Analyse zu Spanien Spaniens Wirtschaft treibt Europa an

Die Wirtschaft brummt, das einstige Krisenland steht gut da. Und doch sind die Investoren skeptisch, denn das aktuell größere Problem ist die Politik. Auf Spanien wartet ein Superwahljahr – mit ungewissem Ausgang.
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Pablo Iglesias ist Chef der linken Podemos. Vor ein paar Monaten rollte er das Feld noch von hinten auf, nun macht der Partei vor allem die Lage in Griechenland zu schaffen. Quelle: ap
Pablo Iglesias

Pablo Iglesias ist Chef der linken Podemos. Vor ein paar Monaten rollte er das Feld noch von hinten auf, nun macht der Partei vor allem die Lage in Griechenland zu schaffen.

(Foto: ap)

MadridSpaniens Wirtschaft wird dieses Jahr zum Motor für Europa: Mit einem erwarteten Plus von 3,1 Prozent bei der Wirtschaftsleistung setzt sich das einstige Krisenland an die Spitze des Wachstums in Europa. Doch Investoren sorgen sich dennoch – in Spanien ist 2015 Superwahljahr: Ende September wählen die Katalanen – offiziell zwar nur ihr Regionalparlament.

Regierungschef Artur Mas hat den Urnengang aber zu einer Volksabstimmung über die Abspaltung der Region von Spanien erklärt. Bei einem Wahlsieg will er innerhalb von 18 Monaten einen eigenen Staat gründen. Die Mehrheit scheint für in ihn Reichweite – in Umfragen erhält er derzeit knapp die Hälfte der Stimmen.

Im Dezember dann sind Parlamentswahlen – das genaue Datum steht noch nicht fest. Bis dahin muss Rajoy bei seinen Landsleuten noch viel Vertrauen zurückgewinnen, sonst sind seine Tage gezählt.

Zumindest dann, wenn man den Urnengang vom Mai dieses Jahres als Basis nimmt. Da haben die Spanier seine Regierungspartei PP heftig abgestraft. In den Wahlen für die meisten Regionen und Kommunen liefen sie in Scharen zu den zwei neuen Protestparteien über und verpassten dem Land einen Linksruck.

Im Rathaus von Barcelona regiert nun ein von der ultralinken Partei Podemos unterstützte Bürgermeisterin, die aus der Hausbesetzerszene stammt. In Madrid hat ebenfalls ein Bündnis um Podemos die Stadtherrin gestellt und in den meisten Regionalparlamenten haben sich Koalitionen gebildet, die von Podemos oder der anderen neuen Partei, den eher liberalen Ciudadanos mitgetragen werden.

Für Spanien markiert das einen historischen Wandel: Seit Ende der Franco-Diktatur haben die beiden Großparteien, Rajoys PP und die sozialistische PSOE, stets regiert – mal die einen, mal die anderen. Doch sieben Jahre Krise und eine Serie von Korruptionsskandalen in beiden Parteien haben den Zorn der Spanier hochkochen und zwei neue Protest-Parteien entstehen lassen.

Die Wirtschaft ist beunruhigt. In einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte unter den größten spanischen Konzernen geben die Manager an, dass die neue politische Landschaft sowie die anstehenden Wahlen in Katalonien die Wirtschaft negativ beeinflussen. 84 Prozent sagen, die Korruptionsskandale beeinträchtigten die Glaubwürdigkeit spanischer Unternehmen.

Griechenland hat Podemos geschadet
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9 Kommentare zu "Analyse zu Spanien: Spaniens Wirtschaft treibt Europa an"

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  • Werdet ihr es denn nie mehr verstehen?
    Wie könnte Spaniens Wirtschaft mit 3 oder 4 Prozent Wachstum ganz Europa mit über 500 Mio. Einwohnern oder der Elffachen Bevölkerung treiben. Da sind Russland Ukraine usw. noch gar nicht mitgerechnet. Würde ein zehnprozentiges Wachstum von Malte ansonsten auch ganz Europa treiben? Werdet ihr es denn nie mehr verstehen?

  • Das durchschnittliche Wachstum der Eurozone.

  • Das Loch ist aber weniger tief als in der Vergangenheit, wenn auch natürlich weiterhin sehr tief.

  • wann war der Autor dieses Artikels zum letzten Mal in Spanien ? Aber mit Spanien meine ich nicht die Castellana in Madrid, den Passeig de Gracia in Barcelona, Puerto Banús, Samil in Vigo, Plaze de España in Sevilla etc etc etc. Oder bei einem Arbeitsamt oder einer Stelle der Sozialversicherung oder der Notaufnahme eines öffentlichen Krankenhauses. Sondern in den etwas weniger bevorzugten Teilen des Landes. Vallecas, Pinto, Hospitalet, etc. Da wird man schnell den wirklichen Antrieb kennenlernen. Die Zahlen sprechen für sich selbst, ofiziell 22 % Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung 100%, 25 % weniger Junge die studieren können, drastische Reduzierung der Betten in öffentlichen Krankenhäusern. Spanien war in einem sehr tiefen Loch, ist aber immer noch in einem sehr tiefen Loch. Die Aussagen der Regierung sind leider sehr verschönert und haben mit der Realität recht wenig zu tun.

  • Herr Carsten Kanter@
    "Wirtschafts-BILD",Jetzt beleidigen Sie aber das Käseblatt.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Spaniens Wirtschaft treibt Europa an.
    Diese Überschrift ist lächerlich. Wo uns was soll diese Wirtschaft den antreiben?

  • Herr Werner Wilhelm@
    Genau, vor den Wahlen Wachstum mit Schulden kaufen, seit Helmut Schmidt dem
    Weltökonomen bekannt.

  • Wenn eine Volkswirtschaft Wirtschaftswachstum verzeichnet, dann sollte man sich als Erstes fragen wer sich dafür verschuldet hat. Ohne Erhöhung der Nettokreditaufnahme geht da nichts.

    Verschulden (oder Entsparen) können sich die privaten Haushalte, die Unternehmen, der Staat oder das Ausland (via Leistungsbilanzüberschüsse).

    Wie dieser Mix sich für Spanien darstellt kann man im Moment mangels Daten nicht sagen. Erwartet wird aber, dass die Staatsverschuldung auf 100 % zum BIP steigt.

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