Quelle: Reuters
Amy Gutmann

Der jüdische Vater der Politologin floh im Jahr 1934 aus Deutschland.

(Foto: Reuters)

Berlin Die Politologin Amy Gutmann soll offenbar neue US-Botschafterin in Deutschland werden. Das bestätigen amerikanische Regierungskreise. Demnach soll die 71-Jährige die Nachfolge von Richard Grenell antreten, der in Berlin als „Lautsprecher“ des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump für viel Unruhe gesorgt und den Botschafterposten bereits im vergangenen Jahr verlassen hatte. Der „Spiegel“ hatte zuerst über die Personalie berichtet.

Gutmann wäre die erste Frau, die von den USA als Botschafterin nach Berlin geschickt würde. Sie muss zuvor aber noch vom Senat bestätigt werden. Gutmann ist seit 2004 Präsidentin der amerikanischen Eliteuniversität in Pennsylvania, die zu den renommierten „Ivy League“-Universitäten der USA gehört.

Die designierte Botschafterin hat eine deutsche Familiengeschichte. Ihr jüdischer Vater war 1934 vor der Verfolgung durch die Nazis aus Deutschland geflohen. Gutmann wurde im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren und studierte Politikwissenschaft und Philosophie an der London School of Economics und an der Harvard University. Später lehrte sie an der Princeton University und beriet den früheren US-Präsidenten Barack Obama in Fragen der Bioethik.

Auf Gutmann warten in Berlin einige heikle Aufgaben. US-Präsident Joe Biden hat den Dauerstreit über die russische Gaspipeline Nord Stream 2 zwar beruhigt, die US-Regierung und vor allem der Kongress sind jedoch weiterhin strikt gegen das Vorhaben, weil sie eine energiepolitische Abhängigkeit Europas von Russland befürchten.

Die Bundesregierung betrachtet Nord Stream 2 dagegen als ein rein wirtschaftliches Projekt. Das Streitthema und die Forderung vieler US-Abgeordneter nach Sanktionen dürften bei Gutmanns Senatsanhörung zur Sprache kommen, selbst wenn die Pipeline bis dahin fertig gestellt sein sollte.

Streitthemen in Berlin

Daneben gibt es Altlasten im transatlantischen Verhältnis wie die bislang von Berlin nicht erfüllte Zusage, die Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben. Alle drei Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen haben gerade erklärt, dass sie trotz einer Steigerung nicht damit rechnen, dass das Ziel bis 2025 erreicht werden kann.

Gutmann wird außerdem die Hoffnung vieler Politiker und Wirtschaftsvertreter in Berlin dämpfen müssen, dass es zwischen den USA und Europa in absehbarer Zeit ein neues Freihandelsabkommen geben wird. Biden hat andere Prioritäten und noch nicht einmal die noch von Trump verhängten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Europa zurückgenommen.

Zu guter Letzt muss die neue Botschafterin die Scherben aufheben, die ihr umstrittener Vorgänger Grenell in Berlin hinterlassen hat. Der Trump-Anhänger hatte vor allem mit seiner undiplomatischen Kritik an Gastgeber Deutschland und seinem Eintreten für rechtspopulistische Parteien in Europa für viel Unmut gesorgt.

Mehr: Biden kommt Deutschland im Pipeline-Streit entgegen – Moskau triumphiert

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