Angela Merkel und der Gipfel von Minsk Der Aufstieg der Kanzlerin in die Weltdiplomatie

Dank Angela Merkels Einsatz und ihrer angsteinflößenden Kondition gibt es Bewegung in der Ukraine-Krise. Erwächst daraus ein dauerhafter Frieden, wäre die Kanzlerin künftig bei der Lösung schwieriger Konflikte gefragt.
Update: 12.02.2015 - 16:27 Uhr 65 Kommentare

Merkels Presseerklärung: "Mache mir keine Illusionen"

BerlinImmer wenn die Welt dabei ist, aus den Fugen zu geraten, wendet sich der Blick Richtung USA – verbunden mit der Hoffnung, dass die Vereinigten Staaten es schon richten werden. Anders im Ukraine-Konflikt: Obwohl die Gefahr eines Flächenbrandes besteht, unternimmt Washington keinen ernsthaften Versuch, die kriegerischen Auseinandersetzungen diplomatisch einzudämmen. De facto fallen die Amerikaner als Konfliktlöser aus. Präsident Barack Obama überlässt diese Rolle lieber den Deutschen – und Kanzlerin Angela Merkel.

Als Merkel in Washington weilte, brachte es Obama selbst auf den Punkt, wie er die außenpolitische Rolle der Kanzlerin sieht. Er gratulierte ihr zu ihrer „führenden Rolle“ im Ukraine-Konflikt. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht absehbar, ob der Gipfel in Minsk tatsächlich stattfinden geschweige denn so etwas wie eine Lösung bringen würde.

Obama ließ die Kanzlerin aber dennoch wissen: „Wenn es zum Erfolg kommen wird, dann wird das sicherlich auch mit der außerordentlichen Geduld und den Anstrengungen von Bundeskanzlerin Merkel und ihres Teams zu tun haben.“

Die Begegnung zwischen Obama und Merkel zeigt einmal mehr, wer derzeit das Sagen in der Weltpolitik hat. Alle schauen nicht auf den Präsidenten, sondern auf die Kanzlerin. Diese Woche wird Merkel sicher lange in Erinnerung bleiben. Eine Woche, um im Ukraine-Konflikt mit seinen schon mehr als 5500 Toten vielleicht doch noch eine Wende zum Besseren zu schaffen.

Ob die jetzt getroffene Vereinbarung einer Waffenruhe für die Ost-Ukraine beim Minsker Vierer-Gipfel tatsächlich den ersehnten Frieden bringt? Merkel ist gewieft genug, das Erreichte nicht als einen Durchbruch zu werten. Für sie ist es mehr ein Hoffnungsschimmer.

Sie habe aber keine Illusion, dass noch sehr, sehr viel Arbeit notwendig sei, um eine umfassende Lösung des Ukraine-Konflikts zu erreichen, sagte die Kanzlerin in Minsk. „Es gibt aber eine reale Chance, die Dinge zum Besseren zu wenden.“

Wie auch immer sich der Konflikt noch entwickeln wird, Merkel hat dadurch schon jetzt noch mehr an Größe gewonnen. Selbst die Linkspartei ist beeindruckt. „Sie hat deeskaliert, sie war eine Stimme der Vernunft, sie hat auch nicht die Forderungen, die aus den Vereinigten Staaten gekommen sind, in irgendeiner Weise erfüllt“, sagte Bundestagsfraktionsvize Dietmar Bartsch dem SWR. „Da können wir auch ausnahmsweise mal gemeinsam auf die Kanzlerin stolz sein.“

Fraktionschef Gregor Gysi bescheinigte der CDU-Vorsitzenden im MDR Standhaftigkeit, und der Linken-Außenpolitiker Stefan Liebich zollte der 60-Jährigen im ARD-Morgenmagazin „großen Respekt“.

Merkel verfügt über eine Angst einflößende Kondition
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65 Kommentare zu "Angela Merkel und der Gipfel von Minsk: Der Aufstieg der Kanzlerin in die Weltdiplomatie"

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  • @ Müller: Sie sind nicht zufällig Pastorin oder Gutmensch von Beruf? Wenn es uns Deutschen heute so gut geht...., dann nicht wegen Merkel, sondern trotz Merkel. Man vergesse nicht, dass Merkel die Fortune des Erntenden hat. Sie erntet die Früchte Schröders. Aber alles was Merkel sät geht nicht auf oder kostet nur irre viel Geld. Nur einige wenige Punkte: Energiepolitik - eine einzige Katastrophe; Bundeswehr - Schrott für Milliarden; Familienpolitik - Ergebnis: Immigranten statt Kinder und Schwulen- statt Familienpolitik; Europa und Finanzkrise: Deutschland haftet mit Milliarden und hat sich auf Generationen finanziell gebunden; Steueraufkommen: seit 10 Jahren ansteigend, trotzdem kein Geld für Infrastruktur, Haushaltskonsolidierung oder Schuldenabbau. etc pp

  • Mich interessiert nur der Preis den die deutschen Steuerzahler für ihren "Aufstieg" zu berappen haben.

  • Ich nehme an, der Artikel soll ein "Satire-Beitrag" sein. Das ist doch nicht erst gemeint mit "Der Aufstieg der Kanzlerin in die Weltdiplomatie". Die nägelkauende Phrasendrescherin aus der Uckermark nimmt doch niemand erst.

  • merkel ist eine marionette, nicht mehr!
    ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich mal frueher fdj sekraetaerin war! genau...
    den deutschen volk gehts es gut, vieleicht, aber sicher nicht mehr lange!
    und was hat den die handlungweisse von korrumpierten machtmenschen mit uns zu tun!
    in einem punkt gebe ich allerdings echt!
    nicht waehlen, defacto das land kriminellen uebergeben, ist der groesste verrat an deutschland!
    daher ist dieses momentane kartell von arroganten individien natuerlich selbst verschuldet!
    merkel und rest hat sich ja nicht an die macht geputscht!
    insofern muessen all die nichtwaehler begreifen....
    nicht waehlen gehen wird zukuenftig toedlich sein fuer deutschland!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Es ist nicht nur Frau Merkel die sich bemüht auf diplomatischem Wege eine Lösung zu finden! Frankreichs Präsident hat genau so viel Anteil!

    Ich bin froh, dass eine Frau an der Spitze von Deutschland steht, die die Dinge manchmal anders einsortiert als dies testosterongesteuerte Männer tun!

    Dieser Vorstoß macht mir Frau Merkel auf jeden Fall sympathischer! Bis dahin war ich in der Vergangenheit mit ihrer Aussitzpolitik absolut nicht einverstanden!
    Oder die Art wie sie Menschen die demonstrieren und nicht alle RECHTS sind an den Pranger stellt!
    Es gibt viele Beispiele wo keine Zufriedenheit aufkommt mit der Politik von Frau Merkel!

    Trotzdem bin ich dankbar, dass sie sich endlich für eine Lösung im Ukrainekonflikt stark macht und zwar persönlich und nicht telefonisch!

  • Niemand mag Merkel, aber doch ist sie die beliebteste Politikerin Deutschlands. Die politischen Entscheidungen der letzten Jahre werden als falsch dargestellt und trotzdem geht es dem Deutschen Volk so gut, wie kaum einem anderen in der Welt. Deutschland ist das beliebteste Land von Ausländern, aber im Innern wird die Politik schlecht geredet. Deutschland und die Kanzlerin vermitteln Frieden und werden als kriegstreibende Marionetten angeblich Gewalt unterstützender Amerikaner hingestellt.

    Da passt so mancher Kommentar nicht zur Wirklichkeit!

    Wer mit der Politik der Regierung unzufrieden ist, sollte auf sich schauen und überlegen, welche Fehler er selbst in seinem Leben getan hat, dass sich dieser negative Lebenszustand eingestellt hat. Der Rahmen, der politisch zur Entwicklung seines eigenen Lebens gesteckt wird ist sehr gut, Perfektion kann niemand erwarten - jeder muss auch für sich selbst Verwantwortung zeigen.

    Politik ist maßgeblich daran zu messen, mit welchen Mitteln Fehlentwicklungen entgegenzutreten ist und diese aufgehalten werden.

    Daran zu urteilen kommt man nicht umhin, dass die Deutsche Politik in den letzten Jahren mehr richtig als falsch handelte. Sei es Schwarz/Gelb, Rot/Grün oder Rot/Schwarz.

    Vor 15 Jahren wurde die Zukunft weitaus schlechter prognostiziert als heute. Deutschland hat viel und hart an sich gearbeitet, jahrelang Lohnkürzungen verschmerzt und sich stark zurückgehalten. Es ist unbestreitbar eine Erfolgsgeschichte.

    Wer das bezweifelt, interpretiert falsch. Wer erwartet hat, dass es in Deutschland und auf der Welt nie wieder Leid, Armut und Hoffnungslosigkeit gäbe, hatte eine falsche Erwartungshaltung. Genauso derjenige, der erwartet, dass Politik niemals Fehler machen würde.

  • Merkel ante portas, oder wie? Den Vergleich mit Bismarck finde ich unangemessen. Bismarck hat immerhin 3 kriege losgetreten - das kann man Merkel nicht vorwerfen !! Bismarck hatte keinen €, sondern den Goldstandard hinter der Mark. Hätte er versucht solche finanziellen Risiken einzugehen - er wäre jämmerlich an Kaiser und Volk gescheitert. Auch stimmt die politische Ebene nicht überein. Bismarck verhandelte in Augenhöhe mit den Großmächten. Hier verhandeln Putin und Obama um eine Lapalie, hinter Merkel, die das Risiko des Scheiterns zu tragen hat. Wohlgemerkt - es geht hier nicht um Deutschland sondern um das Reiben der 2 größten Nuklearmächte am Fall Ukraine. Und Merkel / Deutschland ist das Gleitmittel. Bismarck als Gleitmittel - das ist abstrus. Bismarck hat die Interessen seines Herrn umgesetzt. Merkel betrachtet sich nicht als Dienerin des deutschen Volkes. Sie hat kein Konzept, keine Vision, keine Alternativen. Sie nutzt nur unsere Macht, um sich positiv zu etablieren. Bei der momentanen Konkurrenz ist das ja nicht schwer. Ein Friedensnobellpreistragender Massenmörder in den USA, ein Schurke als Zarenersatz, darniederliegende europäische Wirtschaften in der EU mit äußerst unfähigen Eliten ohne Führungsqualitäten. Wie ist das mit der Einäugigen unter Blinden?

  • Das ist schon lustig, die MSM schwadronieren über den Personenkult Putins betreffend in Russland, und hier wird die Dame, die von den Libertären der USA als "mad cow" apostrophiert wird, mit Bismarck in eine Reihe gestellt. Das ist der neue Führerinkult. Da kann man nur den Kopf schütteln...
    Welche Probleme hat Erika denn gelöst? Und welche hat sie zur Lösung auf die lange Bank geschoben? Erika wird völlig überschätzt und schon jetzt als Ikone für die EUSSR aufgebaut. Dafür ist sie in der Tat prädestiniert...

  • Die USA haben doch keinerlei Interesse an einer Deeskalation der Situation in der Ukraine, ganz im Gegenteil, sie wollen die Ukraine übernehmen in ihre Einflusssphäre und Russland weiter schwächen, ganz nach Brzezinskis Plan. Obama könnte den Konflikt von heute auf morgen stoppen, wenn das in sein außenpolitisches Kalkül passen würde. Dass sich die Europäer dabei benutzen lassen zu ihrem eigenen Schaden, zeigt nur wie wenig geostrategisches Denken bei den Staatsoberhäuptern Europas vorhanden ist. Die Zerstörung der guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und dem restlichen Europa nutzt nur einem, den USA, die im Hintergrund die Fäden ziehen an denen Merkel zappelt.

  • Na, dann, ist ja alles bestens. Nach der gelungen Energiewende, grandioser Ostpolitik und Umsetzung der Genderideologie fehlt jetzt nur noch die Krönung des Ganzen: Schengen-Abkommen mit ganz Afrika. Weltdiplomatie eben.

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